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Love A, Gurr, Isolation Berlin, 18.11.2017 in Düsseldorf, Sipgate - Bericht von der Redaktion

Love A, 18.11.2017 in Düsseldorf

Faderbei G. Schmack: Aha, es geht zum NEW FALL Festival. Nie gehört. Aber LOVE A kann man sich ja mal anschauen. Vor allem, wenn man irgendwie auf die Gästeliste gerutscht ist. War aber eh zu zügig ausverkauft. Und Düsseldorf ist ja auch nicht so weit. In welchem Laden denn? Shitgate? Nie gehört. Meine Recherche ergibt, dass es ein Telefonieunternehmen ist. Sind gleichzeitig auch Sponsor des Festivals. Das riecht nach Ausverkauf. Und da soll ein Konzert stattfinden? Na, das kann ja heiter werden.
Coco: Das Festival mag ich nicht, seitdem ich vor Jahren mal eine Ankündigung von denen gelesen hatte. Die ging irgendwie so: "Wir holen die Bands aus den Kellerlöchern heraus auf Bühnen, die sie auch verdienen". Was damals dann u.a. die Tonhalle Düsseldorf war. In Kombination mit dem daraus resultierendem Eintrittspreis dachte ich damals: "Dann lieber Kellerloch."
Für Love A tue ich aber alles. Auch hippe Festivals in ominösen Firmen besuchen.
Faderbei G. Schmack: Als wir ankommen spielt schon die erste Band. GURR. Leider gab es Verzögerungen beim Einlass. Wir stehen nicht auf der Gästeliste. Da muss ein Irrtum vorliegen.
Coco: Irgendwann kommt jemand, der noch Teile der Gästeliste auf seinem Smartphone gespeichert hat. Geht doch.
Der Raum hat die Form eines L. Der Eingang ist oben (Buchstaben-mäßig betrachtet). Und die Bühne ist im Knick drin. Was dazu führt, dass in einem Teil des Ls ALLE stehen, man nichts sehen kann und absolut kein Durchkommen ist. Irgendwann entdecke ich den zweiten Teil des Ls. Da steht so gut wie niemand und es gibt sogar eine leere Theke.
Faderbei G. Schmack: Brechend voll schon der Laden. Schon zur ersten Band. Schön für GURR. Die sind nicht schlecht. Von hinten sehe ich aber nicht allzu viel. Die Bühne ist nicht sehr hoch. Dafür aber bunt beleuchtet.
Coco: Gurr dürfte ich schonmal auf dem "Angst macht keinen Lärm"-Festival sehen. Die sind toll! Heute auch. Schöner Pop-Punk mit herrlichen Melodien. Ein bisschen NDW vielleicht dabei. Und Indie. Die Sängerin hat ein verrücktes Kleid an!
Irgendwann zwischendrin gibt es ein ruhigeres Stück nur mit Gitarre und Gesang, für das Schlagzeuger und Bassistin sogar extra die Bühne verlassen. Um dann daneben rum zu stehen und nach dem Song wieder ihre Plätze einzunehmen. Hm. Hab ich nicht verstanden, die Aktion.
Faderbei G. Schmack: Zur zweiten Band mache ich mich dann auf nach vorne. Mal schauen was die machen. Nie was gehört von ISOLATION BERLIN.
Coco: Puh!
Faderbei G. Schmack: Das ist mir etwas zu aufgesetzter Indie-Kram. Die Textfragmente, die ich verstehe, lassen mich erschaudern. Wenn es nicht so voll wäre, würde ich schnell verschwinden.Vor mir wird schmachtend fotografiert.
Coco: Man würde gern verstehen, man würde gerne weghören können. Das war echt anstrengend. Emotionale Texte zu aufgesetzter Attitüde. Der Rockradio-Roboter spielt ein total bekacktes Liebeslied. Doch irgendwann war klar, dass was falsch läuft, ganz, ganz falsch läuft. Zum Glück sind ein paar wenige Punker anwesend, die mit uns rumalbern. Trägst deine Meinung auf einem T-Shirt, versagst stilistisch bis ins Grab. Eine Gang, die trotz des Wahnsinns an dich glaubt. Grüße an die Pascow-Freunde!
Faderbei G. Schmack: Da ich hohe Getränkepreise vermutete, habe ich mir vorher schon ordentlich einen reingestellt. Nun gehe ich dann aber doch mal zur Theke. Ist gar keine Schlange davor. Doch dann erlebe ich die größte Überraschung des Abends. Die Getränke sind alle komplett kostenlos!!!!!!!!!! Ich bestelle erstmal 3 Bier. Ja, bitte alle direkt auf machen.
Coco: Sekt für alle, schöne Worte. Es gab sogar kleine Snacks. Vielleicht haben die sich gedacht: "Hm, Punk inner Firma, kommt nicht so gut, machen wir einfach Freibier, dann meckert keiner mehr." Was soll ich sagen: Es funktioniert. Auch, wenn sich das hier nicht so anhört. Ihr hättet uns mal hören sollen, wenn es keine Freigetränke gegeben hätte! Und der Deutsche ist wie immer unzufrieden.
Ich würde gerne pinkeln gehen. Und Dennis besuchen, den ich durch die Glasscheibe draußen stehen sehe. Schaufenster und Wünsche. Aber der Weg hierhin war so schwierig. Ich habe Angst, kein zweites Mal durch die dicht gedrängten Leute in den anderen Teil des Ls zu kommen...also bleib ich einfach stehen. Egal.
Faderbei G. Schmack: LOVE A sind gut drauf und liefern dementsprechend ab. Diese Sipfake Geschichte scheint ihnen keinen Kommentar wert. Haben sich wohl arrangiert.
Coco: Ob sie deswegen nicht "Toter Winkel" gespielt haben? Weil wir heute hier im Zentrum dieses Systems stehen?
Lassen Sie's gut sein, herzlichen Dank.
Faderbei G. Schmack: Überhaupt habe ich das Gefühl, das Konzert war nur deshalb so schnell ausverkauft, weil es nur sehr wenige Karten im freien Verkauf gab. Der Großteil der Karten ging an die Mitarbeiter von Stinkgate. Ein Rundumblick bestätigt meine Theorie. Vorurteil sei Dank.
Coco: Deswegen sind wir sicher, dass man sich sicher sein kann. Ihr seid die richtigen Leute für den falschen Job.
Ach, solange Love A spielen, ist mir alles andere sowieso total scheiß egal. Ich mache mich mit Freuden zum Affen und singe, schreie und tanze vor der Bühne. Meine Güte, die gucken aber auch teilweise doof aus der Wäsche hier. Das ist Punk, Cherie! Kennter nich, hm?
Love A sind wie immer wundervoll. Tausend Herzchen an die Love Assis.
Faderbei G. Schmack: Die Toiletten sind nicht nur sauber, sondern auch von modernem und teuer anmutendem Interieur. In der Branche muss was hängen bleiben. Klar, auch ich hab ne Flatrate, obwohl ich kaum telefoniere. Es ist eine Falle!
Coco: Sie waren neu, haben irgendwie geleuchtet.
Also was man heutzutage alles machen kann, wenn man nur ein bisschen Geld in die Hand nimmt...
Den Ausverkauf hält dein Zynismus ganz sicher auch nicht auf.
Faderbei G. Schmack: An dem Wänden hängen Bilder. Ich wage zu behaupten, es ist Kunst. Hier ist man nicht nur Angestellter, sondern auch Schöngeist. Zumindest während der Arbeitszeit.
Coco: Der Fortschritt fordert tausende von Opfern, während wir wieder Höhlenwände bemalen - mit depressivem Neon-Kram.
Faderbei G. Schmack: Nach dem Konzert verlassen wir die Location umgehend. Freibier hin oder her, ich mag mich hier einfach nicht wohl fühlen. Wer bist du, und was hast du aus meinem Punk gemacht?
Coco:  Nur durchhalten bis Mitternacht, mein Freund. Doch es wird einfach sein, ich gehe einfach heim.
Wie bei Bierschinken üblich: ...aber immer schön auf Gästeliste rein... aber dann "Alles Doof" klar, Punk. Kennt Ihr ja. (Und ich änder mich so gar nicht, weil das überhaupt nichts bringt.)
Der Bericht ist dazu auch noch in keinerlei sinnvollem Zeitrahmen erschienen. Tut mir auch nicht leid.
Von wegen selbstbewusst, von wegen radikal, viel eher ausgebrannt und völlig ohne Plan, bleiben wir einfach weiter nutzlos, weil das ja so schön einfach ist.

Danke Jörkk, danke Love As.

(FB nicht mehr anzeigen?)

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Jörkk

09.01.2018 15:33
Hellas!

Das fanden viele komisch. Aber einer der Chefs ist z.B. der Ex-Basser von Oiro und auch sonst sind das alles gute Leute gewesen, auch wenn die "Firma" Sache komisch aussieht, so finde ich das schon ne gute Sache.
Das Festival an sich hingegen ist so eine Sache, weil es das nur gibt (wie die C/O pop auch), weil man damit bereits bestehende Fördertöpfe bei der Stadt und dem Land anzapfen kann... Selbstzweck also. Ungeil. Ansonsten: Danke und schön, dass ihr da wart! :)


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Weitere Infos zu den Bands: Isolation Berlin, Gurr, Love A
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