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Pfingst Open Air: Donots, Zugezogen Maskulin, LGoony, Golf, Love A, Drangsal, 16.05.2016 in Essen, Ehem. Strandbad im Löwental - Bericht von Zwen

Pfingst Open Air, 16.05.2016 in Essen

Gestern im AZ hatten wir ja bei der Bierschinken-Hauptversammlung darüber diskutiert, ob man heute hier hinfahren sollte und wer sich welche Bands reintun muss. Naja, spätestens als ich dann bei Love A immer noch niemanden von Bierschinken gesehen habe, wird mir klar, dass es mal wieder an mir hängen bleibt. Wie dem auch sei, als wir in Essen-Werden ankommen, haben wir die große Rettungsaktion gerade verpasst. Wir sehen eigentlich nur noch Absperrband und Krankenwagen, dann halt weiter Richtung Eingang.
Zunächst mal ein Lob ans Festival. Die Einlasskontrollen sind, zumindest bei mir, wirklich sehr entspannt, die Securitys sind ziemlich freundlich und die Schlange doch eher kurz. Nachtrag: Früh kommen lohnt sich, die Schlangen waren wohl zu späterer Zeit deutlich(!) länger und irgendwann wurde, wie mir zugetragen wurde, auch ganz zu gemacht.
Somit kommen wir auch pünktlich zu GOLF und das obwohl wir sie nicht mal sehen wollten. Andererseits, welche Band wollten wir heute schon sehen? 
Musikalisch ist das so ein Alternative-/Progressive-Zeug. Die Lieder tragen Titel wie "Wasser" oder "Pingpong" und die Musik an sich ist so was Seichtes. Erinnert sehr stark an Bilderbuch.
Wer mich kennt, weiß ich, dass ich mit diesem Genre nichts anfangen kann, aber so einfach nur zur Untermalung des schönen Tages, ist das schon okay. Mir fällt übrigens noch auf, dass ziemlich viele Samples verwendet werden und Golf sollen damit heute auch nicht die einzige Band bleiben. Die Sache mit dem Sampeln ist wohl momentan einfach wieder ziemlich angesagt.
Als ich das Banner von LOVE A sehe, empfinde ich auch so etwas wie Love, aber das war dann auch schon das Beste am ganzen Auftritt. 
Ne, zu diesem Zeitpunkt dachte ich ja auch, dass meine werten Kollegen anwesend seien und irgendwo vorne abfeiern. Ich muss mir das bestimmt nicht geben und bleibe lieber hier hinten sitzen. Irgendwie beschleicht mich aber so ein blödes Gefühl, weshalb ich doch lieber noch ein/zwei Fotos mache.
...und da meine Kollegen ja nicht da sind, kann ich mich jetzt mal in aller Ruhe auskotzen. Ich kann nämlich den Hype, der hier in der Redaktion um diese Band gemacht wird, wahrlich nicht verstehen.
Absolut langweiliger Emo-Punk, der gemächlich in der Fahrrinne von Turbostaat und EA80 schippert. Der Gesang steht irgendwie viel zu sehr im Vordergrund, dafür dass er jetzt gar nicht mal so geil ist, wobei ich wahrscheinlich die Instrumente auch blöd finden würde, wenn sie mehr im Vordergrund stehen würden. Egal, ich sitze das jetzt einfach aus und versuche Love A so gut wie möglich zu ignorieren. 
Na gut, noch ein Blick aufs Banner, dann ist aber auch gut.
Als nächstes spielen dann DRANGSAL, deren Musik ich als 80s-Pop mit ganz leichten Doom-Elementen bezeichnen möchte. Ein ganz kleines bisschen wie Phil Collins.
Gefällt mir aber gut und ist außerdem die erste Band bei der ich heute nicht bewusst versuche, wegzuhören.
Es sei übrigens noch erwähnt, dass der Sound hier wirklich hervorragend ist. Den Gesang versteht man - wenn man ihn denn hören will - super, alles ist perfekt eingestimmt und der Bass knallt ordentlich.
Apropos fetter Bass; dieser knallt gerade ordentlich und ich meine wirklich (!) ordentlich über den Platz. Dieser Bass und der Satz "Er ist so'n kleiner Money Boy" haben mich jetzt aber wirklich neugierig auf LGOONY gemacht. Heute wird der Auftritt übrigens begleitet vom Rapper-Kollegen  JUICY GAY.
Joa, der Money Boy-Vergleich hinkt wirklich kein Stück. LGoony sieht wirklich aus wie die 15-jährige Kopie des Boys. Zumindest wird hier auch auf ganz ähnliche Art von Gucci und schnellen Autos gesungen und einen Shout Out an den Boy gibt es auch. Aber wie das nun mal so ist: Wirklich geil ist eine absolute Kopie einfach nicht.
Nichtsdestotrotz feiert das Publikum. Allen voran der junge Mann hier im Bild. Diesbezüglich kommt auch oft eine Respektansage seitens der Bühne. Läuft!
In der Umbaupause zwischen LGooney und ZUGEZOGEN MASKULIN beleidigt wohl irgendein 13-jähriger einen 14-jährigen. Das bedeutet Stress! Ich biete an, beiden eine Respektschelle zu verpassen, damit ich in dieser Dorfkirmes-ähnlichen Atmosphäre auch endlich mal ein paar Respektpunkte für das Kettenkarussell bekomme, da rennt der eine schon weg. Mist! Naja, fahre ich halt eine Runde mit dem hier im Bild zu sehenden Tretboot.
Dann aber schnell zur Bühne, denn Zugezogen Maskulin fangen an. Im Vorfeld habe ich ja wirklich nur Positives gehört und außerdem ist das heute wirklich der einzige Act, der mich ansatzweise interessiert.
Und was soll ich sagen: Absolute Überraschung und diesmal tatsächlich im positiven Sinne! Was Grim104 und Testo da auf der Bühne abfeiern ist echt die absolute Live-Granate. Sowohl musikalisch, wie auch von der Performance ist das wirklich genau mein Metier. Immer schön auf die Zwölf!
Man muss hier, denke ich, schon mal den Namen K.I.Z. droppen, aber im Gegensatz zu LGoony ist das hier nicht bloß eine etwas lame Kopie des Originals, nein, zumindest textlich haben die beiden Rapper das Quartett schon teilweise überholt.
Die Assi-Proll-Attitüde ist hier ebenfalls eine intelligente Persiflage auf gewisse HipHop-Interpreten, die das tatsächlich ernst meinen.
Außerdem gibt es ein absolutes Hitfeuerwerk, welches aus Tracks wie "Plattenbau O.S.T.", "Alles Brennt", "Endlich wieder Krieg", "Agenturensohn" und "Grauweißer Rauch" besteht. Ja, haben die überhaupt schlechte Lieder?!
LGoony wird dann auch noch für ein Featuring gerufen. Keine Ahnung, irgendwie sieht er aus wie dieser REWE-Praktikant, der immer gerufen wird, wenn der Pfandautomat mal kaputt ist, weil er der einzige ist, dessen Hände klein genug für den Job sind. Neben den Kaputtmachern von ZM wirkt er auch genau so. Irgendwie überfordert und fehl am Platz. Halt wie bestellt und nicht abgeholt. Naja, ist ja nur für einen Song, dann darfste wieder nach Hause, Jung.
Neben der Bühne steht übrigens die Antilopen-Gang. Ein Featuring gibt es aber leider nicht. Schade!
Mal ehrlich, Rauch ist so Audiolith 2012
Nach diesem großartigen Auftritt von ZM kann es ja wirklich nur noch schlechter werden, aber dass die DONOTS so eine ätzende Band sind, wer hätte das gedacht?
Im Vorfeld beschließen wir, weit nach hinten zu gehen und uns auch maximal die Hälfte des Auftritts zu geben. Nun gut, gesagt getan, ab nach hinten. Vorne beginnt derweil die Wir-Reißen-Alles-Ab-Party. Zugegeben, wäre ich ein Fan der Band, würde ich das wohl auch feiern. So bin ich dies jedoch nicht und ärgere mich stattdessen über Ingos nervige mal krächzige, mal nästelnde, mal poppige Stimme und diese unsagbar peinlichen Malle-Party-Spielchen, wie "Wir sind hier ja im Ruhrpott, deswegen will ich ein paar Circle-Potts sehen". 
Immerhin gibt es auch Ansagen, die positiv herausstechen und sich gegen Nazis und Fremdenfeinde richten und an anderer Stelle dafür plädieren, dass man Refugees willkommen heißen sollte. Sowas ist gerade in einer Zeit, wo eine gewisse Frankfurter Kackband ihr Comeback feiert und trotz den wirklich unendlich dreisten Eintrittspreisen, ihre Hallen wohl zu füllen weiß, gut zu hören.
Ansonsten ärgere ich mich gerade über alle Maßen, dass wir eine Person in unseren Reihen haben, welche die Donots gut findet. Ansonsten wären wir nämlich schon nach fünf Minuten gegangen. Ach ja, gespielt wird übrigens unter anderem "Dann ohne mich", "Stop The Clocks" und "Westerland" von Die Ärzte.
Ich will hier weg und habe schlechte Laune. Hör auf zu grinsen, Ingo!
Irgendwann werden meine Stoßgebete dann erhört und wir können endlich gehen. Hier sieht man mal eine geniale Idee: Um ein paar Male weniger den Krankenwagen rufen zu müssen, wurden diese Pfeiler vorsorglich mit Schaumstoff umwickelt. Sowas sollte man definitiv überall und immer machen.
Als wir dann in der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof sitzen, befinden sich uns gegenüber auf den Sitzen auch ein paar Festivalidioten, die uns und andere Leute beständig nerven. "Könnt ihr mit euren Handys auch Musik machen?", "Warum wollt ihr nicht mit uns singen, klatschen und tanzen?", "Seid ihr auch so gut drauf?". Irgendwann wird das dann aber ein paar anderen Leuten im Vierersitz neben uns zu bunt und es wird mit Schlägen gedroht. Die Idioten - plötzlich sehr kleinlaut - entschuldigen sich sofort und beteuern aufzuhören. Irgendwie haben diese Open Air Festivals ja wirklich etwas von Kirmes.

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Coco
(Coco)
20.05.2016 12:30
Entschuldigung! Wir waren sogar schon am Bahnhof. Aber wir waren schon etwas zu spät für meine geliebten Love A ...und dann hat Mr. H. von seinem Hupsi-Flupsi-Telefon vorgelesen, dass das Gelände schon arg voll sei und bald schon ein erster Einlassstop statt finden wird. Und als dann die Bahn kam, war sie so voll, dass die Kirmesgäste schon an den Scheiben klebten. Da sind wir wieder heim gedackelt!
Zwen
(Zwen)
21.05.2016 21:57
Also war es tatsächlich später so mega-voll.

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