Start Shows Berichte Rezis Kalender Members Kontakt
Login: BS-Nummer oder Email: Passwort: | | Passwort vergessen?
Berkelterror Festival 2017: ill!, Komplex, Sickbag, Baugebietboys, Frantic Age, Kellerasseln, GAES, Pogendroblem, Schimmel, XLangenX, Augen, Frostitudes, Gloom Sleeper, 7. - 8.7.2017 in Coesfeld, Pampa - Bericht von Peter

Berkelterror Festival 2017, 07.7. - 08.7.2017 in Coesfeld 

Das Berkelterror D.I.Y. Festival im ländlichen Coesfeld im Münsterland geht dieses Jahr in die dritte Runde und ist die coolste Privatveranstaltung der ich dieses Jahr beiwohnen darf. Yeahhhhiii! Da das letzte Mal so schön war, liegt der Gedanke niciht fern, dem sympathischen und familiären Festival erneut einen Besuch abzustatten. Gesagt, getan! Freitag gegen Abend machen wir uns mit mehreren Wagenladungen feierwütigen Kaputten auf den Weg.
Auf dem überschaubaren Zeltplatz ist der Rest der Truppe nach unserer Ankunft schnell gefunden. Wie man gut auf dem Foto sieht, ist auch noch genügend Platz zum Zelten vorhanden. Dies ändert sich leider in den nächsten Tagen nur wenig. Da ist ja ganz praktisch, dass die meisten der Bands auch auf dem Festival campieren. Da sich Thomas' Zelt erfolgreich dagegen sträubt, aufgebaut zu werden und irgendwann gleich 4 Leute auf den Plan ruft, bis es endlich steht, verpassen wir ILL. Die Münsteraner machen heute Abend den Beginn und ihr Fastcore-Gebretter ist auch ohne Weiteres von der Scheune bis zu uns auf dem hinterletzten Stück Wiese zu hören.
Danach wird erstmal das überschaubare Gelände ausgecheckt. Die Konzerte finden wieder in einer zu beiden Seiten offenen Scheune statt, in der man auch die Theke findet. Dahinter, quasi im Garten, gibt es diesmal einen Cocktail-Stand, vegane Burger und einen kleinen Strand zum Baden an der "Berkel". Zudem einige Sitzgelegenheiten zum chillen und Vormittags servierten Coco und Ratta veganen Bruch. All you can eat und das zu einem Spottpreis. Auch neu ist die "Betonbola" bei der es geilen Scheiss wie CDs, LPs und T-Shirts zu gewinnen gibt, gesponsort von etlichen Lables. Der Erlös geht an Initiativen, die sich gegen den gerade parallel laufenden G20 Gipfel stellen. Wer eine Niete aus dem zur Lostrommel umfunktionierten Betonmischer zieht, bekommt zum Trost noch eine Niete für die Lederjacke. Schnell schließen sich die Lücken in meinem Nietengürtel. Glück in der Liebe, Pech im Spiel halt. Währenddessen spielen GAES, wieder so Powerviolence Geknüppel. Hört sich für mich nur nach "wahhhwahhha, gruunz grunzz" und "krach bumm schepper schepper" an. 
Leider verpasse ich POGENDROBLEM, da ich substanzinduziert meinem Bruder einen Knopf an die Backe labern muss. Der ist viel zu fertig um zu flüchten und lässt die endlose Geschichte über sich ergehen. Deshalb gibts hier weder ein Foto noch sonst was zum Auftritt. Aber wer Songs wie "Dippen im Nachtbus" schreibt, wird es mir wohl in diesem Fall nicht verübeln können. Trotzdem Schade, weil gute Band!
Erste Band die ich mir komplett anschauen möchte sind die KELLERASSELN aus Erfurt, die an diesem Wochenende mit Abstand die weiteste Anreise hatten. Ich würde jetzt gerne schreiben dass sich die lange Fahrt ja immerhin gelohnt hat. Aaaaber... nein! Ganz im Gegenteil! Leider liefert die Band, die heute den Headliner-Slot inne hat, eine komplett desaströse Vorstellung ab, denn ihr schrammeliger HC / Deutschpunk bereitet mir schon nach wenigen Songs Ohrenschmerzen. Nicht nur dass der Sänger so ein dermaßen nervtötendes Organ hat und die Musik wirklich stumpfes Geknüppel ist. Hinzu kommt noch dass jeder Song in einem wahren Feedback-Gewitter endet. Andauernd fiept und piept es ohrenbetäubend krass. Irgendwann, sogar während der Songs und nicht nur am Ende, so dass ich mich ernsthaft frage, was da schief läuft. Finden die das geil (wohl kaum)? Oder haben die ihre Verstärker und Instrumente nicht im Griff (das schon eher)? Oder können die da womöglich gar nichts für? Egal, es ist fürchterlich und nicht auszuhalten! Ich widme mich lieber wieder den Cocktails.  Das einzig positive am Auftritt ist der verdammt schnell zockende Drummer. 
Tag 2 beginnt mit einer ausgedehnten Fressorgie und anschließendem sich auf Pegel trinken. Mittlerweile sind auch die letzten Nachzügler unserer Gang eingetroffen, außerdem beginnen wir uns mit den Einheimischen anzufreunden.
Die BAUGEBIETBOYS läuten heute das musikalische Programm ein. Die Meinungen neben mir reichen von "hängengebliebene  Schülerband" bis "Bockt sich!", beides finde ich stark übertrieben. Aber für den Anfang geht es klar. Abzüge in der B-Note gibt es für das Shirt des Bassisten, das holt der Gitarrist rechts auf dem Bild aber wieder raus, indem er heute in Mamas Tischdecke anstatt einer Hose auftritt.
Matze findet es anscheinend ganz geil, oder tut zumindest glaubwürdig so! Ich bin weiterhin hin und her gerissen, gerade textlich ist es mir etwas zu flach. Wenn die Ansage wie folgt lautet: "das nächste Lied handelt nicht von Bier, sondern von etwas in dem man Bier kaltstellt, Refrigerator!". Dann kann man sich, glaube ich, denken welch tiefgreifende Lyrik einen im folgenden Song erwartet. Weitere Themen sind Zombies, Der Audi 80 des Sängers, Bier und ich glaub nochmal irgendwas mit Bier. Musikalisch hingegen ist ihr sägender Spät-Ramones-Punk mit rockigen, fast etwas metallischen Gitarren, eigentlich ganz unterhaltend und die Band macht einen sehr aufeinander eingespielten Eindruck. Gerade der Drummer ist immer schön auf den Punkt.
FRANTIC AGE aus Rheine sind für mich eine der Neuentdeckungen des Festivals und rückblickend irgendwie auch mein persönliches Highlight. Ihr sehr melodischer und trotzdem wütender Sound erinnert mich immer wieder an LEATHERFACE, nur mit weiblichen Gesang. Vielleicht hinkt der Vergleich auch, langsam machen sich die Cocktails bemerkbar. Sängerin Mareike hat auf jeden Fall ordentlich Power in der Stimme, soviel steht fest! Ich hoffe inständig auf einen baldigen Tonträger!
FROSTITUDES aus Essen, die personelle Überschneidungen mit den später spielenden SCHIMMEL haben, dürfen als nächstes ran. Es wird ein bisschen Kontrast-Programm geboten, anstatt harten Gitarren und Gebrüll, gibt's nun leicht poppigen beswingten Surf-Punk. Geht eigentlich ganz gut rein und passt zum guten Wetter. Während des Sets werden mehrfach die Instrumente getauscht, allerdings gibt es auch hier und da leichte Verspieler zu hören, ein Song muss sogar komplett abgebrochen werden. Aber das nimmt ihnen hier und heute niemand übel.
xLANGENx spielen als nächstes und erinnern mich stark an STEVE AUSTIN, falls die noch jemand kennt. Trashiger Grindcore und  Powerviolence-Gewixe mit bekloppten deutschen Texten. Ich bin raus! Da steht mir nicht der Sinn nach. Statt dessen knalle ich mich, wie der Rest unserer Truppe auf die Wiese, in die Sonne und brate etwas vor mich hin und tanke Energie für neue Missetaten.
Danach zieht es einen Teil wieder auf den Campingplatz, wo sie mit teils improvisierten und teils geliehenen Instrumenten eine irre Jam-Session starten. Es wird so ziemlich alles verwurstet, was den Musikern in den Sinn kommt, egal ob KÖNIG DER LÖWEN, WTZ oder ECHT. Wir krümmen uns vor Lachen, hätte ich da nur schon gewusst dass sich das Gejamme noch bis tief in die Nacht ziehen und mich somit auch die zweite Nacht den Schlaf kosten würde...
SICKBAG waren schon letztes Jahr beim Berkelterror am Start und vertreten recht spontan die ausgefallenen MITCH MUSCLE. Das Quartett versucht die Meute mit krawalligem und (natürlich) gesellschaftkritischem
 Deutschpunk vor die Bühne zu locken. Was ihnen auch relativ gut gelingt. 
Viel Zeit wird auch bei diesen zwei netten Herren verbracht, die dieses Wochenende den Cocktail-Stand schmeißen und neben Klassikern auch schmackhafte Neuschöpfungen wie den BERKELERROR im Gepäck haben. (Foto geklaut)
Irgendwann zwischendurch gibts noch modernen Hardcore von AUGEN, deren Sänger ununterbrochen vor der Bühne herumtigert.
KOMPLEX aus dem niederländischen Groningen sind die einzige Band aus dem Ausland, die im Line-Up zu finden sind, und sie übernehmen diese Rolle mit Bravur. Es wird sich nicht unnötig mit langen Ansagen aufgehalten, anstatt dessen gibt es von der ersten Note an direkt voll auf die Zwölf. Zu hören gibt es HC/Punk wie bei den ersten POISON IDEA Platten, gepaart mit einer Spur Crust. Geiles Brett! Schlagzeuger Antenor ließ mir im Nachhinein noch einige der hier verwendeten Bilder zukommen (die Guten in s/w). Dafür geht an dieser Stelle nochmal ein dickes Danke raus!
Der Abend neigt sich dem Ende zu und als vorletzte Band spielen nun SCHIMMEL aus Essen. Die machen so Lo-Fi Schrammel Punk der Marke SHOCKS oder FRONT inklusive deutschen Texten straight vonne Garage auffen Bauernhof. Definitiv ein weiteres Highlight am heutigen Abend. Wie bereits erwähnt, besteht ein inzestoides Geflecht zu den FROSTITUDES.
Letzte und wohl auch irgendwie professionellste Band sind GLOOM SLEEPER, leider gibt der Akku meiner Kamera kurz vorher den Geist auf und auch niemand sonst hat mal eben ein Smartphone zur Hand. Die Bielefelder von GLOOM SLEEPER spielen düsteren Post-Punk, bei dem immer wieder JOY DIVISON anklopfen. Deutlich im Vordergrund steht der klare und intensive Gesang des überaus charismatischen Sängers. Teils wavig, leicht verträumt aber auch gern mal etwas härter liefern die anderen drei Musiker hierzu den perfekten Rahmen. Von denen wird man bestimmt noch öfter hören!
Sonntagmorgen, nach ca 2 Stunden Schlaf. Ich fühle mich als wäre ich vor einen fahrenden Bus gelaufen! Aber das wars mal wieder wert! Wir packen unseren Kram und machen uns vom Hof! Danke, es war wunderbar! Man sieht sich hoffentlich nächstes Jahr!

Bitte hier klicken, um diese Seite bei Facebook zu liken oder zu teilen. Mehr Infos, wie wir mit Einbettungen von externen Anbietern umgehen, hier.

Berichte auf anderen Webseiten:

Kommentar eintragen:

Zwen
(Zwen)
19.07.2017 19:51
Nächstes Jahr bin ich dabei, versprochen!

Kommentar eintragen - Anmerkung, Kritik, Ergänzung

Name:

e-Mail:

Kommentar:
Deine Eingaben werden bis auf Widerruf gespeichert und für Nutzer der Seite sichtbar.
Die Angabe der Email-Adresse ist freiwillig und sie bleibt nur sichtbar für eingeloggte Nutzer.
Weitere Infos in unserer Datenschutzerklärung.

Location:

Zu den meisten Berichten werden nur ausgewählte Fotos verwendet.
Falls du mehr oder größere Bilder haben willst, wende dich an den Autor (Peter) oder nutze das Kontaktformular.
Dort kannst du dich auch melden, falls du mit der Veröffentlichung von Fotos, auf denen du zu sehen bist, nicht einverstanden sein solltest oder dich gar die Kommentare persönlich verletzen...
part of bierschinken.net
Impressum | Datenschutz