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ATP, Blut Hirn Schranke, Asking For A Surprise, 13.11.2015 in Dortmund, Rekorder - Bericht von Fö

ATP, Blut Hirn Schranke, Asking For A Surprise, 13.11.2015 in Dortmund

Abendprogramm heute: Bloß irgendwas machen, Hauptsache nicht aufm Sofa rumlungern (da wäre auch gar kein Platz - ich muss mal wieder aufräumen). Das Angebot an Gestaltungsmöglichkeiten für den Verlauf des Freitags ist eigentlich überschaubar, aber immerhin direkt zwei Konzerte in Dortmund, die weitestgehend meinen musikalischen Horizont tangieren! Wow! Da fällt die Wahl schwer. Wie mir dann aber auffällt, fällt es eher schwer, überhaupt Mitstreiter für eine der beiden Sachen zu gewinnen. Also entscheide ich mich für den angenehmeren Anreiseweg und somit gegen den Auftritt von Diarrhea Suicide in irgendnem Randort. War das ne gute Wahl? Das wird sich zeigen...
Im Rekorder spielen heute ATP, Blut Hirn Schranke und die Band, deren Namen ich immer direkt vergesse, womit ich aber nicht alleine bin. Denn glücklicherweise sind zwar einige bekannte Gesichter anwesend, aber in den Gesprächen kristallisiert sich lediglich heraus, dass wir uns gemerkt haben, dass der Name der dritten Band mit "A" beginnt.
Was aber auch auf die erste Band zutrifft! ATP. Auch schon ein paar Mal gesehen, ist aber schon einige Jahre her - wusste gar nicht, dass es die noch gibt. Ich hab die ja mal irgendwann, damals noch unter ihrem alten Namen, bei ner Striptease-Show gesehen. Aber das behaltet ihr bitte für euch, der/die Sexismus-Beauftragte schärft schon die Krallen...
Zu hören gibt es Hardcore. Nicht unbedingt mein präferierter Stil, aber zumindest etwas, was man sich zwischendurch mal geben kann. Normalerweise. Heute bin ich absolut nicht in der Stimmung und finde den kompletten Auftritt einfach nur unbändig langweilig. Könnt ihr euch noch erinnern an damals, als Hardcore noch Schweiß, Gefahr, Rebellion und Angst bedeutete? Ich auch nicht.
Es gibt auch Gastgesang. Zum einen eine Dame, der entweder das Mikro gemuted wurde oder die einfach die gleiche Schreistimme wie der Sänger hat. Ich zumindest hör da nicht wirklich nen Unterschied. Also auch beim Gesang keine Abwechslung heute. Manno!
Person 2 am Gastgesang, äh, Verzeihung, Gastgeschrei: Max von Blut Hirn Schranke. Hilft aber auch nicht, mich aus meiner Lethargie zu erwecken. Immerhin bewegt er sich ein wenig. Dann muss ich das nicht machen. Auch sonst ist das Publikum eher zaghaft, was daran liegen könnte, dass, wie bei Harcore-Shows nunmal üblich, der Platz vor der Bühne für den Sänger reserviert ist.
Texte übrigens auf deutsch, was sich aber erübrigt, da man eh nichts versteht. Ich versuche aus den Wörtern, die ab und zu mal rüber schallen, sowas wie zusammenhängende Sätze zu formen, indem ich mir weitere Wörter hinzu fantasiere - heraus kommen meist irgendwelche harmonische naturverbundene Schnulzenschlagertexte. Irgendwie muss man sich so nen Auftritt ja schön-denken!
Achja, heute probiere ich übrigens erstmalig das sich noch nicht allzu lange auf dem Markt befindliche Alkoholfreie von Brinkhoff's. Im ersten Ansatz prickelnd-erfrischend mit für meinen Geschmack etwas zu stark durchschimmernder Malz-Note, spätestens beim zweiten Bier fühle ich mich aber an das ekligste alkfreie Bier schlechthin, namentlich Beck's Blue, erinnert, als die dezente Note eines im Biersud eingetunkten verfaulten abgeschnittenen Fußes durchschimmert. Gesamtfazit: Trinkbar, aber mehr als 2 Flaschen pro Abend sind schädlich für den Gaumen.
Mittlerweile spielen übrigens BLUT HIRN SCHRANKE. Die haben immerhin den schönsten Namen aller Bands des heutigen Abends. Zumindest aller Bands die im Rekorder spielen, denn wie wir alle wissen, sind ja ungefähr zeitgleich im Brauks Diarrhea Suicide dabei, so richtig hart abzurocken.
Nunja. Blut Hirn Schranke machen schon wieder Hardcore, schon wieder mit deutschen Texten die man kaum versteht, und ich bin schon wieder gelangweilt. Mist.
Auftritt soweit irgendwie okay, alle haben Spaß in den Backen (oder sagt man "Wangen"?), aber ich vermisse irgendwie so Elemente, mit denen man diese Art von Musik etwas spannender gestalten könnte. Also sowas wie Melodien, ein paar catchy Singalongs oder auch Schnulzenschlagertexte. Aber sowas macht man beim Hardcore nicht, heißt ja nicht umsonst Hardcore, Innovation ist doch eher was für softe Gemüter.
Angekündigt wird ein Album, beziehungsweise wird es eigentlich nicht wirklich angekündigt sondern eher darauf hingewiesen, dass man gerne Merch kaufen darf, damit das Album irgendwie in finanzierbare Nähe rückt. Vermutlich wird das so ein Limited-Colored-Vinyl-Siebdruck-Ding mit fancy Artwork, wie man das so macht in der Szene. Vielleicht kommt es auch im handgebatikten Jutebeutel, das wäre doch auch schön DIY!
Mittlerweile sind übrigens ein paar mehr Zuschauer hier, insgesamt so 30-35, würde ich mal schätzen. Schon okay für ein kleines gemütliches Konzert, aber vor die Bühne traut sich immer noch keiner. Vermutlich, weil Hardcore so gefährlich ist.
Auch bei der nächsten Band gibt's nicht wirklich Überraschungen: ASKING FOR A SURPRISE machen auch wieder Geballer, aber immerhin eine etwas andere Spielart des Hardcore, nämlich son Metalcore-Gedöns, wobei ich von der genaueren Genre-Einordnung keine Ahnung habe, weil das nunmal echt nicht mein Ding ist.
Metalcore, brrr, da schüttelt es mich. Ich bin ja echt für Artenschutz, aber manche Musikstile sollten einfach verschwinden. Die ganze Musik und Show wirkt wie vom Reißbrett, alles Elemente, die man in dieser und ähnlicher Form schon von zig anderen Schülerkapellen gehört hat. Sowas verwirrt mich ja immer wieder: Leute, die eigentlich recht fähig auf ihren Instrumenten sind, machen so schrecklich eintöniges Gebolze.
Ich weiß, es steht mir eigentlich nicht wirklich zu, darüber zu urteilen, so als Außenstehender, denn, wie ich schon erwähnte, ist das einfach nicht meine Musik. Profis erkennen da vielleicht Nuancen an Eigenständigkeit, aber ich stecke da einfach nicht tief genug drin. Und auch dieser gebölkte Gesang kann mich nicht wirklich beeindrucken.
Gen Ende der Show bin ich mir dann etwas unsicher, ob die das, was die da machen, überhaupt ernst meinen oder eigentlich ne groß angelegte Persiflage des Genres darstellen. Mit solch ausgelutschten Posen wie dem Crabcore-Gang, oder, auch geil, beim Spielen auf den eigenen Bizeps zeigen, wie aus dem Proletencore-Lehrbuch!
Als die letzten zwei Songs angekündigt werden, versucht Michi noch, die alte Deutschpunk-Tradition wieder aufleben zu lassen und fordert "Filmriss". Er erntet verwirrte Blicke, aber die Vorstellung, wie Filmriss im Metalcore-Gewand klingen würde, rettet mir dann doch irgendwie das Konzert.
Fazit: Netter Abend und definitiv spannender als aufm Sofa rum zu lungern, aber manchmal wünsche ich mir einfach mal etwas mutigere Veranstalter, die etwas mehr Abwechslung in der Bandauswahl schaffen. Aber ich kann mich ja nicht beklagen, ich war ja auch nicht die Zielgruppe. Aber immerhin konnte ich hoffentlich mit dem Vorurteil aufräumen, bei Bierschinken würden immer nur Singer/Songwriter verrissen. Andere Musikstile sind schließlich auch scheiße!

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