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Kevin Devine, Laura Stevenson, 16.01.2017 in Köln, Underground - Bericht von mrks

Kevin Devine & the Goddamn Band, 16.01.2017 in Köln

Ich habe eine Liste von Bands im Kopf, bei denen ich fast sicher bin, sie sehr gut leiden zu können, obwohl ich diese Bands noch gar nicht ausgecheckt hab. 
Diese Vermutung basiert meist auf Empfehlungen von Freundinnen und Freunden oder einfach weil ich die Plattencover mag oder eine Vorgängerband mochte. Das braucht dann immer einen passenden Moment, damit ich mich gebürtig mit der jeweiligen Band beschäftigen kann. Kevin Devine steht auf dieser Liste schon seit anno 1602, aber so richtig Gelegenheit, mich mehr als oberflächlich mit ihm zu befassen, hatte ich noch nicht. Heute spielt er im Underground und ich darf Gästeliste +1 wenn ich verspreche, einen passablen Bericht und ein Interview mit Kevin für den Bierschinken zu verfassen. 
Zum Glück kommt Rob mit und hat sowohl eine Kamera dabei, als auch ein paar Fragen in Petto. Damit rettet er das Interview und mich vor einigen Peinlichkeiten. Ich hab noch nie ein Interview geführt, müsst ihr wissen. Gegen 18 Uhr erreichen Mareike und ich das Underground in unserer Karre, parken sie nebenan bei Netto und finden Rob dann eingeklemmt zwischen zwei Kickertischen in Nähe der Bar. Wenig später gehen wir in den Backstageraum und unterhalten uns entspannt mit Kevin Devine über alles Mögliche. Er ist wirklich ein angenehmer Gesprächspartner. Humor, Lebensweisheiten, Unsicherheiten, Selbstsicherheit, alles vorhanden. Laura Stevenson stimmt währenddessen ihre Klampfe. Wenig später eröffnet sie den Abend welcher den Tourauftakt einer 14-tägigen Europatour darstellt. 
Hab mir im Vorfeld noch nie was von ihr angehört, obwohl ich den Namen bestimmt schon tausend Mal gelesen habe. Klingt aber exakt so wie ich mir das vorgestellt hätte. Laura Stevenson zupft verträumt auf ihrer Akustischen und singt dazu mit einer wirklich beeindruckenden Stimme, die sowohl O.C. California Stimmung als auch Gesangsunterrichtsvibe, aber auch bisschen Castingshow transportiert. Das liegt an ihren vielen "ohoohooos", die mich ehrlich gesagt ein wenig stören. Ansonsten sind die Songs nämlich eine Ohrenweide.
Naja,  halt nicht ganz meine Baustelle. Ihre Ansagen sind gelegentlich sehr witzig und lassen einen guten Sinn für entspannte Jokes bei Frau Stevenson vermuten. Der Typ vor mir hält seine Begleitung von hinten umarmt, wippt verliebt im Takt mit, spielt auf ihrer Schulter aber heimlich Candy Crush. Donnerwetter, ich hab`s sogar fotografiert, aber nur mit meinem Nokia 105 und da is die Bildqualität so mies, die ist nichtmal bierschinkentauglich. 
Ich glaube, ich schau mir Laura noch mal an, wenn sie mit ihrer Band The Cans in der Gegend ist, das stell ich mir gut vor. Also das heute Gehörte plus Band.
Kevin Devine's up next. Kommt auf die Bühne mit Holzfällerswag und einer Gitarre in der 90er Trendfarbe "Surf Green". Sieht man heute ja selten, diese Farbe.
Den Opener bestreitet Kevin noch ohne die Goddamn Band. Spannungsbogen und so. Am Ende kommen bestimmt auch noch ein zwei Songs ohne die Goddamn Band, denke ich so bei mir.
Goddamn, da ist die Goddamn Band. Ich kann's nicht fassen wie druckvoll das Gesamtpaket klingt.
Ist das immer so im Underground? Es ist schier unmöglich das Kniegelenk bei dieser knalligen Bassdrum still zu halten. Die Kölner schaffen das zum größten Teil natürlich doch, die sind darin geübt. Cool bleiben, egal wie doll die Bassdrum knallt.
Kurze Beschreibung Kevin Devin & the Goddamn Band in Live: Bumm Bumm Tschak 4/4 Takt 100 bpm schätze ich, dazu Fuzzgitarre und angeknarzter Bass. Immer schön auf die Bassdrum gespielt. Melodie, Ekstase, nicht nur die Farbe der Gitarre erinnert an die 90er, bzw frühen 2000er. Kevins Stimme verschwindet manchmal im Mix, nur um dann mit voller Wucht wider durchzubrechen. Dreistimmiger Harmoniegesang. Das klingt wie im Himmel. Das Ganze klingt treibender als so manche Hardcorepunkband, dabei ist das doch nur so ein Singer/Songwriter mit Backing Band oder?
Im Repertoire befinden sich dank insgesamt 9 Studioalben plus Vorgängerband MIRACLE OF 86 und diversen EPs genügend Hits für mindestens 5 Stunden Premium Indierock. Als Anspieltipp würde ich das Album BUBBLEGUM von 2013 empfehlen, aber auch das aktuelle Album INSTIGATOR lässt sich durchhören ohne skippen zu wollen. Live spielen sich die drei New Yorker einmal quer durch alle Schaffensphasen des Kevin Devine.
Leider haben wir keine Sprünge fotografiert, davon gabs nämlich einige. Devine hüpft, wenn er gerade nicht singt, wie ein Flummi über die Bühne und wirkt dabei als wäre seit Aufnahme des Coverfotos zu INSTIGATOR kein Jahr vergangen. Das hier ist jetzt schon ein Anwärter auf mein Konzert des Jahres. Energiegeladen wie eine Teslaspule. Und als Kevin Devine, wie vermutet, die letzten zwei Songs nochmal ohne die Goddamn Band bestreitet, bin ich sicher nicht der Einzige, der sich wünscht, Devine würde noch 3 Stunden weiterspielen. Danach wär dann aber auch mal gut, ist ja schließlich Montag, goddamn.
Ein gelungener Abend würd ich sagen, danke an Laura Stevenson und Kevin, sowie Underdog Records und Union Fleet, die diese Show auf die Beine gestellt haben. Bis zum 14.02.2017 habt ihr noch die Chance, euch Kevin in Europa anzuschauen. Oder ihr wartet einfach bis er Ende des Jahres zurück nach Köln kommt und begleitet uns dann dahin. Ich kanns wirklich nur wärrrrrmstens empfehlen! 

Das Interview mit Kevin Devine findet ihr hier.

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