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Schrottgrenze, 24.02.2017 in Essen, Zeche Carl - Bericht von Fö

Schrottgrenze, 24.02.2017 in Essen

Da hätten wir wieder mal so einen Tag, an dem konzertmäßig so einiges geht aaaber diesmal fällt die Entscheidung eigentlich gar nicht so schwer: Ich folge lediglich der Stimme des Herzens (Kitschbonus ausnutzen!) und besuche meine Jugendliebe Schrottgrenze im malerischen Altenessen. Die habe ich ja seit der Reunion schon hier und da mal gesehen, aber nun auch mal mit neuem Material, das klingt doch spannend!
Alle Jubeljahre kommt es ja doch mal vor, dass ein lohnenswertes Konzert in der Zeche Carl stattfindet. Früher war das häufiger der Fall, aber um früher soll's ja hier nicht gehen, auch wenn die Musik der Gruppe Schrottgrenze für eine ziemlich prägende Zeit in meiner Vergangenheit steht. Uiuiui, pathetisch oder? Egal, Schrottgrenze haben ein neues Album draußen und das ist, entgegen aller Erwartungen, tatsächlich klasse geworden - was die Entscheidung um einiges einfacher macht, einen zweistelligen Betrag für ein Konzert ohne Vorband auszugeben. Das fällt bei einigen anderen Reunion-Bands schon um einiges schwerer.
An dieser Stelle noch schöne Grüße an den Barkeeper, der uns den ersten Lacher des Tages einbrachte, als er vorm Konzert fragte: "Die sollen so Pop-Punk machen, ist das sowas wie Kraftklub?" - und den zweiten Lacher direkt hinterher, nachdem ich die melodischen Gesangslinien erwähnte: "Ach, die SINGEN?"
Als wir reinkommen, herrscht noch gähnende Leere - irgendwie beängstigend. Anscheinend rechnet keiner damit, dass der angekündigte Konzertbeginn um 20 Uhr tatsächlich eingehalten wird. Zumal es keine Vorband gibt, was ich immer etwas schade finde. Selbst die grottigste Indie-Band fänd ich spannender als die Pausenmusik der Zeche Carl, aber nunja. Tatsächlicher Beginn dann gegen 20:30, nach kurzem Intro als Vorgeplänkel.
Und, ja, ähm, was soll ich sagen? Das war ein wahrlich tolles Konzert! Hätte ja nicht erwartet, dass mich das nochmal so packt - insbesondere, wenn mir jemand die Setlist verraten hätte. Die fokussiert sich am Anfang nämlich nahezu ausschließlich auf neues Material. Was ich heute aber gar nicht so schlimm finde, sofern "neu" bedeutet, dass es vom aktuellen Album stammt und nicht etwa von den letzten beiden, die ich damals (also vor gut 10 Jahren) so scheiße fand, dass ich mir Schrottgrenze nicht mehr live geben wollte.
Heute bin ich natürlich gnädiger gestimmt. Vom 2007er Machwerk "Schrottism" wird nur ein Song gespielt, von der "Chateau Schrottgrenze" ein paar mehr, aber dafür die guten ("Am gleichen Meer", "Fotolabor"). Ansonsten gilt aber erstmal volle Konzentration auf "Glitzer auf Beton"! Ein durchweg tolles Album mit sehr schönen Melodien, auf dem mir lediglich 2-3 Überhits fehlen.
Zugegeben, "Sterne" ist schon ein kleiner Hit (hier dezent visualisiert durch den Sternenteppich-Background), etwas parolen-lastig zwar - aber einen echten Deutschpunk-Hörer stört sowas ja nicht, zumal sich der Deutschpunk-Hörer ja umso mehr über ne klare Message im Song freut.
Andre meint noch, "Ostern" sei ein Hit, aber da bin ich skeptisch. Was auf Platz 1 der Campuscharts landet, kann kein Hit sein.
Aber ums nochmal zu erwähnen: Die neuen Stücke stören mich zu keiner Sekunde! Es gibt derzeit so viele unfassbar langweilige und öde Indie-Bands im Lande, da kommt neues Material von Schrottgrenze eigentlich genau richtig.
Aber ich bin eben doch Nostalgiker, und so freue ich mich dann doch über nen kleinen Bruch in der Setlist, als das Augenmerk vermehrt auf "älteres" Material gerichtet wird. "In deiner Wohnung sieht's wüst aus" und "Belladonna" zum Beispiel. Großartig! Wie hab ich die EP damals rauf und runter gehört.
Schönes Konzert, auch wenn ich etwas zwischen "die neuen Sachen sind klasse" und "die alten Sachen sind besser" schwanke.
 So 3-4 (oder 4-5? Oder, sagen wir mal, 12-13?) Lieder von der "Super." hätte ich superduper gefunden. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Obwohl einige Besucher des Abends das natürlich anders sehen.
Ist übrigens doch noch recht gut gefüllt, auch wenn der angekündigte Moshpit zum alten Gothenhauer "Schwärze" sich etwas verlief. Man hat's nicht einfach in Essen. Alex freut sich übrigens merklich darüber, in der Stadt von Kreator und Sodom zu spielen - aber damit kann man das Essener Publikums nicht beeindrucken. Auf Haukes Frage, wie oft man sich hier Scherze über die Thrashmetal-Größen anhören muss, kommt lediglich ein trockenes "nur von euch!" zurück. Haha!
So. Und wieder ein Bruch in der Setlist! Nämlich indem die Band von der Bühne geht. Ein Ritual, das jedem Besucher von Rockkonzerten vertraut ist. Glücklicherweise auch der Band, also startet anschließend die Zugabe. Mit dem schönsten Lied, das Schrottgrenze je geschrieben haben: "A7"! Irre gut! Vorgetragen von Alex alleine. Ich bin sehr gerührt.
Verzeihung, ich sollte nicht mit Superlativen um mich werfen, Schrottgrenze haben einige schönste Lieder geschrieben. Außerdem war "A7" von Fingers, oder? Aber egal, was sagt ihr zu "The Laird Of John O'Groats" und "Jörg Heiss' neues Auto"? Das ist doch mal ne Ansage! Jetzt noch ein Lied von der "Super.", bitte. Irgendeins!
Kommt nicht. Schade. Stattdessen "Lila will heim" und "Gib mir Reibung", mal so eben der gierigen Meute vor den Latz geknallt. Da kommt auch endlich mal der berüchtigte Altenessener Todesmoshpit! Naja, zumindest kommt hier keiner mehr auf die Idee, im Takt (oder wahlweise gegen den Takt) mitzuklatschen. Widerlich sowas.
Fazit: Bestes Schrottgrenze-Konzert, dem ich seit ungefähr 12 Jahren beiwohnen durfte. Weiter so! Viel viel weitergehen! Das nächste Mal auch gerne 3 Stunden Spielzeit, statt wie heute gut die Hälfte. Geile Songs hat die Band ja genug.
Toller Konzertabend, viele Leute wiedergetroffen

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