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Lyvten, Illegale Farben, 17.03.2016 in Essen, Don't Panic - Bericht von der Redaktion

Lyvten, 17.03.2016 in Essen

Fö: Schon wieder im Don't Panic! Waren wir da nicht letztens erst? In Sachen Booking kann denen wohl derzeit keiner was vormachen, muss man ja mal sagen. Nur der neue Name hat noch leichte Probleme, sich einzubürgern - Panic Room geht einfach leichter von der Hand. Oder vom Mund. Wie auch immer. Heute mal direkt zwei Bands, die ich eh auf meiner "Muss ich mal live sehen"-Liste hatte. Also hin!
Schuldenberg: Ich bin zu meinem ersten Konzi im PanicRoom, war dort bisher immer nur zum Kickern. Den kleinen Konzertraum kannte ich noch nicht, gefällt mir aber, genau die richtige Größe für die Sorte von Konzerten, wie ich sie mag.
Coco: Zwei Bands, die ich nicht kenne und die versprechen, meinen Musikgeschmack zu treffen. Quasi vor der Haustüre. Das ist fein. Da ich Bands immer lieber live sehen möchte, bevor ich die Platte höre, verzichte ich auch darauf, die Platte von den illegalen Farben vorher hier zu besprechen. Obwohl das eigentlich mein Job gewesen wäre. (Na gut, es war auch Faulheit im Spiel. Sorry Fö, sorry Jürgen...)
Fö: Als wir ankommen, spielen ILLEGALE FARBEN bereits. Vielleicht kurz abspeichern: Wenn Konzertbeginn im Don't Panic mit 20 Uhr angekündigt ist, meinen die das anscheinend auch. Finde ich ja eigentlich gut...
Fö: Also hab ich keine Ahnung, wie lange Illegale Farben schon spielen, aber ich vermute mal wir haben nicht allzu viel verpasst, denn sie spielen noch relativ lange. Soviel Kritik schonmal vorweg: Mir war der Auftritt einfach zu lang.
Fö: Ansonsten machen sie nicht viel falsch. Grobe Sparte Indie-Punk mit nem ordentlichen Schuss NDW. Könnte für meinen Geschmack etwas rotziger sein, stattdessen wird die eher poppige Note serviert.
Schuldenberg: Wie schnell kann man auf einen Zug aufspringen? Die Frage stell ich mir bei Illegale Farben. Irgendwie wirkt das für mich alles aufgesetzt. Man fröhnt dem zur Zeit angesagten Indiepunk mit wenig bis gar keinem Verzerrer. Alles zu gewollt. Nie gefährlich. Aber die aktuelle breite Wahrnehmung der Band geben diesem Konzeptpunk wohl recht.
Schuldenberg: Ich stelle mir bei dem ganzen Konzert die Frage, wo TREND sind und hoffe, dass sie bald wiederkommen. Für mich sind Illegale Farben also nichts, aber allen anderen gefiel es.
Coco: Trend sind doch schon längst wieder da! Und so gut wie eh und je. Ich sah sie vor nicht allzu langer Zeit in Köln...
Coco: Ich weiß auch echt nicht, was ihr beide mit den Illegalen Farben habt. Ich finde das sehr sympathisch und mitreißend vorgetragen. Und musikalisch 1a. Mir gefällt das prächtig. Aber ich feier ja auch Love A ab und mag Pop. Ich würde das hier als eine Mischung aus Fehlfarben und Front beschreiben. Musik etwas unterkühlt, aber trotzdem schön nach vorne raus. Die Band kann wunderschöne Melodien und den Sänger finde ich auf seine Art doch ziemlich rotzig, zumindest die Art der Darbietung kann einiges. Ich bin begeistert!
Fö: Anschließend LYVTEN! Das Album fuhr ja vernichtende Kritiken ein, fuhr aber ebenso mit Leichtigkeit durch meine Gehörgänge und ich halte es für das beste Stück Musik, das in letzter Zeit aus diesem Genre kam.
Fö: Dieses Genre, das ist mal wieder, weil ich zu faul bin große Schubladen aufzureißen, Indie-Punk. Sehr engagiert vorgetragen, top eingespielte Musiker und in sich absolut stimmige Songs.
Fö: Insbesondere Sänger Thorsten macht den Job als Rampenvogel echt gut. Springt umher, rennt ins Publikum, macht Scherzkes, und, was mir auch sehr gefällt: Im Gegensatz zu den Studio-Aufnahmen schreit er öfter mal, als einfach "nur" zu singen. Das ist so das Quentchen Räudigkeit, das mir zuvor bei Illegale Farben gefehlt hat.
Coco: Tatsächlich gefällt es mir in diesem Fall besser, wenn geschrien wird und nicht gesungen. Das liegt aber nur daran, dass ich mit dieser Art Gesang überhaupt nicht warm werde, eigentlich mag ich nämlich nicht angeschrien werden. Aber dieses "raus gepresste" Gesinge finde ich auf Dauer anstrengend.
Schuldenberg: Lyvten gefallen mir diesmal sogar noch besser, als noch vor einem Jahr, als ich sie auf einem ihrer ersten BRD-Konzis sehen durfte. Man liest häufig von dieser Band, dass sie technisch sehr stark ist und super eingespielt. Das hatte ich auch so in Erinnerung, aber dass sie dann doch so gut sind, hatte ich nicht mehr auf dem Schirm.
Schuldenberg: Die Band kracht mit Präzision nach vorne, wie ein schweizer Uhrwerk, dass in einer Kuckucksuhr läuft, die vom Jeti und dem Almöhi bei einer Flasche Waldmeisterschnaps zusammengebaut wurde, während sie auf einem Schlitten die Alpen Richtung Zürich herunterfahren.
Fö: Gespielt werden, wie erwartet, die Songs vom Album und auch von den vorherigen EPs. Also eigentlich quasi fast alles. Stark! Hier zu sehen: Die Band verlässt einfach mal komplett die Bühne und brüllt ganz ohne Mikrofone "So leer" in den Raum.
Coco: Puh! Hilf Himmel...
Schuldenberg: Die Band wirkt insgesamt sehr sympathisch. Die vielen Ansagen des Sängers Thorsten sind dabei unterhaltsam, ohne zu nerven oder das Set zu zerfasern.
Fö: Konzert vorbei, es wird nach Zugabe gebrüllt, aber irgendwie ist die Band weg. Irgendwer, nennen wir ihn mal Hermie, brüllt "Mach doch was alleine" zu Thorsten - und der bittet, dass man ihn unterstützen möge. Und so gibt es "Frau Vargas" in reduzierter Form. Auch stark!
Coco: Also nee, mir gibt das irgendwie nichts. Die Band hat eigentlich wirklich alles, was sie bräuchte, um mich vom Hocker zu reißen: Punk mit Melancholie, schöne Melodien von der Gitarre, Songs mit hohem Wiedererkennungsgehalt. Aber es funkt nicht bei mir. Ich schiebe es mal auf den Gesang und irgendwas anderes, dass ich nur schwer in Worte fassen kann. Zu viel Pathos im Vortrag? Egal, ich hab schon viel schlechtere Bands gesehen und eine zweite Chance bekommen sie von mir sicher mal irgendwann. War trotzdem ein sehr netter Donnerstag!
Fö: Punktaus. Toller Konzertabend!
Schuldenberg: Dem schließe ich mich an. Der Schlagzeuger von Lyvten bekommt von mir an dieser Stelle noch ein sonder Lob und beim nächsten Aufeinandertreffen das goldene Duracell-Häschen verliehen.

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