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Mantar, Serpent Eater, 20.04.2016 in Dortmund, FZW - Bericht von Fö

Mantar, 20.04.2016 in Dortmund

Mantar bringen ihr zweites Album raus und das Hype-O-Meter zuckt gefährlich nah am dunkelorangenen Bereich. Nun soll man sich auf solch wissenschaftlich fundierte Messinstrumente ja nicht allzu sehr verlassen und eher seinem persönlichen Gespür nachgehen - und das führt mich heute zum FZW, wo Mantar eines ihrer Release-Konzerte spielen. An einem Mittwoch Abend, und zudem ist noch irgendein Fußballspiel. Wie viel Leute da wohl kommen mögen? 50?
Nee, Pustekuchen, tatsächlich tummelt sich einiges an dunkel gekleideten Gesocks vorm Laden, es gibt sogar ne Schlange vor der Tür (mehr Content mit Tieren, hat unsere Social-Media-Expertin gesagt) und der Club selbst ist auch sehr ordentlich gefüllt. Zum Großteil Leute, die man wohl der Subkultur "Metal" zuordnen würde, mit ihren schwarzen Kutten und langen Haaren. Ein paar Röhrenjeans und erfreulich wenige Schnurrbart-Hornbrille-Karohemd-Kombinationen, so weit kann es mit dem Hype also doch noch nicht sein. Puh!
Aber zunächst mal die Vorband: SERPENT EATER (ah, wieder Schlangen-Content). Die schreiben ein T im Namen als † und sind damit ähnlich diabolisch wie Mantar.
Hab die Band im vergangenen Jahr schon zweimal gesehen (davon auch einmal mit Mantar) und kann mich weiterhin zu keiner weiteren Emotion hinreißen lassen als "naja, die sind halt okay". Ein paar Parts sind echt gut, wenn die Lieder mal nicht klingen wie die ganze andere Suppe, aber so insgesamt ist es doch irgendwie ermüdend.
Die "Suppe", das ist son Black-Doom-Metal-Punk-Ding. Von der instrumentalen Breitseite her echt ganz nett anzuhören, aber dieser ewig gleiche keif-gröl-Gesang zerrt doch etwas an meinen Nerven. Den Leuten gefällts aber soweit. Zwar mosht sich hier keiner die Kutte wund, aber die Zuschauerschaft steht geschlossen bis vorm Bühnenrand. Das kommt bei Vorbands im FZW schon einer Krönung gleich.
Weitar, äh, weiter, mit MANTAR. Wie gewohnt hat Gitarrist Hanno ein amtliches Arsenal an Boxen und zugehörigen Tretminen aufgefahren, was nicht nur optisch was her macht, sondern auch dazu führt, dass ganz Dortmund zur seismologischen Sperrzone erklärt wird, sobald er auch nur leicht mit dem kleinen Finger den Korpus seiner Gitarre berührt.
Keine Ahnung ob man die Band oder die Musik noch vorstellen muss (das Hype-O-Meter sagt "lass es lieber"), also halte ich nur mal kurz fest, dass mich lange keine Band aus den härteren Gefilden sowohl live als auch von Platte dermaßen umgeblasen hat wie Mantar.
Eine gewisse Coolness umgibt die beiden Protagonisten natürlich auch. Alleine schon, wie lässig er hier sein Plek wegschnippst. Da gehen andere extra 3 Jahre in die Lehre für!
Stimmung im Publikum: Bei den ersten paar Liedern verhalten, irgendwann zunehmend lockerer, und als ne Wodka-Flasche zur geistigen Entleerung herum gereicht wird, flippen alle aus. Da lässt sich sogar der schweigsame Drummer zu einem "Danke" hinreißen. O-Ton Hanno: "Das war das erste Mal, dass Erinc was auf der Bühne gesagt hat!"
Mit zwei Leuten eine doch recht große Bühne füllen ist ja schon Kunst, zumal das fürs Auge ungewohnt seitlich ausgerichtete Schlagzeug eher an einen bedrückenden Proberaum erinnert. Aber hey, der Sound füllt nicht nur Bühne sondern den ganzen Laden. Die Leute werden zusätzlich noch mit besagtem Wodka gefüllt, aber der ist schon nach kürzester Zeit geleert.
Der Rücken bildet einen nahezu perfekten Halbmond.
Kurz zur neuen Platte: "Ode To The Flame" erschien vergangenen Freitag, ist wie erwartet ein Höllenschlundbastard, aber braucht bei mir noch ein paar Durchläufe. Live zumindest sind es eher die älteren Stücke, die mich in ihren Bann ziehen, und, abgesehen vom Vorab-Song "Era Borealis", geht das auch den restlichen Zuschauern so.
Ist halt schwierig, so Releasekonzerte vor fremden Publikum in einer fremden Stadt. Aber die Zuschauer sind wohlgesonnen und so fliegen bald die Oberkörper umher. An ein paar Stellen versucht man sich sogar im Mitsingen, aber das geht irgendwie im drohenden Gebrodel der Gitarre unter.
Eigentlich wollte ich dieses Foto mit Hammerhead-Patch perspektivisch so hinkriegen, dass ein neben der Bühne stehendes Hammerhead-Mitglied mit aufs Bild passt. Aber dazu reichen meine nicht vorhandenen Skills oder mein ebenfalls nicht vorhandenes Weitwinkelobjektiv wohl doch nicht. Belassen wir es also dabei.
Apropos Skills: Hier ein schnelles Action-Foto.
Fazit: Mantar sind einfach der Ton gewordene Stoß in den Magen. Verdammt gutes Konzert, sehr mitreißend, gibt echt schlimmere Arten seinen Mittwoch Abend zu verbringen. Mal schauen, wie weit es die Band noch führt, das Ende der Fahnenstange scheint da noch lange nicht erreicht!

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