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Urban Culture Fest: Daily Thompson, Travels & Trunks, Drens, 07.09.2019 in Dortmund, Hoeschpark - Bericht von der Redaktion

Urban Culture Fest, 07.09.2019 in Dortmund

Peter: Heute gehts mit Kind und Kegel in den Hoeschpark, dort lockt das Urban Culture Fest mit Musik von Hip Hop bis Stoner Rock und allerlei anderem Krams wie Graffiti- und Breakdance-Workshop und natürlich lecker Pommes und Bier!
Zwen: Sport! Sport gab es auch noch! Immerhin nicht nur langweiligen Fußball, sondern auch das amerikanische Pendant. Hätte ich mir gerne angeschaut, habe ich aber verpeilt. 
Peter:  Wir kommen mit leichter Verspätung gegen 16:30 an und latschen erstmal quer durch den Park auf der Suche nach der Dortmund macht Lauter Stage, laufen aber in die komplett falsche Richtung. Dafür bekommen wir ein bisschen von der Hip-Hop-Stage mit, wo zwei Jungs irgendwas von "ich hab nur noch 24 Stunden... ich zieh noch ne Line und fick ein paar Pussys" singen. Einzige Zuhörer sind in diesem Moment ein paar noch sehr junge Kinder. Brrrrrr wie unangenehm... schnell weg!
Zwen: Das hat mich echt überrascht, normalerweise heißt es doch überall, dass HipHop so arschviele Leute zieht. Sind die Zeiten etwa vorbei? Immerhin bekommt man vor der Dortmund macht Lauter Stage das erwartete Bild. Gefühlt 90% der Menschen sind Eltern, oder solche, die es gerne wären.
Zwen: Heute eröffnen dort die "Rock"-Bühne die Lieblings-Sonntags-Picknick-Band aller Mütter und Väter TRAVELS & TRUNKS. Die geben mit ihrem smooth-träumerischen Indie die Richtung an, in die es heute gehen soll. Die sehr saubere Bob-Marley-Stimme verführt uns zum Platz nehmen und zum gaaaaaanz langsamen Biertrinken. Das mit der Trinkgeschwindigkeit ist bei den Preisen (3,5€/0,3l)  hier wohl auch eine kluge Sache.
Peter: Mir gefällt dieser Mix aus Country, Indie, Folk und Rock wie immer ganz gut. Der Funke springt aber heute bei mir nicht über, ist aber auch noch viel zu früh, zu leer und ich bin viel zu nüchtern für Funkenflug. 
Zwen: Zu Beginn gefällt mir der Auftritt noch ziemlich gut, irgendwann wird es dann aber echt etwas eintönig, weil sich die Songs doch stark ähneln. Generell nicht so mitreißend wie vorherige Konzerte, die ich von der Truppe schon sehen durfte. Heute halt mehr das Begleitbrot zum Sonntags... äh Samstagspicknick.
Peter: Nach dem Auftritt drehen wir noch eine Runde durch den Park. Hierbei legen wir einen kurzen Stop am Baseballfeld ein und schauen den "Wanderers" beim Spielen und der Football-Manschaft beim Trainieren zu, dabei fällt mir wieder auf, wie langweilig das Zuschauen bei diesen Sportarten ist.
Zwen: Gut, dass wir uns bei unserer Erkundungstour mit viel rationaleren Dingen beschäftigen. So begeben wir uns auf die Suche nach Essbarem. Hier gibt es durchaus Auswahl: Neben klassisch Pommes-Currywurst (darf im Ruhrpott einfach nicht fehlen) gibt es hier noch Crepes, Donuts und Eis. Leider ist es uns heute zu kalt für Eis, ansonsten sollte es viel mehr Eis auf Festivals geben! Irgendwann fällt uns ein, dass wir zwar Hunger haben, eine Salattasche am Borsigplatz aber doch viel größeres Magen-Füllpotential hat als alles, was hier angeboten wird.
Zwen: Vorher schauen wir uns aber noch DAILY THOMPSON an. Die haben sich ja in den letzten Jahren auch über die Stadtgrenzen hinaus einen ziemlichen Bekanntheitsgrad erspielt und zählen auch für mich eigentlich zu den besten Stoner-Bands, ganz einfach, weil sie meist nicht diese bekiffte Schleppscheiße machen, sondern ein richtig schön druckvolles Brett in die Welt blasen. Vor allem der Gitarrensound gefällt mir heute mal wieder ausgesprochen gut. Richtig schön klar und ausdifferenziert, aber zugleich auch so direkt und nach vorne drückend.
Zwen: Leider habe ich auch hier wieder das Problem, dass mir das alles auf Dauer wieder vieeeeeel smoother vorkommt, als wie ich das von kleinen, schummrigen Clubs kenne. So ist es zwar mittlerweile vor der Bühne etwas voller und es wird sogar ein bisschen getanzt, aber dann steigt wieder diese Sonntag-Nachmittags-Melancholie in mir hoch und das wars dann.
Peter:  Stoner-Rock spielt bei mir, was die Verachtung angeht, in der gleichen Liga wie Gangsta-Rap. Diese Musik ist so dermaßen dröge und monoton, dass mir, egal bei welcher Band dieses Genres, die Klappen nach maximal einem Song zufallen. Neben mir schwärmt jemand davon, was für einen Druck der neue Schlagzeuger hat. Bei mir drückt das Dargebotene nur eins und zwar die Laune. Wenn ich mir dann noch die ganzen Retro-Hippies im Publikum anschaue, die wie die größten Keta-Opfer mit ihrem langen Haaren und Wildlederwesten im Takt mitwabern, kommt mir fast das teure Bier wieder hoch. Anscheinend hab ich meine Verachtung für diese Musik auch mit den Genen auf meine Tochter übertragen. Die heult nämlich den halben Auftritt und kackt sich als Zeichen der Ablehnung komplett voll. Wir verschwinden daher kurz, um erst die Wurst aus der Buxe des Babys zu holen und dann überteuerte Wurst in die Mägen der Eltern zu laden.
Zwen: Schuldenberg, pepperann und ich suchen mal schnell den Absprung, während es ersteren in die Dorfidylle auf die heimische Couch verschlägt, machen wir noch kurz halt beim Borsiggrill. Eigentlich wollte ich jetzt noch ins Rattenloch. Leider hat mich die heutige Veranstaltung so runtergezogen, dass ich total müde, ausgelaugt und um 30 Jahr gealtert bin und auch meine Reise auf der Couch endet.
Peter:  Gesäubert und Gesättigt kehren wir danach aber noch mal zu DRENS zurück. Bei denen sich auch so langsam etwas Publikum vor der Bühne verwurzelt hat. Zum Glück verschwinden jetzt schnell die meisten der Retro-Hippies. Denen ist der Indie-Surf-Punk der Dortmunder Band bestimmt zu flott und modern. Das verträgt sich nicht mit dem ganzen Keta und Kiff im Kopp. Dafür tanzen nun alte Frauen barfuß auf der Wiese, sind bestimmt die Mamas der Musiker oder die Omas. Letztens Zuhause beim Kochen und Putzen fand ich die Musik und Videos, die es von der Band auf YouTube gibt, ganz nett. Irgendwie ein bisschen wie FIDLAR in weniger abgefuckt, aber auch leider irgendwie ein bisschen zu viel wie FIDLAR und leider viel zu wenig abgefuckt. Aber hier für den Moment, für die tanzenden Mamas und Omas und die stehenden Papas und Opas ganz nett. Aber um, wie Fö sie angepriesen hat, der neuste heißeste Scheiß aus Dortmund zu sein, dann irgendwie aber doch zu wenig eigenständig. Aber ist ja noch ne junge und frische Band, da kann sich ja noch einiges tun. Ist auf jeden Fall Wert sie im Auge zu behalten! Nach 3/4 der vorgesehenen Spielzeit reicht's mir dann aber auch, außerdem fängt es an zu regnen. Bevor das Baby aufweicht, schauen wir noch einmal an der Hip-Hop-Stage vorbei, sagen ein paar Leuten "Tschüss", schütteln noch mal verständnislos den Kopf, lachen laut als einer der Rapper seinen Einsatz verkackt und machen uns dann auch auf den Weg zur Couch um dort ebenfalls weiter zu altern.

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