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Peter And The Test Tube Babies, Berlin Blackouts, 18.12.2016 in Münster, Café Sputnik - Bericht von Peter

Peter And The Test Tube Babies, 18.12.2016 in Münster

Es ist Sonntag und ich war arbeiten. Beides lässt in mir den starken Wunsch nach ein paar Stunden Sofa aufkommen, aber ich hab mich schon vor einiger Zeit mit meinem Bruder verabredet, in Münster auf das Konzert von Peter & the Testtube Babies zu gehen. Ich entschließe mich dagegen, auf meines Buders flauschiger Couch zu nächtigen und setze mich hingegen ans Steuer. Zugfahren auf einem Sonntagabend nach Münster und zurück ist mir definitiv zu kostspielig und langwierig, gerade vor dem Rückweg graut es mir. Für meinen Bruder wird es heute das erste Peter & the Test Tube Babies Konzert, ich habe aufgehört zu zählen wie oft ich sie schon gesehen habe. Die letzten Male waren allerdings nicht so mega spektakulär, ich erinnere mich da an ein schlecht besuchtes und langweiliges Konzert im Turock in Essen, zu allem Überfluss mit einer schlimm kranken Begleitung und an Auftritte auf dem Ruhrpott Rodeo am frühen Nachmittag. Aber die Zeit, in denen ich die Band zu einer meiner Top 10 Lieblingsbands gezählt habe liegt nun auch schon fast über 15 Jahre zurück. Damals feierten meine Kumpels und ich die Alben "Pissed & Proud", "Mating Sound of South American Frogs", das deutlich jüngere "Supermodels" und mit Einschränkungen "Soberphobia" hart ab. Bei keiner Party durfte "Jinx", "banned from the Pubs", "blown out again" und "intensiv care" fehlen. Diese Songs und viele andere sind zwar immer noch der Hammer, aber mit ihren letzten Alben wie zum Beispiel "a Foot full of Bullets" konnten sie mich überhaupt nicht mehr begeistern.
Mit angereist im chicen Nightliner, um heute den Support zu machen, sind die BERLIN BLACKOUTS. Wo die wohl herkommen, bestimmt aus Bielefeld. Muhahaha! Der Sänger ist dann aber schnell als der von der Berliner Band RADIO DEAD ONES identifiziert. Seltsam! Also vielleicht doch Berlin? Spaß bei Seite, um die Band kam man quasi gar nicht herum, wenn man wie ich einen Newsletter vom Berliner Plattenladen/Versandhandel Core-Tex hat.
Das dargebotene geht in die gleiche Richtung wie die Outputs von besagten RADIO DEAD ONES. Mid-Tempo Streetpunk mit Chören und viel Melodie. Eine Mischpoke aus U.S. Bombs, Bombshell Rocks und One Man Army. Sie machen ihre Sache aber durchweg gut und haben keinen Ausfall im Programm. Der zweistimmige Gesang ist gut getimed und die Stimmen der beiden Gitarristen, mal röhrig, leicht angeOi!t und mal rotzig bis klagend, ergänzen sich ganz gut. Schade dass die Bassistin gesanglich nicht auch noch öfter etwas dazu beiträgt.
Neues Album haben sie wohl auch draußen, mir juckt sofort das Portemonnaie in der Tasche. Aber ich weiß mich heute ausnahmsweise mal, vermutlich auch dank meiner Nüchternheit, zu beherrschen. Ich glaube live sagt mir das Ganze auch mehr zu als auf Platte. Den Leuten gefällt es auch und langsam füllt sich der Raum. Wie zu erwarten liegt der Altersdurchschnitt irgendwo bei Ende. Die paar jungen Leute, abzüglich meines Bruders und mir, die im Publikum zu finden sind, kann man an einer Hand abzählen. Nun gut ist klar, alte Band - alte Fans! Gut dass sich der Veranstalter für das Cafe-Sputnik entschieden hat, nebenan in der Sputnikhalle wäre es sicher zu leer gewesen.
Nach kurzer Verschnaufspause oder Raucherpause geht es flott weiter mit dem Hauptact. Finde ich an einem Sonntag oder unter der Woche immer sehr nett, wenn die ganze Veranstaltung nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Mein Namensvetter und seine Mannen haben sich wie auf jeder jährlichen Weihnachtstournee prächtig in Schale geworfen. Das Motto lautet diesmal "Presidental Election". Sänger Peter kommt im, perfekt auf seinen Körper zugeschnittenen, Donald Trump Kostüm auf die Bühne. Außerdem haben wir da noch eine Lady Liberty, einen Uncle Sam und einen Abraham Lincoln. Der Bassist scheint eine Vorliebe für  Gewänder zu haben, vor ein paar Jahren hab ich ihn schonmal als Buddhistischer-Mönch gesehen, wenn ich mich recht entsinne. Mensch, muss das jucken unter Uncle Sams Bart. Vermutlich hielt er es deswegen nur ein paar Songs lang aus, ihn zu tragen.
Eine Neuerung beinhaltet der Auftritt heute, im Hintergrund läuft die ganze Zeit über ein "Film" mit Szenen von amerikanischen Präsidenten, dem Wahlkampf, etc. Das ganze im dilettantischen Schnipsel-Baukasten-D.I.Y.-Stil. Mal mehr, mal weniger gekonnt passen diese sogar zu den gespielten Liedern. Die Message die rübergebracht werden soll ist klar: alles Schweine, egal ob Clinton, Trump, Bush oder Obama, letztendlich geht es allen doch nur um Geld und Macht. Stellenweise kommt die Message dann auch in schriftlicher und mit dem "Holzhammer", in kurzen Parolen wie Trumpism = Nazism oder FUCK THE USA. Das "Wie" finde ich allerdings recht stumpf und zum Teil zum Fremdschämen. Bei Bildern von Obama und rieselnden Dollarscheinen kommen mir unweigerlich Erinnerungen an gruselige Videos von irgendwelchen Verschwörungstheoretikern in den Sinn und bei Fotomontagen von Hillary Clinton mit Sperma im Mund und Pimmel in der Hand oder Bill Clinton mit einer nackten Monica Lewinsky im Arm kann ich nur peinlich berührt zu Boden schauen. Die um einiges älteren Leute, die um mich herum stehen, sind sich aber nicht zu alt um darüber zu lachen. Auch nicht zu alt scheinen sie sich für ausgelassenen Blutpogo zu sein. Dabei wollen es manche nochmal so dermaßen wissen und scheppern des Öfteren mit den Köpfen zusammen und landen danach auf dem kalten, harten und nassen Boden. Das gibt sicher Kopfschmerzen, die bekomme ich mit der Zeit vom "Film" an dem sich nicht vorbei gucken, beziehungsweise der sich nicht ignorieren lässt, was mich schon sehr vom Auftritt ablenkt.
Die Setlist hält kaum Überraschungen bereit, geboten wird "moped lads", "banned from the pubs","maniac", "up yer bum" und "keep britain untidy" vom ersten Album. Viel von "Mating Sounds of South American Frogs" wie zum Beispiel, "Jinx", "Blown out again" und "(Cant wait until) September PART 1" bei dem natürlich wieder Bilder vom 11. September und brennenden USA Flaggen gezeigt werden. Ich finde es, nun ja, ziemlich grenzwertig.
Von der Soberphobia gibts "Spirit of Keith Monn" und von der Supermodels" "Shake my world" zu hören. Also fast alle Hits zu hören. Ich hätte mir nur noch "Intensive care", "Zombies creeping flesh" und vieleicht noch "Supermodels" gewünscht. Vielleicht nächstes mal, anstatt dem öden "Elvis is Dead" als Zugabe. Nach dem Auftritt geht es ohne große Umschweife zurück zum Auto und in einer rekordverdächtigen Zeit zurück nach Dortmund, wo ich glücklich in mein Bett falle.

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