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Deathwish Fest: Converge, Trap Them, Harms Way, YAITW, Oathbreaker, 31.05.2015 in Hasselt (BE), Muziekodroom - Bericht von Schlossi & Kiki

Deathwish Fest, 31.05.2015 in Hasselt (BE)

Schlossi: Juchuuu, endlich isses soweit! Deathwish Fest mit all meinen Lieben...und Harms Way. Darauf freu ich mich schon seit Monaten wie Bolle! In Belgien rutschen auch noch die mächtigen Oathbreaker mit ins Line-up und so sind's dann vier meiner derzeitigen Lieblings-Krach-Bands auf einen Schlag, kann ja eigentlich nur gut werden.
kiki: Hilfe! Wieso sage ich Monate im Voraus zu, für ein Konzert bis nach Belgien zu fahren? Und dann auch noch einen Tag nach dem Pokalfinale in Berlin? Das verspricht ja eine tolle Fahrt zu werden. Total verkatert und übermüdet sollen die harmonischen Klänge von Converge ja besonders gut ins Gehör gehen. Aber erstens kommt es anders und zweitens ist Belgien ja doch eigentlich ganz um die Ecke.
kiki: Zum Thema Fußball darf ich hier nichts mehr schreiben. Also eigentlich nur das Highlight des Spiels für Fisher kurz zusammengefasst. Pro Pyro! Aufgrund des restlichen Abends ist mein Zustand zum Glück (bzw. eher leider) nicht ganz so desolat wie erwartet. Ich traue mir sogar schon wieder zu, das KFZ zu bedienen..
Schlossi: Fast ein Heimspiel für Oathbreaker aus Gent, die pünktlichst um 18.30 Uhr das Fest eröffnen darf.
Und das ist mal ein Auftakt vom Feinsten: Licht geht aus, Musiker betreten die Bühne, Licht geht an und mensch kriegt direkt das volle Brett Neo-Screamo-Postmetal vor den Latz geknallt.
Schlossi: In den folgenden 30 Minuten sehen wir einen sehr atmosphärischen Auftritt, mit stimmiger Lightshow, hervorragendem Sound und keiner einzigen Ansage ans Publikum. Würde den Zauber auch irgendwie zerstören.
kiki: Dazu brauch ich nichts weiter zu schreiben. DER Schlossi hat das ganz toll zusammengefasst!
Schlossi: Danke Kikimaus.
Schlossi: Frontfrau Caro scheint auf der Bühne in ihre eigene Welt versunken zu sein, die Haare vor dem Gesicht, in eine wallendes schwarzes Kleid gehüllt keift, flüstert und singt sie sich durch die Songs. Vor meinem inneren Auge erscheinen Bilder von dunklen Wäldern, Hexen, okkulten Ritualen und diesem fiesen, kleinen Mädchen aus "The Ring".
Schlossi: Aber bevor ich heute Nacht nicht schlafen kann, kurz am Zaubertrank (leider kein Kirschbier) genippt und zurück in die Realität. Wobei die ja manchmal gruseliger ist als all meine Tagträume es jemals sein können.
kiki: Also realistisch betrachtet hast du vier kleine belgische Bierchen aus Plastikbechern getrunken. Tschuldigung, bin halt eher der pragmatische Typ.
Schlossi: Und ich geb mir hier so viel Mühe mit meinem Eskapismus!
kiki: Was gab es noch? In Hasselt gabs Pommes. Die waren lecker. Auch der Laden nicht ganz so schlimm wie zunächst erwartet. Preise im Rahmen, wobei 17 Euro für ein Konzert dieser Güteklasse schon voll in Ordnung gehen.
Schlossi: Weniger atmosphärisch, dafür mehr in die Fresse sind "Young and in the way" aus North Carolina mit ihrem abgrundtief bösen Bastard aus Black Metal, Crust und Hardcore. Deren letztes Album "When life comes to death" hat in letzter Zeit auch schon die ein oder andere Runde auf meinem Plattenspieler gedreht.
Schlossi: Live ist das, überraschenderweise, noch viel besser. Als würde ich von einer meterhohen, eiskalten Flutwelle überrollt und in den glühenden Schlund der Hölle gezogen.
kiki: Hast du vorher diese Fantasyromane alle gelesen oder warum sprichst du so "Sagen"-haft? Um es mal mehr im Ruhrpottstyle zu beschreiben: Sänger mit geilen Cowboypikken und Lederjäckchen (bestimmt Kunstleder!) zieht nach 3 Stücken oben blank und gibt derart Vollgas, dass der geneigte Zuhörer  fortan begeistert sein muss!
Schlossi: Fun-Fact: Wir liegen mittlerweile ca 15 Minuten VOR dem Zeitplan.
kiki: Falsch, denn die Band hört auch 10 Minuten eher auf zu spielen!
Schlossi: Kable Lyall, die Lichtgestalt...oder der Lichtbringer? Wer weiß, auf jeden Fall kam er ziemlich rockstarmäßig rüber, was auch mein einziger Kritikpunkt an dem Auftritt ist. Irgendwie wirkte diese "Prime-Evil"-Attitüde ein bisschen aufgesetzt. Ich kann mir die eher mit Lemmy Whisky trinkend in 'nem Stripclub vorstellen, als in einem düsteren Keller die Vernichtung der Welt planend. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so.
Schlossi: Ansonsten aber alles tippitoppi. Und falls MASKED INTRUDER mal ihr beim letzten Einbruch in die falsche Richtung geflüchtetes Mitglied Black suchen: Voilà!
Schlossi: Kiki, wie darf ich dieses Bild deuten? Trauerst du wieder deiner schwindenden Haarpracht hinterher?
kiki: Das sowieso! Allerdings war der Typ ca. 2,20 hoch und hat sich direkt vor die Kamera getanzt.
kiki: Ich muss zugeben, der Abend beginnt zu gefallen. OATHBREAKER waren schon gut, YOUNG AND IN THE WAY räumen so richtig ab.
Schlossi: Danach folgt leider der einzige Totalausfall des Line-ups. Zumindest für mich. Normalerweise find ich diese Tough-Guy-Hardcore-Mucke ja wenigstens unterhaltsam, aber dieses hypermaskuline Berggorillamännchen in Sportbuchse, das da auf der Bühne rumturnt, kann ich nach zehn Minuten nicht mehr ertragen. Ich muß hier raus, bevor mir vor lauter Testosteron noch'n Schwanz wächst.
Schlossi: Abgang, Kulisse rechts. Ich bahne mir todesmutig meinen Weg durch die Kung-Fu-School-Rejects.
kiki: Ich bin nicht überrascht, sondern eher entsetzt. Dieser Auftritt erinnert mich an meinen letzten Besuch im Zoo in Wuppertal. Ich konnte eine Horde Gorillas beim Toben beobachten. Das Geschehen auf der Bühne war dem sehr ähnlich.
kiki: Schlimmer noch als auf der Bühne war das, was vor der Bühne abging. Bisher dachte ich immer diese Violent Dancing Typen machen ihr Ding eher im privaten Keller oder so. Hier wurde direkt zu Beginn des Sets ein Halbkreis als "Ring" gebildet in dem sich die Red Bull trinkende Fitnessstudioelite wie die letzten Vollidioten auf die Fresse gehauen haben..
kiki: ..also nix gegen nen guten Pogo, aber die am Rande stehenden Zuschauer mit Tritten und Boxhieben zu malträtieren ist derart hirnlos, da vergeht einem jegliche Lust aufs Konzert. Absoluter Schwachsinn! Zumal einige Anwesende scheinbar ausschließlich für HARMS WAY und diesen "Tanzstil" gekommen sind.
kiki: Absolut negativer Höhepunkt: Eine Glatze mit folgendem T-Shirt Aufdruck: "Nicht heilbar, nicht tolerierbar, Todesstrafe für Kinderschänder". Übrigens kein deutscher Landsmann, was die Sache nicht einen Deut  besser macht. Herr wirf Hirn vom Himmel. Wie dämlich kann man bitte schön sein?
kiki: Gut, verdrängen wir diese Fehltritt der menschlichen Rasse und widmen uns wieder dem angenehmeren Teil, nämlich guter Musik. Es spielen TRAP THEM.
kiki: Der Sänger sieht aus als hätte er vor zwei Tagen auf einem HARMS WAY Konzert im Pitt gestanden. Schön verbeulte Fresse...
kiki: TRAP THEM waren für mich ja immer sowas wie ein kleiner Bruder von Converge. Obwohl deutlich jünger, ähnlich böse Musik, mal schnell und alles zerfetzend, dann wieder ruhige psycho Klänge.
Schlossi: So könnte es klingen, wenn jemand ENTOMBED mit FROM ASHES RISE  kreuzt. Dieser gemeine, sägende Schweden-Gitarrensound von Gitarrist Brian Izzi, dazu die angepissten Vocals von Ryan McKenney und ein Schlagzeuger, der wie besessen auf sein Instrument eindrischt.
Schlossi: An TRAP THEM gefällt mir vor allem, dass sie so'n bisschen Punk-Attitüde haben. Keine große Lightshow, keine Rockstarposen, nichts inszeniertes, einfach nur vier Leute, die auf die Bühne gehen und den Laden abreißen.
Schlossi: Hach...die Band ist mir schon sehr ans Herz gewachsen in der letzten Zeit. Ich geh mal kurz vor die Bühne, ein bisschen zappeln...hier muss ich ja glücklicherweise nicht ständig irgendwelchen Roundhouse-Kicks ausweichen.
kiki: Juchu! Endlich kann man mal einen Schlagzeuger erahnen..
Schlossi: Nach so viel großartiger Musik (...und Harms Way) zum Schluss noch das Sahnehäubchen: CONVERGE. Endlich seh ich die mal live!
kiki: Hilfe, wie geil ist denn der Sänger von Converge. Rennt ohne Unterbrechung von links nach rechts über die Bühne. Krächzt, schreit, gurgelt und dazu diese absolut kaputte Musik. Mega gut!
Schlossi: Eigentlich macht es mich gerade etwas traurig, wenn ich sehe was Herr Ballou da so an Gitarrenriffs raushaut und das trotz chronischer Sehnenscheidenentzündung (laut Dr.Wiki...). Obwohl, halt! Ich bin schließlich ein positiv denkender Mensch, also motiviert mich das jetzt einfach: wenn ich die nächsten zehn Jahre jeden Tag sechs Stunden übe, kann ich das auch bald. Zack! Reframed!!
Oh, und Ben Koller am Schlagzeug...der ist auch ganz schön gut...
kiki: Spielzeit bei Converge etwas über ne Stunde, wobei zum Ende hin die etwas ruhigeren Songs die Oberhand gewinnen. Kein Wunder bei dem Tempo, das die Band am Anfang gegangen ist..
Schlossi: Ich find's immer wieder faszinierend, wie die sich bei dem Chaos-Core merken können, wann sie was spielen müssen. Neenee, man kann über Musiker ja meckern, so viel man will, manchmal find ich's ganz nett anderen Leuten mit großen Augen und heruntergeklappter Kinnlade auf die Finger zu starren.
kiki: Fazit! Ein Wochenende ohne Schlaf findet einen würdigen Abschluss. Das Deathwishfest überzeugte mit einem Top-Line-Up (Ausnahme HARMS WAY plus deren Publikum), das jeden gefahrenen Kilometer wert war. Morgen früh um 8 ins Büro...Montag = Scheisstag!
P.S.: Holen wir den Pokal halt nächstes Jahr...
Schlossi: Ich schließe mich meinem Vorredner in allen Punkten (bis auf Schlaf, Büro, Montag und Pokal) an. Gute Nacht!

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