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Sedlmeir, Saender, 24.01.2020 in Dortmund, Subrosa - Bericht von Fö

Sedlmeir, 24.01.2020 in Dortmund

Friday Night Music Club nennt sich eine Konzertreihe im Dortmunder Subrosa, bei der einfach mal Bands für lau spielen. Kann man machen! Natürlich nicht ganz für lau, ein Hut geht rum. Finde ich fair, jeder kann geben was er/sie für richtig hält. Heute spielt in in diesem Rahmen Sedlmeir. Ist mir dem Namen nach und vom gelegentlichen Reinhören schon länger ein Begriff, hab mich aber nie tiefer mit dem Künstler befasst. Und auch noch nie live gesehen. Unter anderem vielleicht auch deswegen, weil ich mir immer unsicher war, ob mir das überhaupt gefallen würde. Da ist so ein Hutkonzert doch genau das Richtige!
Es gibt aber noch einen Vor-Act: SÆNDER. Ich musste lange suchen, um das "æ" auf meiner Tastatur zu finden, und bin eh allgemein immer voreingenommen, wenn Bands komische Buchstaben oder Schreibweisen in ihren Bandnamen packen, weil das doch eigentlich nur bedeutet, dass sie kaschieren wollen, welchen öden Namen sie eigentlich haben. Nunja, schauen wir mal, ob der Sænder denn auch sendet oder ob das eher versandet...
Musik ist irgendwie so Wave-Pop-Kram mit ner Wagenladung Hall. Kruse wirft "Selig" als Vergleich ein, was vielleicht auch irgendwie passt. Vieles, was den Sound ausmacht, kommt über Effekte oder vom Laptop, wobei wir heute eine Solo-Performance sehen und er wohl sonst auch mit Band auftritt. Vielleicht klingt es dann etwas runder, mir war das einfach alles zu künstlich. Drumcomputer (oder Computer-Drums? Wie nennt man das?) finde ich eh immer sehr schwierig, klingt halt sehr trocken, während der Rest des Sounds eher vor sich hin wabert und der Gesang irgendwie drüber nölt. Für mich passt das alles nicht so recht zusammen.
Kann mich also nicht so überzeugen. Deswegen stehen wir auch maximal weit weg von der Bühne, maximaler geht nur bei den gelegentlichen Raucherpausen, denen ich mich fügen muss, um hier nicht alleine rumzustehen. Warum kenne ich immer noch so viele Leute, die rauchen? Haben die alle kein Rückgrat?
Dann SEDLMEIR. Schwer zu umschreiben, was das ist. Auch ein Typ, auch mit Laptop als Begleitband, aber irgendwie auf nem anderen Level. Denn obwohl er sein Soloprojekt nach sich selbst benannt hat, wirkt Sedlmeir mehr wie eine Kunst- und Bühnenfigur, ein wenig abgehoben und aus der Zeit gefallen. Musikalisch, naja, Rock mit Elektro-Gebingsel, vielleicht ein wenig Punkrock dazu, dafür aber auch Schlager-Einflüsse. Schwer zu greifen, aber was zählt ist hier wahrscheinlich mehr die Gesamt-Performance.
Und ich muss sagen: Da hab ich mir mehr von erhofft. Irgendwie will das nicht so recht zünden, was der Herr Entertainer da von sich gibt. Zumindest bei mir nicht. Er führt ja ganz galant durch sein Programm, kleine Scherze hier und da, aber irgendwie auf nem ganz eigenen Humor-Planeten. Oder vielleicht verstehe auch nur ich die Mördergags nicht, die er da abreißt. Da sind so Schmunzler dabei wie "Das nächste Lied ist der Titeltrack des Albums 'Fluchtpunkt Risiko' - und es heißt: 'Fluchtpunkt Risiko'!". Neben mir brüllt sich einer total weg, als hätte seine Lieblings-Karnevals-Kapelle gerade den Tusch ihres Lebens gesetzt. Ich fühle mich ein wenig im falschen Film.
Wobei sich Sedlmeir selbst auch durchaus auf Karnevals-Humor-Niveau herab begibt und dann so Sprüche raus haut wie "für Dortmund nicht schlecht!", was vermutlich an den Lokalpatriotismus appellieren soll. Vielleicht auch provozieren soll, aber dazu ist er zu brav. Zu seiner Ehrenrettung, der politische Unterton in seinen Texten ist eher links und antifaschistisch. Aber nunja. So ganz warm werde ich mit der Show nicht. Musikalisch sind ein paar starke Songs dabei, andere hingegen kicken mich gar nicht. Insgesamt durchwachsen halt.
Ein Highlight aber doch noch: Zu Ehren des kürzlich verstorbenen GUZ wird der Aeronauten-Klassiker "Freundin" dargeboten, gemeinsam mit Saender. Schöne Sache. Also, der Song, das mit GUZ ist wirklich sehr traurig. Habt ihr eigentlich schon alle euren Organspendeausweis ausgefüllt?

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