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Soli-Konzert für den Hambacher Forst: Tricky Woo, Sir Plain, Rocco's Red Cloud, Neun, 12.01.2019 in Schwerte, Rattenloch - Bericht von Zwen

Soli-Konzert für den Hambacher Forst, 12.01.2019 in Schwerte

Wir schreiben das Jahr 2018. In einer nicht ganz so weit entfernten Galaxis (irgendwo in den Kuhweiden bei Köln) hat ein raffgieriger Energiekonzern jeglichen Widerstand gebrochen und dabei die Umwelt und ganze Dörfer zerstört. Jeglichen Widerstand? Nicht ganz! Eine handvoll Hippies in einem kleinen Waldstück nicht weit entfernt leistet noch erbittert Widerstand gegen Gerichtsbeschlüsse, Innenminister, Polizei und Kohlebagger, deren Räder schon gierig malmen. Eine richtige David-und-Goliath-Geschichte oder eben Pocahontas oder Star Trek oder so. Egal, eigentlich mögen wir ja keine Hippies, aber RWE mögen wir auch nicht, deshalb wird im Rattenloch heute Abend ein Soli-Konzert veranstaltet, bei dem Geld gesammelt wird, das zu gleichen Teilen an den Energiekonzern und an die Waldbesitzer verteilt werden soll. Somit bleiben wir unparteiisch, es wird keine Seite bevorzugt, das ganze Schauspiel erhält eine neue Pointe und gleichzeitig wird die Wirtschaft angekurbelt.
Ich, nachdem heute mein Zug ausgefallen ist und pepperann mir abgesagt hat.
Ich, nachdem ich erfahren habe, dass es heute neben Hansa auch Pinkus für nur einen Euro gibt und es Soli-Glühwein mit Amaretto-Schuss gibt.
Die Fotos kommen übrigens allesamt von Pia oder von Leuten, die sich Pias Kamera geschnappt haben. Danke dafür!
Die erste Band, die ich heute sehe, sind SIR PLAIN. Die machen Strandmusik. Dafür braucht man kein Schlagzeug. Wirkt dafür aber alles sehr versiert und gekonnt. Fehlen nur noch die Cocktails, das gute Wetter und das leise Wellenrauschen im Hintergrund, aber man kann ja wie immer nicht alles haben.
Irgendwann wird dann ein Banjo ausgepackt. Vielleicht gibt es ja zum krönenden Abschied noch ein Slayer-Cover? Nein? Schade! Aber dafür ist der jetzt gespielte Song auch nicht schlecht. Geht ziemlich nach vorne und am Bass gibt es ein ganz schönes Geslappe.
Dann gibt es wieder das beschauliche Strandbar-Feeling. Gerne auch mal mit Mundharmonika untermalt.
Bei der nächsten Band NEUN riskiere ich nur einen sehr kurzen Blick. Alles, was ich noch weiß, ist, dass der Sänger eine sehr große Vorliebe für Hüte zu haben scheint. Zumindest wird der hier im Bild zu sehende Zylinder bald gegen einen schneidiges Barett oder sowas ähnliches getauscht.
Für den verrückten Hutmacher habe ich aber leider keine Zeit, so muss ich mich um den Glühwein An- und Abtransport kümmern. Erstmal jedoch muss ich den Weg dahin finden. Das ist gar nicht so einfach. Außerdem wurde ich das erste Mal beim Glühwein kaufen schändlich über den Tisch gezogen! So wurde beteuert, dass es gar keinen Schuss geben würde. Eine dreiste Lüge! Dafür darf ich von da an mein Getränk selbst zusammenstellen.
Die nächste Band, die mir dann über den Weg läuft, ist TRICKY WOO oder wie sie in internen Kreisen heißen: STINKY POO. Das Lawigat und Kiesel leisten sich, begleitet von anderen Protagonisten der kunterbunten Resterampe, ein Duett, was sich gewaschen hat. Also nur im übertragenden Sinne, wir sind ja keine Unmenschen. Wobei, nach der gestrigen Party ist heute an Lawi nichts Menschliches mehr, trotzdem wird der Auftritt souverän durchgezogen. 
Übrigens gibt es jetzt sogar ein Musikvideo für den großartigen Song "Fick News". Geilor!
Irgendwann betritt dann - einen intensiven Hartkäsegeruch verbreitend - Herbert Reul den Laden. Er will nur pogen, wie er behauptet, und nimmt einen kräftigen Schluck aus meiner Glühweintasse. Zwei Sekunden später liegt er laut schnarchend unterm Tisch.
Ich schleppe mich jetzt nochmal in den Bühnenraum und lausche den Klängen von ROCCO'S RED CLOUD. Das ist ganz gut arrangiert, wirkt aber auf mich (vielleicht lag es auch einfach an der späten Stunde) etwas drüber.
Auf der Bühne befindet sich außerdem ein Schlachtfeld an Tretminen, was ich so wirklich noch nie gesehen habe und was wahrscheinlich selbst Melt-Banana neidisch machen würde. Das ist schon ne Ansage!
Für mich geht es jetzt aber nochmal an die Theke und dann auch irgendwann ein paar Stunden später auf die Tour über die sieben Berge. Irgendwer hat, glaube ich, noch einen Kohlebagger geklaut und die Innenstadt demoliert. Alles in allem wirklich mal wieder ein großartiger Abend. Vielen Dank an die Veranstalter*innen und an die Leute, die sich gerade in den Baumhäusern die Ärsche abfrieren und deswegen leider nicht kommen konnten.

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