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The Toten Crackhuren im Kofferraum, Die Daniels, 20.03.2019 in Köln, Museum - Bericht von Zwen

The Toten Crackhuren im Kofferraum, 20.03.2019 in Köln

Nun geht auch der Konzertmonat März so richtig los. Nachdem Fö in der letzten Woche ja schon ordentlich auf Achse war, tue ich es ihm jetzt nach und lasse mich erstmal an einem Mittwoch nach Köln einladen. Genauer gesagt habe ich mich selbst eingeladen. Egal, so stehe ich heute jedenfalls bei den Daniels auf der Gästeliste. Eine Band, die von sich selbst behauptet, "Schlagerpunk" zu machen. Bei dieser Bezeichnung und bei der Bandbesetzung aus Mitgliedern von Die Shitlers, Pinguin Flugschau und Abschaumbad befürchte ich ja Schlimmes. Aber da heute auch Lulu und die Girlz in der Stadt sind und den jungen Kölnern ihr neues Album "bitchlifecrisis" etwas näher bringen wollen, steht eigentlich außer Frage, dass ich hinfahre. Außerdem war ich noch nie im Museum. Zumindest nicht in Köln. Hätte ich also den Kulturmittwoch auch schon abgehakt. Unterwegs muss ich noch geschäftlich etwas in Wuppertal erledigen. Eigentlich hatte ich der Stadt nämlich 5€ für ihren Bahnhof inkl. des Vorplatzes angeboten. Da der Umbau jetzt aber abgeschlossen ist inkl. aller Franchise-Unternehmen, die es an so gut wie jedem größeren Bahnhof gibt, verlangt der Bürgermeister auf einmal das Doppelte. So eine Frechheit! Ich ziehe unverrichteter Dinge ab, nicht ohne in ein paar bereits bereitgestellte Champagner-Gläser zu pinkeln.
Jetzt geht es aber ohne Umwege auf nach Köln. Dort stehen DIE DANIELS schon auf der Bühne und scharren mit den Hufen. Zum Glück schaffe ich es noch rechtzeitig und kämpfe mich durch ein wirklich sehr gut gefülltes Museum bis vor die Bühne. Dort stehen ein paar bekannte Gesichter. Marius begrüßt mich mit den Worten "Na wie isset?! Dachte schon, du schreibst mir, dass der Zug Verspätung hat, oder so." Ne, das hielt sich tatsächlich im Rahmen und da ich jetzt da bin, kann es ja losgehen.
Kardinal Pell beginnt die Messe zu lesen und uns unsere Beichte abzunehmen. Dazu gibt es Hits aus Punk, Pop und Trash von gestandenen Rockgrößen. Unter uns hatte glaube ich jeder ein bisschen Angst vor Die Daniels, auch wenn Götz Schaffrin-Schneider mir versichert, er hätte hohe Erwartungen gehabt. Glücklicherweise wissen die Daniels zu liefern. Die Texte sind allesamt auf deutsch und handeln von Verkehrsmitteln wie dem U-Boot, geilen Leuden, oder der Bahn und oft auch von Liebe. 
Erstaunlich wie hier bereits der ganze Laden mitgrölt, obwohl es der erste Auftritt ist. Auch wenn es das Konzept, deutschsprachige Blödsinnstexte auf Punkrockmelodien zu singen, ja schon gibt, machen Die Daniels das doch irgendwie wirklich gut. Marc Daniel Cechura hat sogar ein Keyboard auf der Bühne, was ebenfalls frischen Wind in die Songs bringt. Lediglich die Stimme von Frank Daniel ist auf Dauer einfach anstrengend. Immerhin gibt es viele "Woohoo"s.
Übrigens hat Micha diese Bananen zuvor in irgendeinem Asia-Laden besorgt. Die Verkäuferin wollte ihm vom Kauf wohl so mehr oder weniger abhalten, da sie meinte, dass diese Bananen ungenießbar seien. Der professionelle Micha erklärte daraufhin mal eben ganz galant auf Mandarin, dass sie die Bananen nicht essen, sondern nur zur Bühnendeko verwenden wollten. Ich weiß nicht so genau, was ich verwirrender finden soll; dass Micha Mandarin kann, oder das Konzept dieses Asia-Ladens?
Micha hat sich heute auch wieder zurecht gemacht. Nebst Bandana und Pirelli-Käppi gibt es noch Kajal und eine Punkerjacke, die er hier aufgrund der Wärme ausgezogen hat. Was Marius hingegen anhat, ist einfach nur ekelhaft! Keinen Kommentar!
Apropos Marius, der labert heute gar nicht!! Was ist da los?! 
Wahrscheinlich hebt er sich das auf für den Fö, oder Kiki, oder Knox. Wer weiß...
Ich glaube alle Erwartungen an die Band wurden heute Abend erfüllt. Am Ende gibt es noch einen langsamen Kneipenschlager, der sich sehr lange hinzieht und bei dem alle mitgrölen. Da merkt man beim Songwriting dann doch wieder die Shitlers-Einflüsse. Kommt aber auch gut.
Marius freut sich, denn er darf noch irgendeinen Pop-Song alleine anspielen. Ich habe jetzt schon wieder vergessen, welcher das nochmal war, aber jedenfalls wirkt er sehr glücklich.
In der Umbaupause kämpfe ich mich zum Klo und dann wieder zurück in Richtung Bühne. Meine Fresse! Diese Chartstürmer von THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM haben ja wirklich mal gar kein Problem, den Laden hier voll zu machen. Die Crackhuren betreten die Bühne und keine zwei Sekunden später wird das erste Bier zerdeppert. 
Blitzschnell verwandelt sich das Museum in eine schwitzige Schubs- und Reibeparty, bei der die Temperatur schneller ansteigt, als beim Auftauen des Permafrosts. 
Da ich unten immer mehr zurückgedrängt werde, suche ich erstmal woanders nach etwas Luft zum atmen. Geht man die Treppe hoch, eröffnet sich einem eine zweite Eben des Ladens. Hier gibt es eine zweite Bar und von hier oben kann man sich die Musizierenden durch ein Netz angucken. Ist ja wie beim Hahnenkampf hier!
Jetzt verstehe ich auch so langsam, warum der Laden hier Museum heißt. Witzig ist das allemal.
Aber zurück zu den Crackhuren. Die spielen sehr viel vom neuen Album, wie "QVC gegen Geilheit", "Jobcenterfotzen" oder "OK Ciao". Aber natürlich dürfen auch ein paar ältere Dauerbrenner nicht fehlen. So wird sich auch munter durch die anderen Alben gespielt.
Bei "Patschuliöl" wird jemand auf die Bühne geholt, der dann von der Band massiert wird. Leider hat Lulu das Öl vergessen und für Sex sei ihr die Person leider deutlich zu jung. Immerhin kriegt er nach der Massage noch einen Schnaps. Lulu hat heute übrigens ihren Eisprung, wie sie uns stolz mitteilt.
  Herausforderungen zum Faustkampf gibt es natürlich auch. Soweit wie ich weiß, hatte aus dem Publikum aber keiner Lust sich zu boxen. Aber die Tour ist ja noch lang. Das andere Stresslied "Rumlaufen, Stress machen" wurde auch schon gespielt. Wo wir gerade beim Thema sind: Was macht Benta eigentlich gerade?? Na was schon?! Sie hat sich intensiv um einen Rausschmiss bemüht und ist natürlich nicht gescheitert.
Ansonsten wird sowohl vor als auch auf der Bühne viel getanzt. Bei einem Song gab es sogar eine kleine Show mit Röhrenlampen.
  Den offiziellen Teil des Sets beenden die Crackhuren dann mit "Minus 1". Guckt ihr hier.
Natürlich wird aber noch sehr laut Zugabe gefordert und so spielen die Crackhuren dann noch ein paar Lieder. Unter anderem "Wir sind keine Band (wir sind ne Selbsthilfegruppe)" in einer ultra-traurigen Piano-Version. Aus dem Publikum gibt es vereinzelt Mitleidsrufe.
Zum großen Finale mit dem Pony werden dann noch die Konfettikanonen gezündet. Das heißt Janosh muss heute Abend noch seiner vertraglich geregelten Pflicht, dem Saalputzen nachkommen. Hart aber fair.
Ich berate mich derweilen mit Helge über einen geordneten Rückzug. Wir beschließen, den nächsten Zug zu nehmen. Das dauert jetzt noch ein bisschen und Marius nutzt die Zeit, um mich durchs Museum zu schleifen und mich Leuten als "Bierschinken-Redakteur" vorzustellen. Um dann das Unglück perfekt zu machen, hat dann auch noch unser Anschlusszug am Kölner HBF so viel Verspätung, dass wir, nachdem wir uns mit Bier und Laugengebäck versorgt haben, noch auf die anderen Idioten treffen. Es folgen hitzige Diskussion und ein wahnwitziges Rennen um den letzten Zug. 

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