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Much The Same, Straightline, 04.08.2019 in Hamburg, Monkeys Music Club - Bericht von Thruntilldeath

Much The Same, 04.08.2019 in Hamburg

Abreise vom Brakrock, und weil man ja eh nichts Besseres zu tun hat und man am Ende sowieso wieder in Hamburg landet, kann man sich am Abend auch gleich noch ein Konzert gönnen. Dank des verrückten Hamburger Konzertsommers gab es gleich zwei Events zur Auswahl: 1. Less Than Jake und Hit The Switch zusammen mit den kleinen Fratzen von den Haermorrhoids (sic!) im Molotow, oder 2. MUCH THE SAME und STRAIGHLINE im Monkeys. Da Event 1 schon um 17 Uhr beginnen sollte und wir wussten, dass wir nicht vor 12 loskommen würden, war die Entscheidung relativ einfach: Event 2. Zumal Much the same auch einfach mal eine meiner Lieblingsbands mit vielen Lieblingsliedern sind, LTJ schon zu oft gesehen wurde und es im Monkeys einfach versprach, viel muggeliger zu werden.
Dank des reichhaltigen Angebots belgischer McDonalds-Fillialen gab es neben der kleinen Pommes noch die mittlere und große Pommes zur Auswahl. Es wurde dann, verrückt wie ich bin, die kleine UND große, also quasi eine mittlere zum Preis von deutlich mehr. Hat insgesamt aber noch beschissener geschmeckt als hier in Deutschland, muss man auch erstmal schaffen.
Keine 6 Stunden später dann nach lecker Falaffel mit allem Krimskrams und Gedöns satt, müde, trotz Dusche leicht siffig und voller Vorfreude im Monkeys eingetrudelt und erstmal wieder mit Vollgas die nächsten Jever Fun reingeschraubt. Lief schon wieder viel zu gut ins Scheißmaul rein die Pisse. Erstaunlicher Weise war im Monkeys doch sehr wenig los. An einem Sonntag. Mit "unbekannten" Bands. Im Monkeys. Mit Less Than Jake um die Ecke und dem beginnenden Punk Rock Holiday. Hat allerdings auch den Vorteil, dass man dann 1. nicht so schwitzt (naja), 2. man direkt vor der Bühne stehen oder auf den Hockern sitzen kann und 3. die Atmosphäre eher Wohnzimmer als Festivalbühne ist. Und dann noch Much the same quasi zum Anfassen, uiuiui.
Doch erstmal warten, bis die kleinen Räuber von STRAIGHTLINE aus München aufgebaut haben. Kaum zu glauben, dass die schon in Tokyo gespielt haben (sechs Mal, wurde stolz verkündet...), aber tatsächlich noch NIE in Hamburg. Gut, Skatepunk(thrash)krams ist hier auch nicht wirklich ein dankbares Genre, es sei denn, die Band heißt Good Riddance, Ignite, Bouncing Souls, etc. Also alles wieder Musik für Menschen mit begrenztem Musikhorizont, da guckt man sich ja auch schon per se keine "neue" Band an. Wär ja auch noch schöner, wo kommen wir da nur hin. Nachher bekommt das noch jemand mit, dann wäre der Ruf vollends dahin...
Straightline hatten in Belgien schon recht gut mit Spaß, Spielfreude und ihrem metallastigen Skatepunk (oder punklastigem Thrashmetal? Irgendwo dazwischen) überzeugt. Highspeed-Geballer, Gniedenfiedelgitarre, quasi Motorsäge auf Vollgas. Und dazu schön keifiges Gesinge, Gangshouts und und und. Volles Programm aus der Klischeekiste! Aber ker, wat hatten die denn einen Bock, hier im Monkeys alles kaputt zu spielen? Da wurde gebrüllt und gehüpft als wären 1000 Leute da und die Herren Headliner auf keine Ahnung, RD Rock oder so. Trotz nur 20 - 30 Zuschauern ein reines Fest, inkl. feinster Publikumsinteraktionen wie Mitklatschen (ein Gitarrist und ein Zuschauer), Sitzpogo (ein Gitarrist und ein Zuschauer und zwei Barhocker), Suchspiel (ein Bassist vs. eine Bierflasche "im Schatten") und schön viel Blödsinngelaber. Das darf gerne im Hamburg wiederholt werden, nä? Gut. Vorhang zu, Umbaupause, bereit für den zweiten Akt?
Vorhang auf für MUCH THE SAME aus Chicago. Machen überraschenderweise auch Skatepunk: "Their style is based on the fast, melodic skate punk of the mid-to-late 1990s made popular by bands such as NOFX, Lagwagon, and No Use for a Name." Gut, auch affig, dann Leute wegen ihres begrenzten Horizonts zu verurteilen, aber... Ja mei, man könnte jetzt auch sagen, dass Much the same da einfach ganz anders klingen und viele tolle Hymnen haben, aber im Endeffekt klingt das für nicht so 90s-affine Menschen doch auch alles gleich. Was macht das hier also so besonders? Tjo, was macht die x-te Karohemden-Punkband relevant, oder die y-te Crustkombo? Oder "witzigen" Powermetal? Eben, und wenn man das einfach wirklich richtig dumm doll abfeiert und Spaß hat, dann ist das auch ok!
Und wenn man dann auch noch direkt inandurchdrumherum die Band steht und ein Knallersong nach dem anderen gezündet wird, und Wish und Stitches sich mit American Idle und Masquerade abwechseln, die neuen Songs perfekt ins Set passen und die Band einfach sich den Arsch abfreut, dass da vier fünf sechs Leute mitsingen und drei vor der Bühne rumhüppeln, dann.. ja was dann? Dann ist das ein verdammt geiler Konzertabend voller Schweiß und kaputten Stimmenbändern ("My voice is broken, can't talk, thanks for coming" auf dem Handy rumzeigen, süß), voller Emotionen und dem Gewissen, eine Band, von der ich nie gedacht hätte, sie jemals mal live sehen zu können, nicht nur einmal, nicht nur zweimal, sondern auch noch SO hautnahm erleben zu können. Eigentlich reicht das echt für dieses Jahr mit Konzerten, wird eh nicht besser.
Sagte sich dann auch die Mütze und ging den Weg alles Irdischen. Tschö.

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Horace
(Horace)
13.09.2019 16:46
"Lief schon wieder viel zu gut ins Scheißmaul rein die Pisse."

Das muss dieser Qualitätsjournalisumus sein für den ich Bierschinken liebe

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