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Olgas Rock: Anti-Flag, 11.08.2017 in Oberhausen, Olga-Park - Bericht von der Redaktion

Anti-Flag beim Olgas Rock, 11.08.2017 in Oberhausen

Fö: Premiere für mich heute: Ich war noch nie beim Olgas Rock. Hat mich auch nie sonderlich gereizt, weil diese großen gratis-Festivals mir immer ein leichtes Zucken im Augenlid bescheren - zu groß, zu viele Menschen, und vor allem zu viele Menschen die eigentlich nur da sind, weil man da halt hin muss, und nicht weil sie sich für die Musik interessieren. Kann man jetzt dem Festival selbst nicht so vorwerfen, aber Massenaufläufe sind einfach nicht so meins. Vielleicht bin ich auch einfach nur Rheinkultur-geschädigt. Nunja. Heute ist zudem ein recht regnerischer Tag. Schlechtes Wetter gehört zu den miestesten Sachen, die einem Festival passieren können - insbesondere einem Gratis-Festival, weil nicht mal durch den Vorverkauf Einnahmen generiert wurden. Aber andererseits: wenn tatsächlich wegen dem Regen weniger Leute kommen - hey, Jackpot! Weniger Leute gleich mehr Spaß!
Zweite Premiere für mich heute: Ich glaube ich bin noch nie zu nem Festival gefahren, um nur eine Band zu sehen. Im Gegenteil find ich sowas eher ziemlich ignorant den anderen Bands gegenüber. Außerdem passiert es mir immer seltener, dass ich zu nem Festival fahre um den Headliner zu sehen. Kann ich heute also mal in ne ganz andere Welt eintauchen!
Schuldenberg sattelt das Auto, ich spring mit rein, und ab nach Oberhausen. Das Olgas Rock findet statt im Olga-Park. Hier war ich tatsächlich schonmal auf nem Festival, 2001 fand hier das "Resist Open Air" statt und war eine meiner schlimmsten Festivalerfahrungen (obwohl es nicht gratis war!). Alle Bands die wir sehen wollten hatten abgesagt, was von dem Veranstalter nirgends kommuniziert wurde, außerdem hing der Zeitplan total aus den Angeln, was ebenfalls null kommuniziert wurde. Also mussten wir uns son Schlonz wie H-Blockx antun, um überhaupt irgendwie den Ticketpreis rechtfertigen zu können. Als ich anschließend bei Facebook eine schlechte Bewertung abgeben wollte, musste ich feststellen, dass es Facebook noch gar nicht gab! Der Veranstalter hat sich trotzdem entschuldigt und meinte, wir kämen dafür im nächsten Jahr umsonst rein. Das Resist Open Air hat nie wieder stattgefunden.
Fö: Einzige Band die wir uns heute anschauen: ANTI-FLAG! Die kann man sich immer anschauen, das letzte Mal ist bei mir ja nun auch schon zwei Jahre her. Dafür lohnt sich doch die Anreise.
Schuldenberg: Wenn wir auch nur zu einer Band mehr gefahren wären, hätte ich einen Netflixabend gestartet.
Fö: Direkt beim zweiten oder dritten Song: Ein Stagediver im Rollstuhl. Ganz cool eigentlich. Zumindest angenehmer als 90% der anderen Stagediver, die mit fetten Springerstiefeln darum wetteifern zu scheinen, so viele Köpfe wie möglich zu treffen.
Schuldenberg: Ich muss dich korrigieren, dass waren keine Stagediver, sondern Crowdsurfer. Stagediver kommen von vorne und man kann sie sehen, wenn sie auf einen zu kommen. Wundert mich, dass in Zeiten der Selfies und Selbstdarstellung, das nicht noch viel populärer ist.
Fö: Anti-Flag spielen einen wirklich guten Auftritt! Nur sollte man bei Chris #2 langsam mal ne neue Kassette einlegen. Die Kommunikation mit dem Publikum, dieses ganze "Brothers and Sisters", das ist zwar alles gut gemeint und so, aber ich kann's einfach nicht mehr hören. Andererseits haben Anti-Flag immer noch mehr Aussage als komplette andere Festival-Billings. Kann doch nicht so schlecht um die Gesellschaft stehen, wenn eine Headliner-Band sich öffentlich gegen Afd und Trump richtet - und die Leute applaudieren.
Fö: Was da sonst so passiert ist super. Viel Bewegung auf der Bühne, viel Bewegung vor der Bühne, viele Hits, kein Song ohne tiefgehenden Mitgröl-Part.
Schuldenberg: Ich finde die Ansagen auch nervig, auch wenn es ja richtig ist, ist das einfach so uncool. Ein Glück, dass wir alle die George W. Bush Zeit hinter uns haben. Aber Anti-Flag liefern mal wieder eine unfassbare Show. Einfach nur wahnsinn, dafür nimmt man ja alles in Kauf. Die Songauswahl ist auch Klasse, obwohl viele Hits gar nicht gespielt wurden. Ein Merkmal einer guten Band: Nur Hits spielen und noch viele Hits im Köcher.
Fö: Nein das hier ist keine Massenpanik, sondern ein Circle Pit. Kommt auch ganz gut, sofern die Band auch dazu aufruft und die Songs dazu passen. Die lächerlichen Versuche vereinzelter Zuschauer, aus Eigeninitiative so einen neumodischen Circle-Wall of Death zu inszenieren, scheitern meistens daran, dass sich der aktuelle Song nicht dazu eignet - und die geöffneten Kreise dann einfach irgendwie verpuffen.
Schuldenberg: Während ich eher stoisch rumstand, machte Fö einen auf Feierbiest und führte für die Teeniecrowd einen Cyrcelpit nach dem anderen an.
Schuldenberg: Zwei Coversong sind nun im Programm. 1 Chumbawamba/ I get knocked down (geiler Song, gute Idee) und 2. Clash/ Should I stay (lahm und lahm)
Fö: Kennt man noch von der letzten Tour: Pat Thetic und Chris #2 kommen mit Schlagzeug und Bass ins Publikum und heizen dort nochmal ordentlich ein. Geile Aktion, kann man nicht anders sagen!
Schuldenberg: Ja.
Fö: Und jetzt mal alle hinsetzen. und dann aufspringen. Gähn.
Schuldenberg: Was ist eigentlich uncooler, sich hinsetzen oder einfach stehen zu bleiben? Hinsetzen, definitiv hinsetzen!
Fö: Während Pat sein Schlagzeug notdürftig wieder aufbaut, gibt es noch "Power To The Peaceful" und damit ist der Auftritt auch schon zuende.
Schuldenberg: Ein grauenhafter Song, weil produziert von Tom Morello.
Fö: ...und?
Fö: Fazit? Entgegen aller Unkenrufe (meinerseits) war der Ausflug zum Olgas Rock echt ganz schön. Vielleicht sollte ich das öfter mal machen, nur für eine Band auf ein Festival fahren. Da verpasst man erfreulich viel vom ganzen Drumherum (nervige Leute, lange Schlangen, langweilige Bands) und kann sich ganz auf den Auftritt konzentrieren.
Schuldenberg: Super Konzert! Wahnsinn, was Anti-Flag können. Die Dauer-Promotion in Europe in den letzten zwei Jahren scheint sich tatsächlich ausgezahlt zu haben. Anti-Flag scheinen nochmal einen enormen Popularitäts-Schub bekommen zu haben. Vor der Bühne war es richtig voll und textsicher.

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