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Duct Hearts, Bail, Cassus, 22.10.2015 in Dortmund, Nordpol - Bericht von Fö

Duct Hearts, Bail, Cassus, 22.10.2015 in Dortmund

Endlich mal wieder wat im Nordpol! Hier geht ja irgendwie doch eher selten was konzertmäßiges, und wenn dann schrappt es auch noch oft an meinem Geschmack vorbei - so auch heute. Aber wat soll's, ein Besuch lohnt ja doch irgendwie immer.
Heute sollten eigentlich 4 Bands spielen, was ich für einen Donnerstag in einem Laden, in dem um 22 Uhr Schicht sein muss, schon ziemlich mutig finde. Vermutlich lag das Kalkül darin, dass bei 4 Bands der Laden alleine schon wegen der Masse an Bandmitgliedern voll wird. Nunja, irgendwann erbarmen sich aber Saligia und ziehen den gelben Schein - nur noch 3 Bands, geht ja!
Ich bin natürlich viel zu früh vor Ort und habe Zeit, den heutigen Dresscode zu studieren. Man trägt dichten Bart, dicke Brille, und wenn es nicht für nen Seitenscheitel reicht dann wenigstens Beanie aufm Kopp. Außer man ist weiblich oder hat sich für ein anderes nicht-männliches Geschlecht entschieden, dann muss es auch ohne Bart gehen. Oder man spielt in ner Band. Ist eigentlich wie im Deutschpunk, die Musiker selbst halten sich nicht an den Dresscode der Szene. So denke ich mir zum Beispiel, als grad ein Typ mit langen wehenden Haaren an mir vorbei läuft, "Oh, endlich ein Individuum", muss später aber feststellen, dass er lediglich einer der heutigen Musiker ist. Mist.
Nämlich der Bassist von CASSUS! Ist das die lokale Vorband heute? Nee, die kommen irgendwo aus England. Von lokalen Vorbands hält die Szene anscheinend nichts. Oder die haben kurzfristig abgesagt, wer weiß das schon.
CASSUS haben zunächst mal mit extremem Feedback zu kämpfen. Also, jetzt nicht seitens der Fans sondern von der Anlage - da fiept und quietscht es an allen Ecken. Gleichzeitig ist alles auch noch furchtbar laut und als Quintessenz aus allem der Gesang eher bedingt zu hören.
Zum Glück schreit der Sänger eh wie ein wildgewordener Stier, so dass die Stimme nicht gänzlich untergeht. Für einen Musikstil, der sich Screamo schimpft, wäre etwas ausbalancierterer Gesang aber vielleicht doch wünschenswerter gewesen.
Womit wir beim Musikstil wären. Screamo und irgendwas mit -core. Haut mich nicht vom Hocker, ist zu laut und krachig, das mag aber auch am heute nicht sehr optimalen Sound liegen. Wenn ich versuche, mich auf die einzelnen Instrumente zu konzentrieren (bevorzugt: Bass oder Schlagzeug), klingt das doch ziemlich amtlich.
Ziemlich technische Geschichte, würde ich mal sagen. Also, so vom spielerischen Anspruch her, sofern ich als Laie das beurteilen kann. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen?) nicht so meins.
Heimlicher Grund, warum ich heute hier bin: Am Schlagzeug der nun folgenden BAIL sitzt der liebe Chris Crusoe, den Bierschinken-Lesern ja eventuell bekannt. Chris spielt in gefühlt 10 Bands und hat es sich augenscheinlich zum Konzept gemacht, mit jeder Band eine andere musikalische Richtung zu bedienen.
Was BAIL machen? Tja, schwer zu umschreiben. Die Ankündigung sagte "Post-Hardcore trifft Screamo trifft Indie". Das ist für Chris wahrscheinlich ganz gut, kann er mit einer einzigen Band gleich drei Musikstile abdecken.
Wobei ich das Gefühl habe, dass die gewählten Musikstile sich selten überschneiden. Es gibt immer den getragenen Indie-Part und darauf folgend den Ausbrech-Part, den man eher in den Post-Hardcore setzen könnte. Und, ja, geschrien wird auch mal.
Insgesamt aber doch schneller und auch eingängiger als befürchtet, da lässt man schon mal Raum für die eine oder andere nette Melodie. Rückwirkend betrachtet wohl die Band, die mir heute am meisten zusagte.
Leiden aber am Proberaum-Syndrom, sich zwischen den Songs eher miteinander als mit dem Publikum zu unterhalten. So kommt es dann irgendwie ganz unvermittelt, als uns der Sänger plötzlich, scheinbar zusammenhanglos, erzählt, wie er kürzlich nen Italiener zusammen gefaltet hat. Mamma mia!
Geht weiter mit der letzten Band: DUCT HEARTS! Auch hier wieder das Proberaum-Syndrom, so dass der Sänger sich gleich direkt mit Rücken zum Publikum positioniert. Vielleicht auch, um sein beachtliches Tretminenarsenal vorm nicht vorhandenen Pogomob zu schützen.
Auch hier habe ich wieder Probleme, in Worte zu fassen, was da für Musik geboten wird, da mir da einfach die Referenzen fehlen. Auf jeden Fall, ganz wichtig, ist irgendwas mit Post- dabei, und irgendwas mit -core, aber auch Anleihen an 90er Emo-Indie glaube ich zu bemerken.
Da wird auch mal gehaucht und dann wieder gebrüllt, tänzelnde Gitarrenriffs wechseln sich ab mit tumultiger Lärmwand. Zutaten, die eigentlich ein ganz stimmiges Gesamtbild ergeben können, bei mir aber nur bedingt zünden.
Vielleicht, weil die Lärmwände einfach nicht druckvoll genug sind. Ist halt doch eher im Emo verwurzelt, die Geschichte. Als Vergleich fallen mir da am Ehesten noch Tribute To Nothing ein, nur gänzlich ohne Punk.
Insgesamt also ein eher "okayer" Abend für meine Musiksynapsen.  Da machste nix! Ein schnelles Bierchen noch mit Herrn Crusoe, dann geht's schon auf den Heimweg. Gute Nacht.

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