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The Other, Rezurex, Koffin Kats, Jamey Rottencorpse & The Rising Dead, 25.05.2015 in Leipzig, Täubchenthal - Bericht von Chris Crusoe

The Other, 25.05.2015 in Leipzig

Kleiner Reisebericht vom The Other-Auftritt beim diesjährigen Wave Gotik Treffen in Leipzig. Schon viel von gehört aber nie dort gewesen. Aber trotz häufig schwarzer Kleidung zählt sich Chris auch nicht mit ganzem Herzen zu den Schmink-Krähen. Aber die Gelegenheit ist günstig und so wird der Einladung der "Otter" gefolgt und mitgereist. Die sind ja auch keine Goffik-Band, trotz enger Verbundenheit zur Szene.
Los geht das Spektakel allerdings mit einer Radtour von Leverkusen nach Köln am Sonntagabend, um schon mal den Bus abzuholen. Bus aber nicht da, also wird lange (!) gewartet und dann zurück geradelt. 60 km Training immerhin.
Bis zum Morgen klappt es dann doch noch mit dem Vehikel und es wird lustig früh geladen und losgefahren. Die Route (hihi - "Rute") unterliegt einem straffen Zeitplan, weil außer dem Konzert am Abend auch noch eine Autogrammstunde angesetzt ist. So was gibt es immer noch?
Tatsächlich schafft es die Reisegruppe semi-pünktlich nach Leipzig und es haben sich auch einige Anhänger eingefunden und lassen sich Devotionalien und Waschmaschinenbestellscheine unterschreiben. Sind Künstlernamen eigentlich rechtskräftig bei solchen Verträgen?
Unerheblich! Chris hält die gesamte Autogramm-Kultur zwar für seltsam, aber immerhin geht es hier auch eher um die Gelegenheit, mal in entspanntem Rahmen ein paar Worte zu wechseln und gemeinsam ein Bier zu trinken, also kein "Star"-Rummel. Die Gelegenheit gibt es natürlich auch am Abend nach dem Konzert nochmal.
Weiter geht es zum Einchecken ins Hotel (Ha! Monokel: AN), Essen im Venue (Venue ist englisch und beschreibt im Prinzip so etwas wie ein Jugendzentrum, nur deutlich größer), Bus ausladen und all die romantischen Tour-Beschäftigungen. Der Ablauf ist sehr genau geplant, was bei der Größe einer solchen Veranstaltung auch notwendig ist, und es gibt viele helfende Hände. Auch mal schön.
Die erste Band auf der Bühne des noch recht spärlich gefüllten Täubchenthal sind die Bremer Jamey Rottencorpse & The Rising Dead. Stilechtes Auftreten und schöner Horror-Rock mit einer kräftigen Punk-Ausprägung. Sehr schön - hätte trotz früher Uhrzeit mehr Zuschauer verdient. Die zweitplatzierten Zombiesuckers aus Linköping, Schweden werden aus logistischen Gründen (Schleppen) leider verpasst, sahen aber zumindest gut aus.
Dritte Band sind die Rezurex aus Los Angeles, die gerade auf Tour sind. Auch schon öfter gesehen und für gut befunden. Das Quartett bietet soliden Psychobilly mit Schwung und auch die eigene Gogo-Tänzerin darf nicht fehlen. Auch kleine technische Probleme mit dem Kontrabass gegen Ende des Sets können die Routiniers nicht aus der Ruhe bringen. Top!
Umbau bedeutet danach nicht nur Instrumente tauschen, sondern auch Bühnen mit Deko bestücken. Die großen Kirchenfenster samt Beleuchtung, sakrale (hihi - "Sack") Kerzen und dazu natürlich auch noch die Instrumente und das Backdrop. Vun nix kütt nix. Während des Sets muss dann später noch nachträglich das Schlagzeug auf der Bühne festgeschraubt (!) werden. Flutsch!
Fotografieren mit Blitz ist verboten. Und man wird auch sehr schnell darauf hingewiesen. Okidoki. Es sind sowieso enorm viel "richtige" Fotografen da, aber die schreiben ja auch nicht für die Gossen-Journaille. The Other legen nach bewährtem Intro pünktlich los und spielen vor voller Halle.
Das Set bietet einige der gewohnten Schlaglichter, aber auch angenehm viele Songs, die sonst selten oder sogar noch nie im Live-Repertoire standen. Überraschungssieger hierbei sind unter anderem "We All Bleed Red" das im großen Chorgesang mit der ganzen Halle gipfelt und "Black Angel", das live einen ganz frischen, räudig-fiesen Charakter entwickelt.
Vom neuen Album "Fear Itself", das am 19.06. erscheinen wird, gibt es zudem "Dreaming Of The Devil", zu dem es auch in Kürze ein Video geben wird. Frontmann Rod Usher demonstriert hier besonders in der Strophe, dass es auch mal leiser oder aber auch geschrien geht. Die dann wieder typischen Backing-Oohhs der drei Saitenmonster im Refrain gehen heute leider ein wenig in der Lautstärke unter.
Der Sound ist leider bei allen Stücken ein wenig matschig, aber das tut dem guten Eindruck der Show keinen Abbruch. The Other strahlen eine enorme Spielfreude aus und entweder sind das die übelsten Poser vor dem Herren (ja, sind sie natürlich eh - schon klar) oder aber, was man wohl annehmen darf, haben selber mächtig Spaß und der überträgt sich auf die schwitzende Menge. Chapeau, messieurs!
Die Koffin Kats aus Detroit danach als vierte Band glänzen in kompakter Dreierbesetzung und als einzige Band ohne Make-Up oder Masken. Auch die Koffin Kats sind auf ausgedehnter Europa-Tournee und wringen mit ihrem sehr punkigen Rockabilly noch treibender als zuvor die Rezurex die letzten Tropfen aus dem Publikum, das sich allerdings zum Teil schon an die frische Luft begeben hat.
Frische Luft, trockene Klamotten (Dr. Caligari beweist in Zivil erstklassigen Geschmack!) und ein paar Biere gibt es auch für The Other. Dann geht es weiter durch die Leipziger Nacht. Heute ist der Abschluss-Abend des WGT und scheinbar haben viele morgen frei oder lassen es sich trotz Arbeit nicht nehmen, noch lange die Keller der Stadt, wie etwa die Moritzbastei, unsicher zu machen.
Ein Bild, das vor der Abreise am nächsten Tag noch gemacht werden MUSS. Das erste Pissoir mit Klodeckel, das Chris je gesehen hat. Zumindest in der Nacht kam ihm das noch äußerst spektakulär vor. Die Rückfahrt gestaltet sich so, wie man es sich vorstellt. Lang, müde und voller niveauschwacher Sprüche und Theremin-Soli auf Hitler's Autobahn. Schöner Ausflug!

(FB nicht mehr anzeigen?)

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