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Jeff Rosenstock, Great Cyncis, Woahnows, Bangers, 05.04.2016 in Münster, Lorenz Süd - Bericht von Fö

Jeff Rosenstock, 05.04.2016 in Münster

Da geht mal wieder was in Münster! Gleich 4 auswärtige Bands an einem Dienstag Abend. Verrückte Typen, diese Studenten, aber man muss es ihnen ja lassen, sie wissen ihre Zeit zu nutzen. Heute also mal wieder zum Lorenz. Dank Lindas herausragenden Fahrkünsten kommen wir auch genau pünktlich an, um, naja, noch die letzten Tönchen vom Soundcheck mitzukriegen. Ker, da hätten wir uns ja noch Zeit lassen können!
Geht los mit BANGERS. Die gibt's noch? Die sind auf Tour? Man kriegt auch nix mehr mit, ey. Laut Bandcamp gab es auch ein neues Album letztes Jahr. Irgendwie an mir vorbei gegangen. So vor 5 Jahren fand ich die Band ja mal ziemlich gut, sie wurden aber irgendwie überrannt von der Masse an Bands, die ähnlich klangen, nur nen Schuss besser.
Und jetzt ist es sogar so weit gekommen, dass die Jungs aus Cornwall in so nem Provinzkaff den Opener machen müssen für nen Haufen Bands, die vor 5 Jahren wahrscheinlich nichtmal gegründet waren. Tja, so spielt das Leben. Und wie spielen die Bangers?  Ganz nett, rauer Punkrock, man kann schön mitwippen.
Aber so wirklich aus den Latschen kippen will mich das nicht. Kenne auch nicht wirklich ein Lied, bis auf, ich glaube, das letzte. Aber so als erste Band geht das schonmal klar. Relativ kurzes Set, die anderen Bands sollen ja schließlich auch noch spielen.
Zum Beispiel die hier: WOAHNOWS. Ebenfalls aus UK. Und auch von denen gab's letztes Jahr ein Album. Das lief sogar bei mir hin und wieder, weil es irgendwie in meine Playlist gerutscht war. Ist kein Über-Album, nistet sich aber doch ganz gut in den Ohrmuscheln ein. Ein Glück, dass zum Großteil nur Lieder daraus gespielt werden.
Findet auch er hier. Die Welt braucht mehr Kuhglocken! Vor allem die Musik-Welt! Der Bangers-Drummer lässt es sich zumindest nicht nehmen, seine Buddys auf der Kuhglocke zu begleiten und dazu euphorisch vor der Bühne hin und her zu springen.
Auftritt: Geht klar. Man muss sich an die recht hohe Stimme des Sängers gewöhnen, aber dann sind's echt ganz nette Songs mit nem dicken Haufen Powerpop-Appeal.
Nun aber zum Hauptgrund meiner heutigen Anwesenheit: JEFF ROSENSTOCK! Beinahe hätt ich's verpasst, wir standen nämlich noch draußen und irrigerweise ging ich davon aus, dass jetzt eh erstmal die Great Cynics dran wären - aber sind noch gar nicht komplett anwesend, wie man sich erzählt.
Jeff Rosenstock war der Kopf hinter Bomb The Music Industry!, einer Art DIY-Skapunk-Kollektiv mit ziemlich loser Besetzung und striktem Low-Budget-Grundsatz. Ich fand das Konzept der Band immer interessant, die Lieder aber langweilig. Im Gegensatz zu "We cool?", dem letztjährigen Output von Jeff Rosenstock.
Wer jetzt live einen lahmen Singer/Songwriter erwartet: ätschebätsch. Nee, erstens hat er ne großartige Band dabei und zweitens werden die Songs durch den Highspeed-Fleischwolf gedreht, ein großartiger Spaß! Angekündigt haben sie sich übrigens als "Death Rosenstock".
Ich hab ja bei so Platten, die in eher ruhigen Gewässern schippern, immer große Angst, dass sich das live als verwässerte Suppe erweist, aber hier ist alles geil. Gut gelaunte Band, kaum Pausen, nur Hits.
Zwischendurch gibt's noch Späßken. Über das deutsche Publikum, das seinen Respekt durch Stille zeigt  (woraufhin natürlich ein "pssst" durch die Reihen geht), oder auch mal Versteckspielchen zwischen Jeff und dem Bassisten John. Eine Augenweide auch Schlagzeuger Kevin, der durchgehend konstant am Prügeln und gleichzeitigem Grinsen ist.
Muss ich die Musik beschreiben? Hebt sich jedenfalls ziemlich ab vom melodischen Punkrock-Krams der anderen Bands des Abends. Ziemlich quirliger Sound (kaum zu glauben, dass da nur 3 Leute auf der Bühne stehen), dazu noch sehr abwechslungsreich, wird jedenfalls keine Sekunde langweilig.
Und alle haben gute Laune. Selbst die Kuhglocke wird wieder zu ihrem Einsatz gerufen. Und das Publikum? Einige freuen sich, einige wissen gar nicht was da passiert, und andere halten sich dezent zurück. Ein Dienstag-Abend-Publikum. Aber hier und da wird auch fleißig mitgesungen.
Oh Hilfe, eine Mundharmonika. Bettet sich aber wunderbar in das Liedgut ein und darf schließlich sogar als Schredder-Utensil für die Gitarre herhalten.
Schredder-Utensil für den Schädel gibt es auch. Korn scheint der Band wichtig zu sein. Nicht nur, weil sie den Namen sowie die gleichnamige Band witzig finden. John klärt uns auf, dass es in ihrem Land als gemein angesehen wird, einer Band Gift anzubieten. Aber hier sei halt alles anders.
Publikum. Ich glaube, die meisten haben Spaß. Solltet ihr irgendwie noch irgendwann die Chance haben, Jeff Rosenstock live zu sehen, gebt euch das!
Ganz geil auch: Am Ende wird noch schnell "The Impression That I Get" von den Mighty Mighty Bosstones gezockt, nachdem das Anfangsriff zuvor schon ständig seine Kreise zog. Ebenso wie die eigenen Songs natürlich auch doppelt so schnell gespielt wie auf Platte. Geil.
GREAT CYNICS sollten eigentlich vor Jeff Rosenstock spielen und vermutlich wird das auch auf den restlichen Terminen, die sie gemeinsam spielen, so sein - aber heute ist wohl der Wurm drin. Ihr Van scheint wohl in Belgien das Zeitliche gesegnet zu haben, so dass die beiden Jungs erst während der Rosenstock-Show ankamen - Bassistin Iona war sicherheitshalber mit Jeff Rosenstock gefahren, um notfalls noch ein Akustik-Set zu spielen.
Aber: Hat ja alles noch geklappt. Die Autobahn-Virtuosen sind augenscheinlich ein wenig durch und gerädert von der langen Reise, haben aber mächtig Spaß in den Backen und albern mehr rum als überhaupt Musik zu spielen. Was ja auch was für sich hat. Allerdings kommen mir die meisten Albernheiten so vor, als wären sie bloß für den internen Kreis der Band plus ihre Bandkollegen gedacht, die heute eine Art Familientreffen feiern.
Die Musik der Great Cynics erinnert mich an die Woahnows, nur irgendwie nur halb so mitreißend. Mag daran liegen, dass ich nicht wirklich Material von der Band kenne. Eigentlich nur die Split mit den Muncie Girls, und da war die andere Seite halt besser.
Wie auch immer. Musik will nicht zünden, das mag aber auch am fortgeschrittenen Abend liegen. Ansonsten macht die Band schon irgendwie Spaß. Der Drummer versucht seine persönliche Bestleistung (und des Rosenstock-Drummers) zu toppen und hat den Beckenständer bis quasi unter die Decke geschraubt - und kommt da immer noch an! Unglaublich. Der muss drei Meter groß sein.
Am Ende bleibt blinde Zerstörungswut. Auch was schönes. Insgesamt ein toller Abend mit dem immensen Vorteil, dass die Bands einfach kurz genug gespielt haben, um ja nicht langweilig zu werden. Wobei, von Jeff Rosenstock hätte ich noch mehr ertragen können. Tja, andernmal.

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Andrea Gottfreund

01.02.2018 11:42
Hallo!
Mich würde interessieren, wer der Veranstalter bzw. Tour Booker an dem Abend war. Bitte einmal Kontakt mit mir aufnehmen. Danke!

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