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Helmut Cool, Herrengedeck Royal, Die Daniels, 07.09.2019 in Stuttgart, JuHa West - Bericht von Gerdistan

Helmut Cool, 07.09.2019 in Stuttgart

Helmut Cool releasen ihr neues Album "Verbesserte Rezeptur" und haben zu diesem Berufe die mächtigen DANIELS aus NRW eingeladen sowie die nicht minder mächtigen HERRENGEDECK ROYAL aus dem heimischen Arschburg. Da in jener Stadt das ganze Wochenende überhaupt nichts los ist, biete ich mich als Fahrer für HR an. Dieses Angebot wird aber ausgeschlagen, da man vor dem Konzi unbedingt noch mal proben muss, und so fahre ich mit dem ICE zum Supersparpreis nach St. Uttgart. Auf dem Weg zum Augsburger Hauptbahnhof werde ich nassgeregnet, dafür habe ich die ganze Fahrt ein 6er-Abteil für mich (und Oscar Wilde) alleine.
Bierschinken-Division Wiesbaden! Ich weilte unter der Woche in Mainz (Drecksloch) und Wiesbaden und habe viele Dinge erlebt, die nichts mit Punk zu tun haben. Weil in Wiesbaden punkmäßig nix los war. Jaja, wär ich mal bis zum Wochenende geblieben und auf das Angst macht keinen Lärm-Ding gegangen, aber erstens haben da Love A gespielt und die will ich nicht unterstützen und zweitens war es sowieso ausverkauft.
Erste Station ist ein Dönerladen namens "Ützel Brützel" in der Nähe des Hauptbahnhofs (bald Stuttgart 21). Die bieten "Kebap Hawaii" an (siehe Bild). Das war so ne Art Running Gag bei uns, und deshalb habe ich mich mal geopfert und mir einen geleistet. 5,50 ärmer und eine Erfahrung reicher. Der Döner wär nicht mal ohne Ananas besonders gut, so kriegt er eine glatte 4 - als Grundlage zum Saufen wird er's schon tun.
Zweite Station ist der Kiosk meines Namensvetters "Gerd Dienst", der seinem Namen aber nicht gerecht wird. Ich wollte mir bei Gerd Feierabend nämlich eigentlich ein Wegbier für die restliche Strecke zum JuHa West holen, aber Pustekuchen. Trocken wie Saharasand (oder Dr. Alexander Thruns Humor) marschiere ich die letzten anderthalb Kilometer durch Stuggi.
Das heutige Programm: DIE DANIELS, teilweise bekannt durch den Shitlers-Auftritt in der Ballonfabrik anno 2015 und von diversen Begegnungen im Suff. Dann HERRENGEDECK ROYAL, die an eben jenem fatalen Januarsamstag den Support gaben und mir seitdem auch regelmäßig über den Weg laufen, und eben HELMUT COOL, die ihre bisherigen Chancen, auf den heiligen Brettern der Ballonfabrik zu stehen, stets in den Wind schossen.
Im JuHa West wird sich strikt an Uhrzeiten gehalten, vor 20:00 kein Einlass. Immerhin kann ich Borat Regenschirm überzeugen, mir Bier nach draußen zu bringen. Alsbald stoße ich in den Backstageraum und darf live miterleben, wie die Daniels überlegen, welches Lied sie aus dem Set werfen. Sie sollen um exakt 20:40 anfangen. Geniestreich von Posaunist Chris: "Wir fangen einfach um 20:38 an, dann schaffen wir alles!" Tja, ob das geklappt hat, lest ihr nach der nächsten Maus.
Die Daniels betreten die Bühne. Instrumentiert mit 2x Gitarre, gelegentlich ausgewechselt durch 1x Keyboard (Multiinstrumentalist Mark Cechura!), 1x Bass, 1x Posaune, 1x Trommeln. Komplettiert werden sie durch den charismatischen Frontmann Frank Daniel (geb. Shitler).  Es beginnt mit irgendeinem schmalzigen Popsong auf der Gitarre, bevor das erste "richtige" Lied beginnt, in welchem dem Publikum wiederholt bestätigt wird, was für "geile Leude" alle sind. Hit-Zeile: "Mit dieser Band hast du nicht viele Freunde, aber die, die du hast sind richtig geile Leude!". Ich denke die Weichen für den restlichen Verlauf der Show sind gestellt. Was später noch wichtig wird: Unten auf dem Bühnenbanner der Daniels sind unterhalb der Ananassen ihre Sponsoren aufgelistet: Camp David,  Edeka, Nestle, Deutsche Bahn und Pirelli. Genau mein Humor!
Neben weiteren Coversongs ("Big Big Girl in a Big Big World", "Complicated") als Songintros oder als komplett eingedeutschter Song ("Sie" von "Grüner Tag") werden viele Phrasen besungen, die dem aufmerksamen Leser von Facebook her bekannt sind ("einfach klasse"), und außerdem ca. sieben Mal das Band-Theme "Wir sind die Daniels" auf die Melodie von "Wir sind das Ruhrgebiet" (W. Petry) gespielt. Insgesamt ein Schauspiel voller Albernheiten, aber - es kommt an. Der sonst so zurückhaltende Stuttgarter wippt mit dem Fuß und teilweise sollen sogar Leute mitgesungen haben.Wie aus Shitlers-Zeiten üblich wird das Ganze so sehr in die Länge gezogen, dass es irgendwann anfängt zu nerven, und nach nahezu 50 Minuten Spielzeit wird das Publikum gebeten, während des letzten Songs aus dem Raum zu gehen. Hierbei treffe ich Ferdinand Führer und verstricke mich in ein Pläuschchen.
Nächste Band: Herrengedeck Royal. Bassist Roger Matschbirne im hautengen Pailetten-Oberteil (Zitat F.B.: "Der sieht ja aus wie eine Frau!), Gitarrist Matze erstaunlich unaufgeregt und bekleidet in Schwarz, was der Drummer trug weiß ich nicht mehr. Es folgt ein Vortrag größtenteils neuer Hits vom neuen Album, auf das ich sehr gespannt bin, da zumindest "Pissen bei Karstadt" ein riesiger Hit Schrägstrich Ohrwurm ist. Leider wird vom alten, obszönen Zeug nichts zum besten gegeben. Als Matze dann auch noch eine Saite reißt, wird endlich der Leberwurst-Witz uraufgeführt, bevor Multiinstrumentalist Mark Cechura mit seiner eigenen Gitarre aushilft. Die Band selbst war in Bezug auf ihre Performance recht kritisch, mir hat's gefallen und dem Stuttgarter Pöbel augenscheinlich auch.
Nach einem kurzen Intermezzo im Backstageraum, bei dem sich irgendein Hardcorebollo tierisch über die auf dem Bühnenbanner beworbenen Firmen aufgeregt hat, später aber nicht mehr aufzufinden war (man muss sich das so vorstellen, dass dieser Typ 10 Minuten im Backstageraum rumgeschrien hat und dann offenbar direkt nach Hause gegangen ist) stehen dann endlich auch die Helmuts auf der Bühne, von ihnen leider kein richtiges Foto, deshalb muss dieses von Roman Trötberger, Multiinstrumentalist Mark Cechura und Chris, seines Zeichens Sänger und Gitarrist von Helmut Cool, jetzt mal reichen. Der HC-Auftritt war dann auch wieder sehr nett, das neue Album nicht am Stück runtergeholzt sondern mit Hits von der ersten Platte (Bullenparanoia, Bachelor of Hartz, Van Gogh) durchwürzt. Zum Schluss noch ein paar Exmitglieder an die Instrumente, alle glücklich, alle froh.
Nach dem Konzert dann die übliche Sauferei, aber bis auf einen harten Kern zerstreut sich das doch zahlreich anwesend gewesene Publikum recht zeitig. Wir beteiligen uns noch am Videodreh für Helmut Cools neuen Hit "Lieb doch wen du willst", das war zwar alles schon mal im Kasten, aber dann hat jemand aus Versehen eine SD-Karte gelöscht und deshalb war alles weg. Tja. Nächster Morgen, die Ereignisse des Vorabends werden bei einem opulenten Frühstück im Hause Berg bequatscht, während Herrengedeck Royal und die Daniels verzweifelt Franks Brille suchen. Zu dritt im vollgestopften Corsa geht es dann zurück nach Arschburg, Zeug in den Proberaum tragen, Fahrrad abholen und durch den Regen nach Hause. Schöner Trip, gerne wieder.

Bis zum nächsten Mal, 
euer Gerd

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