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Public Mischief, Black Hole Bomb, 25.08.2017 in Dortmund, Big Tipi - Bericht von Fö

Public Mischief, 25.08.2017 in Dortmund

Am Big Tipi sind ja dieses Jahr sporadisch auch mal kleine Konzerte. Ich glaube sogar so ungefähr alle zwei Wochen, ganz schönes Sommerprogramm also. Bisher aber nur an Terminen, die ich nicht wahrnehmen konnte. Aber heute dann mal! Am Big Tipi war ich übrigens noch nie, und wenn ich mir die Bilder so anschaue, habe ich da nicht mal ein Foto gemacht, wie sich das für einen anständigen Fredenbaumpark-Touristen gehört. Die Konzerte finden nämlich, wenn es nicht grad regnet, auf einer Bühne neben dem Big Tipi statt.
Das Big Tipi war übrigens mal Dortmunds Beitrag zur Expo 2000. Ich habe keine Ahnung, welche historische Verknüpfung Dortmund mit der Zeltbaukunst amerikanischer Ureinwohner hat, aber irgendwer wird sich da schon Gedanken gemacht haben. War bestimmt derselbe Typ, der auf die Idee kam, einfach lauter Tannenbäume zusammen zu stecken, damit Dortmund den größten Weihnachtsbaum der Welt hat. Der dachte sich dann "ey, ich brauch noch irgendwas für den Sommer, ich könnte doch einfach ganz viele Sonnen zusammen stecken und dann hat Dortmund die größte Sonne der Welt!" - Daraufhin hat ihm jemand auf den Kopf gehauen und er kam auf die Idee mit dem riesigen Indianerzelt. Ich bin erstaunt, dass es nicht einfach lauter kleine Tipis sind, die ineinander gesteckt wurden.
Heute spielen zwei Bands, die ich beide noch nie gesehen habe, obwohl sie doch hier aus der Gegend kommen. Wahnsinn! Is doch schön, wenn's Nachwuchs gibt. Auch wenn man die Protagonisten teilweise bereits in anderen Kombos auf diversen Bühnen gesehen hat. Los geht es jedenfalls mit PUBLIC MISCHIEF.
Public Mischief überzeugen durch einen professionellen Soundcheck. Keiner weiß, was er/sie tun muss, Getränke holen ist wichtiger als Deutschland, zwischendurch stehen alle blöd rum und tippen auf ihren Handys. Beste Szene aber, als der Mischer meint, er könne erstmal nicht weiter soundchecken, weil das WLAN kaputt ist. Stefan nur so "Ja, deswegen haben sich die Beatles damals auch aufgelöst".
Public Mischief machen Punkrock und das geht sogar recht ordentlich nach vorne. Meist englischsprachig, oft politisch. So ein klassischer Soundtrack zum Fäuste in die Luft recken. Aber leider wird die Revolution heute noch nicht ausgerufen, auch wenn Matze später noch alles dafür tun wird. Aber dazu kommen wir noch...
Gesang meist von Zwen, oft von Marius und manchmal von Benta. Am besten gefallen mir echt die zwei Stücke, die Benta singt. Insbesondere die Textzeile "lalala, ich hab den Text vergessen, lalala", das steckt so voller Poesie. Besser war da eigentlich nur noch ihr Gitarrensolo. Benta sei das letzte Kunstwerk von Joseph Beuys, meint Zwen.
Die meisten Ansagen kommen von Marius und sind total unlustig. Ohne diese unlustigen Ansagen und mit vielleicht 10% weniger Sonnenbrillen am Mikrofonständer hätte ich mich blendend unterhalten gefühlt. Immerhin sorgen seine Sprech-Einlagen dafür, dass ich den nächsten Song immer sehnlichst herbei sehne - was kann sich eine Band mehr wünschen?
Strandpogo. Man sieht, es ist jetzt nicht unbedingt megagut gefüllt vor der Bühne, aber ich glaube es traut sich einfach keiner nach vorne, weil die Liegestühle als eine Art heiliger Schutzwall angesehen werden.
Hier erzählt er wieder irgendwas. War vielleicht sogar unterhaltsam, aber ich halte mir schreiend die Ohren zu. Als Zwen vorm Auftritt erwähnte, er hätte Gaffa-Tape dabei, dachte ich ja noch er wolle Poster kleben gehen. Aber mir fallen da noch ganz andere Verwendungszwecke ein.
Public Mischief sind ja gerade am Zenith ihres Erfolges und spielen heute das erste Bein ihrer großen zweitägigen Europatour (am Folgetag geht's ins Unten LinX). Bewundern könnt ihr sie außerdem am 14.9. beim Bierschinken eats FZW. Wir lassen uns auch was einfallen, um Marius' Mundwerk zu schließen.
Blick von hinten. Wie in der Karibik hier!
Wer aufmuckt, wird verbrannt.
Public Mischief spielen übrigens, trotz der Ankündigung, keine Zugabe zu spielen, eine Zugabe. Immerhin der Schlagzeuger bringt den einzigen stabilen Move und verlässt die Bühne. Mit Benta an den Trommeln spielen sie noch eine gnadenlos verkackte (also immer noch besser als das Original) Version von Bro Hymn. Zwen meint, ich solle erwähnen, dass er das nur als Scherz vorgeschlagen hatte.
Nächste Band: BLACK HOLE BOMB. Sie machen Rock und vereinen die beiden Internetpersönlichkeiten Michael Lemoncookie und Götz Schaffrin-Schneider. Diese existieren ja eigentlich ausschließlich im Internet, wurden aber heute mit modernster Hologramm-Technologie auf die Bühne projiziert. Den Schlagzeuger hingegen kennt man aus dem linearen Fernsehen: Alf höchstpersönlich ist vom Melmac angereist.
Oh schade, das hier ist noch am Ehesten ein Schlagzeugerfoto. Egal. Interessiert auch keinen, alle sind nur hier um die beiden Internetpersönlichkeiten zu sehen. Die Musik ist aber auch gar nicht mal so scheiße. Irgendwie glaube ich immer instinktiv, dass Bands in denen Michael Lemoncookie spielt, nur scheiße sein können. Dabei habe ich Michael Lemoncookie eigentlich noch nie irgendwo auf ner Bühne gesehen, weil ich es immer erfolgreich geschafft habe, seine Bands zu ignorieren. Basiert also alles auf reinen Vorurteilen.
Zu hören gibt es (welch Wunder) Punkrock. Man könnte sogar einen Hang zum Pop-Punk attestieren, aber nicht in seiner geleckten Sonnenschein-Variante, sondern schön krachig. Mit Pepp, wie man so schön sagt. Was nicht heißen soll, dass diese Band irgendwas mit Pepp am Hut hat.
Ansonsten: Schon echt okay, das alles! Vielleicht sollten sich die beiden Frontmänner etwas absprechen, wer die Ansagen macht - meistens haben sie beide irgendwas aneinander vorbei gebrabbelt. Zum Glück ist immerhin Götz Schaffrin-Schneider darauf bedacht, die Ansagen betont kurz ausfallen zu lassen.
Es werden sogar die Ramones gecovert! Rockaway Beach, wenn ich mich recht entsinne. Aber mit anderem Text, glaube ich. Habe nix verstanden. Gesang übrigens zu 74% von Götz Schaffrin-Schneider. Der singt auch echt in ner amtlichen Geschwindigkeit, heiliges Kanonenrohr! Man ist es von Leuten mit so ner krassen Strubbelfrisur doch gar nicht gewohnt, so viel Elan zu haben. Und damit wären wir wieder bei den Vorurteilen.
Beste Szene eigentlich am Schluss! Matze rettet die Stimmung, den Abend und die ganze Punkrockwelt! Nur leider nicht das Konzert. Voller Euphorie schmeißt er nacheinander zwei Liegestühle und einen Rucksack auf die Bühne. Fanscharen stürmen daraufhin die Bühne und zelebrieren gemeinsam mit Black Hole Bomb "Why the Big Pause" von Teenage Bottlerocket respektive The Punchlines. Der Abend hat seinen Höhepunkt erreicht, alles feiert ausgelassen - da wird der Auftritt abgebrochen. Die Obrigkeiten haben entschieden, Stühle zu werfen sei nicht okay.
Und so muss die Band tatsächlich MITTEN im Song ihr Set abbrechen. Großartig! Wie viele Gäste nun wohl traurig nach Hause gehen mussten, weil sie die Pointe des Liedes nicht mitbekommen haben? Ich hingegen habe Tränen in den Augen, vor Rührung aber auch vor Amüsement. Wird ja auch Zeit, dass Punk wieder gefährlich wird! Früher wurde mit Stuhl geworfen, heute mit Stühlen. Plural ist der neue Trend. Super Abend!
P.S. Internetpersönlichkeit Michael Lemoncookie hat ein Video von Matzes Stühleschmeiß-Aktion gefunden: Hier bitte. Unbedingt anschauen!

(FB nicht mehr anzeigen?)

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Flömp

12.09.2017 11:03
Wieso liegt da eine Brötchentüte auf der Bühne?
Zwen
(Zwen)
13.09.2017 10:20
Das war mit Abstand das traurigste "Bandcatering", was ich jemals hatte. Wobei einer anderen Band von mir auch mal eine noch gefrorene Pizza vorgesetzt wurde. Naja, war schon witzig, als wir nach Essen gefragt haben und uns einfach zwei Tüten mit trockenen Brötchen auf die Bühne gelegt wurden. Vielleicht wurden wir aber auch einfach nur mit den Ziegen im Streichelzoo verwechselt und für die gab es dann veganes Chili. Wer weiß?

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Weitere Infos zu den Bands: Black Hole Bomb, Public Mischief
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