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Cobretti, Tackleberry, TSH, Trashgeflüster, 06.10.2018 in Köln, Halle am Rhein - Bericht von der Redaktion

Cobretti, 06.10.2018 in Köln

Fö: COBRETTI! War das nicht so ein Elektro-Label? Achnee, ja, da war auch mal so ne Hardcore-Band dieses Namens, die irgendwann von der Bildfläche verschwand und sich nun, einige Jahre später, entschied, doch zumindest ein Abschiedskonzert zu spielen. Ja okay, da schauen wir doch gerne vorbei! Zumal sich anlässlich dessen auch Tackleberry nochmal kurz reformieren. Ein sehr exquisites Paket also, das dann auch innerhalb kürzester Zeit ausverkauft war. Aber Fast Finger Hasky hat sich dankenswerter Weise um Karten gekümmert!
Hasky: Endlich ein neuer Kosename. Für den Abschied von Cobretti und ein Wiedersehen mit Tackleberry saß ich pünktlich vor der Kiste. Köln ist in meinem Konzert-Ranking auch weit abgefallen. Die Fahrten sind immer so anstrengend und das muss sich wirklich lohnen. Die Halle am Rhein kenne ich auch nicht, aber wenn die Cobrettis da zum Abschied aufspielen, kann das nicht schlecht sein. 
Fö: Ich bin bereits seit gestern in Köln, bin nach viel Feiern, wenig Schlafen und viel Sonne auch noch ein wenig gerädert, aber irgendwie schaffe ich es pünktlich zum Treffpunkt - so ziemlich als einziger, weil sämtliche Bahnen Verspätung haben. Na sowas! Trotzdem noch rechtzeitig an der Halle, um noch was von der ersten Band TRASHGEFLÜSTER mitzukriegen.
Hasky: Hättest wenigstens den schönen Fußweg am Rhein entlang erwähnen können. Wir haben die Route vom Mülheimer Bahnhof über den Wienerplatz zum Rhein gewählt. Die Bauten am Ufer werden immer schicker, urplötzlich taucht eine kleine Backstein-Halle auf. Als hätte die jemand vergessen. 
Fö: TRASHGEFLÜSTER tauchen ja in letzter Zeit öfter mal in dem einen oder anderen Bierschinken-Artikel auf und werden meist mit wohlwollenden Worten bedacht, weil Bandmanager Matze uns körperliche Gewalt angedroht hat, wenn wir dies nicht tun. Allzu viel habe ich zu Trashgeflüster heute nicht zu sagen, den Anfang verpasse ich, und weil mein Business-Phone klingelt, auch das Ende.
Hasky: Zu meiner Schande gestehe ich, dass ich nur kurz zum Bier holen drin war. Musste draußen noch das ein oder andere bekannte Gesicht begrüßen. 
Ich melde mich dann pünktlich zu Tackleberry wieder. 
Fö: Aber, so unter uns: Wäre Kai nicht so ein ausgelassener Entertainer, wäre bei mir vom Auftritt gar nix hängen geblieben. Mag daran liegen, dass diese Halle soundmäßig nicht allzu viel her gibt oder wenn dann eher auf Hardcore-Konzerte geeicht ist. Klingt jedenfalls alles ziemlich krachig.
Fö: Die "Halle", das ist die "Halle am Rhein". Nie zuvor von gehört, was auch vielen anderen so geht. ist halt son kleines Häuschen im Scheunen-Style, das ziemlich am Arsch der Welt, aber dafür in unmittelbarer Nähe bedrohlich wirkender Neubaugebieten steht. Größe und Ambiente aber sehr okay!
Fö: Dann TSH alias THE SCHÖNE HUBÄTZ. Dann Namen liest man immer mal, meistens wenn sie Vorband für irgendeine andere Band in Köln sind. Bin mir aber grad gar nicht sicher, ob ich die überhaupt schonmal gesehen habe.
Fö: Musik: Hardcore-Punk, bisschen shoutig, bisschen laut, aber irgendwie überhaupt nix, auf das ich mich grad einlassen kann. Mehr Details zum Auftritt kann ich also leider nicht bieten.
Fö: Dann TACKLEBERRY! Die gibt es seit ungefähr 6 Jahren nicht mehr, und heute auch nur einmalig, zumindest bis zur Reunion, was sie, wie Cobretti-Sänger Carsten später sagt, eigentlich nötig haben, wenn man sich die aktuellen Projekte der Bandmitglieder so anschaut. Höhö.
Hasky: Angeblich wurde vor der heutigen Reunion nur zweimal mit kompletter Besetzung geprobt. Zitat vom Trommler:"Ich habe auch 6 Jahre nichts von Tackleberry gehört." 
Bei mir lösen die ersten Klänge eine kleine Zeitreise aus. 
Fö: Tackleberry waren damals übrigens mit ausschlaggebend dafür, dass ich dem Genre "Hardcore" nicht mehr ganz so abgeneigt gegenüber stand wie zuvor, weil das eben nicht einfach nur dummes Draufrumgekloppe mit Testosterongeblöke war, sondern auch mal sowas wie Melodie und Singalongs zu bieten hatte
Hasky: Sehr schön formuliert. Mit den Testosteron Bollo Hardcore Kapellen konnten ich meistens auch wenig anfangen. Bei neuen Bands kurz in den Konzertraum getraut, ahh es wird wieder gegrunzt, und Tschüss. 
Fö: Außerdem wäre da natürlich Fronter Hannes der mit irrem Blick vor der Bühne umher watschelt und beim Resümieren von Erlebnissen auf gemeinsamen Konzerten mit Cobretti tatsächlich auch mal sowas wie Emotionen zulässt. Emotionen bei ner Hardcore-Band, ey. So süß.
Hasky: Für mich war das immer eine Stärke von Tackleberry. 
Fö: Konzert: Super! Die Songs knallen nach wie vor, sehr schön zum ausrastigen Mitwippen. Bis auf gelegentliche Ausraster ist da viel mehr nicht drin, Hardcore 2018 ist halt alt, trägt Geheimratsecken und Brille und schlürft lieber Latte Macchiato statt Hansabier. Apropos, warum gab an der Theke kein alkoholfreies Bier? Das prangere ich an!
Fö: Quatsch, bisschen Bewegung gab's auch. Meine Highlights: "Let's see what happens" und "Conscience Clearing" und sowieso alles.
Fö: Anschließend COBRETTI! Ich hatte ja mal ne kurze Phase, wo ich die ziemlich geil fand, das war als "Tripdown memory lane" rauskam, also vor etwa 7 Jahren - aber alles ist vergänglich, seitdem hab ich die Platte nicht angerührt und als ich letzte Woche zur Konzertvorbereitung nochmal reinhörte, kannte ich kein einziges Lied mehr. Auwei, wie soll da erst das Konzert werden?
Hasky: Cobretti wird erstmal mit "Haut ab, Haut ab, Haut ab" begrüßt. 
Fö: Egal, vergesst die Unkenrufe, Konzert war gut. Mit viel Witz und Spielfreude führt man uns durch die gute Stunde Spielzeit. Ist eben auch so die Sorte Hardcore-Punk, die auch mal etwas Melodie zulässt. Ich brauch sowas.
Hasky: Konzert ist wirklich gut. 
Fö: Ob man menschliche Pyramiden, gemalte Schilder, Ruder-Zehner und Konfetti braucht ist ne andere Frage. Aber ich finds ja gut dass die Hardcore-Szene mittlerweile eingesehen hat, dass sie schon immer nichts weiter als ne einzige Zirkusnummer war.
Fö: Publikum ansonsten erstaunlich andächtig. Irgendwie irritierend, anbetracht dessen dass es ja so einen großen Run auf die wenigen Tickets gab, hätte ich erwartet, dass hier alle ausrasten. Aber nichtmal Hasky setzt zu seinem gefürchteten Flickflack an.
Hasky: Es war irgendwann vor dem alten AZ Köln, als ich einem Gespräch von ein paar Cobretti Band Mitgliedern lauschen durfte. Ging in etwa darum, dass der Name Cobretti für eine Hardcore Band einfach nicht gehen würde. Und dieser Name auch ein Grund sei, warum es mit dem bekannter werden nicht klappt. Mir gefällt der Name immer noch. 
Die alte Domain kmhc.de fand ich auch premium.
Fö: Gibt schlimmere Namen. Superplex oder so.
Fö: Cobretti können nicht nur Cobretti, sondern auch Coversongs. Wie zum Beispiel Bad Religions "Generator" in ner Version, die ich sogar echt gut fand. Und zu der die Meute dann auch doch mal ausrastet. Als dann später auch noch Die Toten Hosen ("All die ganzen Jahre") rausgekramt werden, bin ich dann schon eher geschockt. Aber ging auch klar.
Hasky: Habe mich dabei erwischt, dass ich das Toten Hosen Cover echt gut fand. Wenn DTH heute so klingen würde, könnte ich da auch mehr mit anfangen. 

Fö: Und sonst so? War ja doch geil! Die ersten zwei Bands liefern eher so nebenher, aber Tackleberry und Cobretti sind auch 2018 noch ne Nummer. Cobretti in leicht anderer Besetzung starten übrigens bald durch als "Superplex". Sollte man mal im Auge behalten! Am 27.10. Releaseparty im AZ.
Hasky: Unter anderem ist da auch der ehemalige "Sänger" von Deny Everything dabei. Hätte mich übrigens nicht gewundert, wenn die bei der Abschiedsshow auch dabei gewesen wären.  Die Combo war komplett anwesend.
Fö: Ja, dann mal schauen was das gibt. Cobretti-Abschied ist schonmal gebührend geglückt.

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