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Cosmic Psychos, Soul Invaders, 10.04.2019 in Münster, Gleis 22 - Bericht von Zwen

Cosmic Psychos, 10.04.2019 in Münster

Dass die Cosmic Psychos in Münster spielen, stand tatsächlich schon länger im Terminkalender. Dennoch habe ich das Ganze bis kurz vor Schluss noch mit einem Fragezeichen versehen. Dies ist vor allem zwei Dingen geschuldet: Zum einen kenne ich niemanden, der mit mir dahin möchte, und zum anderen geht es am nächsten Tag in aller Frühe ins Pfandfreiland. Konzerte und danach ein volles Programm sind ja immer eine Mischung aus Chance und Gefahr. Kurzfristig besorge ich mir dann doch noch ein Ticket und nehme mir außerdem vor, nichts oder nur sehr wenig zu trinken. Beim Blick aufs Ticket fällt mir auf, dass die Soul Invaders den Support übernehmen. Feiner Zug, denke ich mir und renne schnell zu selbigem.
Die Fahrt so weit so ereignislos. Außer dass in Werne a. d. Lippe bereits jemand beim Aussteigen auf dem Gleis zusammenbricht, vermutlich wegen Alkohol. Wäre ich abergläubisch, würde ich das vermutlich als eine Art Omen auslegen. So nehme ich mir aber einfach nur vor, bei der oben getätigten Aussage zu bleiben.
Das Gute am Gleis 22 ist, dass es, wie der Name schon sagt, sich mehr oder weniger direkt am Bahnhof befindet. Dementsprechend entscheide ich mich auch, den späteren Zug zu nehmen, da ich einfach nicht so Bock habe, eine Stunde alleine auf die erste Band zu warten. Außerdem wäre es wohl spätestens dann nichts mehr mit dem guten Biervorsatz geworden. Ohne die im vorherigen Bild aufgeführte Verzögerung wäre ich wohl auch perfekt in Münster aufgeschlagen. So verpasse ich jedoch die ersten Songs der SOUL INVADERS.
So extrem schlimm ist das jetzt auch nicht, habe ich die Band doch schon das ein oder andere Mal gesehen. Trotzdem kann man sich die alten Herren immer mal wieder angucken. Zumindest solange das nicht zu oft wird. Heute auch wieder mit sichtlich Spaß bei der Sache. Der Sänger rennt wie von der Hummel gestochen über die Bühne und hält sich das Mikro in seinen nach vorne fallenden Haarkranz. Posen hat der Gute über die Jahre definitiv gelernt.
Auch heute mal wieder eine ordentliche Punk'n'Roll-Wand mit viel Arschtritt. Bei den Gitarrensoli wird das Gesangsmikro immer mal wieder direkt an den Verstärker gehalten, was allen das Trommelfell reißen lässt.
Raupen-Time! So viel Zeit muss sein.
Viele neue Songs werden dargeboten, aber da ich auch beim älteren Repertoire der Band nicht so wirklich fit bin, macht das für mich nicht so wirklich einen Unterschied. Klingt halt einfach alles ziemlich fett. Manchmal etwas bluesig und dann gibt es wieder richtig auf die Fresse. Kann man sich definitiv öfter anschauen, lediglich die Spielzeit war für meinen Geschmack etwas zu lang.
Auf dem Klo treffe ich Annegret Kramp-Karrenbauer und einen Latte schlürfenden Macchiato-Hipster, die gerade dabei sind, sich von oben bis unten abzuschlecken. Genervt schubse ich die beiden von der Kloschüssel und entledige mich des überschüssigem Ballasts.
Das tat gut und jetzt bin ich auch bereit für die COSMIC PSYCHOS.
Da hier noch etwas umgebaut werden muss, habe ich die Pause mal genutzt um mich ein bisschen in der Lokalität umzuschauen. Wow! Nicht nur Musiker und Roadcrew wandeln nun schon etwas länger um den Globus, auch das Publikum heute Abend hat schon ein paar Tage auf dem Buckel. So merkt man den Besuchern zwar die Freude über den Abend an, dennoch wird sich, sowohl was den Bierkonsum angeht als auch bei der Interaktion, etwas zurückgehalten. Das könnte natürlich aber auch daran liegen, dass der Großteil der Anwesenden morgen früh raus muss.
Beim Anblick der Band bin ich ja zunächst ein bisschen erschrocken. Vor allem Gitarrist John Onya sieht mit seinen zwei blauen Augen und der extrem verpeilten Art, wie er auf die Bühne torkelt, wirklich arg mitgenommen aus. Hat der sich geprügelt? Kann man sich in Münster überhaupt prügeln? Aber was solls? Da wird direkt erstmal das Shirt ausgezogen und rumgeblödelt. Im AZ würde das wohl nur so semi-gut ankommen. 
Ansonsten wird hier in gewohnter Manier vom ersten Song an alles niedergewalzt, was sich dem verzerrten Overdrive-Sound so in den Weg stellen kann. Zurück bleibt eine Spur aus verbogenen Fahrradspeichen, zermalmten Ziegeln und Hautfetzen. Da, wo die australische Planierraupe drüber gegangen ist, wird in den nächsten hundert Jahren ganz bestimmt nichts mehr wachsen.
Eingestiegen wird übrigens direkt mal mit "Pub", dem "Nice Day To Go To The Pub" folgt. Schon verrückt, dass sie diesen Mega-Hit direkt als zweites verheizen, aber eine gute Punkrock-Show ist ja dafür bekannt, mit Erwartungen zu brechen.
Ein bisschen Altherren-Humor darf natürlich auch nicht fehlen. Kommt gut an und auch meine Mundwinkel ziehen sich nach oben. Und auch wenn die Cosmic Psychos jetzt nicht die Band ist, die eine wer-weiß-wie extreme Bühnenshow aufs Parkett zaubert, man sieht ihnen deutlich an, wie viel Spaß es machen kann, mit seinen Kumpels um die Welt zu reisen, seeeeehr viel Bier zu trinken und Quatsch zu machen. Dafür war die Band ja früher schon bekannt, so haben sie mal versucht, als sie noch jung und stark waren, einen Fiat aus dem Halteverbot zu tragen. Das hat aber leider nicht funktioniert. Immerhin gibt es dadurch so für zwischendurch eine nette Anekdote.
...und so bin ich dann auch - obwohl es im Vergleich zu dem, was ich so an Konzerten gewöhnt bin, eher ein gesetzter Abend war - doch sehr zufrieden, nach Münster gefahren zu sein. 

Übrigens habe ich über den Abend verteilt zwei kleine Pinkus getrunken, die zählen ja nicht.

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