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Mantar, Serpent Eater, 03.07.2015 in Bonn, BLA - Bericht von Fö

Mantar, 03.07.2015 in Bonn

Endlich Sommer! Der Mensch meckert ja gerne. Da ist ihm immer alles zu kalt, zu warm, zu viel Regen, zu viel Smog, zu viele Wolken, zu viel Vollmond. Derzeit schickt die Sahara ein paar warme Lüfte rüber, also schwenkt der Mensch um von "es gibt gar keinen richtigen Sommer mehr" zu "das ist viel zu heiß". Ich hab ja irgendwann mal beschlossen, nicht wetterfühlig zu sein, was ganz gut klappt, außer wenn es kalt ist. Hitze hingegen bringt eher son gewisses Urlaubsfeeling in den Alltag, was gut für die allgemeine Laune ist, aber schlecht für die Produktivität, denn wer arbeitet schon gerne im Urlaub? Ich merk das ja schon hier beim Schreiben, ich fänge Sätze an ohne zu wissen wie sie erst mal ein Bier. Aber wat soll's, Arbeit ist eh scheiße, wie wir alle wissen, also ist Hitze quasi volle Kanne Punk.
Heute fahren wir nach Bonn. War ich lange nicht mehr, ist auch nicht grad um die Ecke, aber wenn ich mich schon immer beschwere dass nie jemand zu Konzerten mit will die mal weiter als ne halbe Stunde von der Heimat entfernt stattfinden, kann ich ja wohl kaum ablehnen, als Schlossi anbietet, fahren zu wollen. Zudem spielen Mantar, die uns beim Wilwarin doch sehr begeistert haben und deren Platte ich mir seitdem doch ziemlich regelmäßig durch die Boxen jage, obwohl das doch eigentlich nicht meine Musik ist. Also schnell noch mitnehmen, bevor das Interesse abflacht!
Das BLA. Die Bonner Lärm-Anstalt. Ein sehr feiner Laden! Gemütlich, integer, sympathisch. Wir sind schon reichlich früh da, können also fleißig eruieren, ob es denn nun drinnen oder draußen wärmer ist, werden uns dann aber nicht einig, ob wir lieber an den Rhein gehen oder doch gleich rein gehen. Als die ersten Klänge von SERPENT EATER erschallen, entscheiden wir uns für zweiteres.
Mir bisher ein Begriff durch diverse Reportagen von Herrn Crusoe. Zu hören gibt es bösen Black-Crust-Core (das Aneinanderfügen von Genrebegriffen macht total Spaß!). Kiki vermutet im Vorfeld, dass das wohl die Haus-und-Hof-Band im BLA ist. Gemessen an den vielen Stickern, die hier von der Band rumkleben, könnte das durchaus hinkommen.
Eine dunkle Bühne, während zwei Meter weiter vorne durchs Fenster hellste Sonnenstrahlen geißeln. Keine optimalen Bedingungen für Fotos. Aber ich sehe mich ja nicht als Fotograf, eher als Künstler. Exakt in dem Moment, als ich dieses Foto schieße, gibt es einen Stromausfall und alles ist ruhig. Scheint, als würde die Hitze nicht nur den Menschen zu schaffen machen.
Kann aber irgendwann weiter gehen. Der Auftritt geht klar, kickt mich zwar nicht über Gebühr, reißt aber ganz gut mit. Ich nicke wohlwollend, auch ein wenig aus Angst, dass der Sänger mich sonst auffressen könnte. Er schaut immer so böse, während er seine infernale Stimme erschallen lässt! Wobei ich keine Ahnung habe, ob die Texte nicht eigentlich von Barbiepuppen und Gummibärchen handeln, so etwas wie Wörter kristallisieren sich da nämlich nicht heraus.
Anschließend raus, da gibt's nämlich Sauerstoff. Ich finde Sauerstoff ja ziemlich wichtig, keine Ahnung wie's euch da geht. Alsbald geht es aber wieder rein, denn es spielen zum Tanze auf: MANTAR!
Eine tolle Band! Zwei Typen, die eine Lärmwand fabrizieren wie ein Armee dämonischer Höllenkrieger. Wobei ich die ganzen Höllen-Metaphern auch einfach mal weglassen könnte, wird ja auch irgendwann langweilig. Erwähnte ich schon, dass es höllisch heiß ist?
Es gibt also wieder Krach, aber mit ner ordentlichen Portion Groove versehen, das geht irgendwie wunderbar rein. Zudem entfachen die Boxen dermaßen viel Druck, dass sie die Luft regelrecht durch den Raum pusten. Zumindest habe ich das Gefühl, diesmal etwas mehr Sauerstoff abzubekommen als zuvor bei Serpent Eater.
Auch hier kann ich mal wieder wenig zu den Texten sagen, aber man versteht schon dann und wann ein wenig. Irgendwann singt er zum Beispiel vom schönen Volkssport des Hexenverbrennens. Ich schaue mich ängstlich um, aber noch hält niemand ein Feuerzeug an meine güldene Haarpracht.
Der Auftritt: Ein Traum! Ganz wunderbare Musik, bei der man jeden Takt mit einer geballten Faust begrüßen möchte. Man muss es ja erstmal schaffen, in diesen Black-Doom-Sludge-Sound sowas wie Melodie zu bringen, aber das hier haut echt wunderbar rein und war sämtliche Anreisestrapazen wert.
Ich will auch nicht wissen, wie viel Liter Schweiß die Protagonisten auf der Bühne vergossen haben. Die machen aber eigentlich ganz gute Mine dazu. Spielen sogar mal auf Wunsch eines Gastes was Romantisches, oder binden das Publikum ins Gespräch mit ein, ob sie denn noch schnelle Lieder spielen sollen.
Noch wat? Nö, ich will nicht mehr schreiben, will Urlaub genießen. Mantar sind eine unglaublich gute Band und jeder Konzertbesuch nur zu empfehlen. Klatschnass treten wir den Heimweg an.

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