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Ort & Bass+arts, 22.07.2020 in Dortmund, Dortmunder U - Bericht von Fö

Ort & Bass+arts, 22.07.2020 in Dortmund

Alles retro, alles kommt wieder! Zum Beispiel Konzerte! Kennt ihr das noch, Konzerte? Da sind die Leute früher hingegangen, als es noch keine Online-Streams gab. Also, jetzt in echt! Die sind da wirklich physisch hin mit allem was dazu gehört. Faulenzer-Jogginghose gegen Ausgeh-Jogginghose tauschen, Schuhe anziehen, die Haare richten, in ein Verkehrsmittel steigen, um dann irgendwo vor ner Bühne zu stehen und ner Band zuzuschauen. So witzig ey. Heute kann man das glücklicherweise alles ohne den ganzen Stress haben und nebenher bei der Klositzung erledigen. Aber, naja, ein paar Mutige (oder einfach zeitlich Hängengebliebene) wagen es trotzdem dann und wann und organisieren sowas, so ein "richtiges" Konzert. Finde ich gut, kann mich zwar kaum noch erinnern, wie das damals so war, aber das Erlebnis will man ja trotzdem nochmal spüren.
Heute geht es zum "Sommer am U", regelmäßig finden hier Veranstaltungen (Konzert, Lesungen, Tralala) im Schatten des Dortmunder U statt. Heute mit den Bands BassTarts und Ort. Das Einlassprozedere ist simpel: Man kommt an (mit Maske), hinterlegt seine Adressdaten, sucht sich ne Sitzgruppe aus, setzt sich und darf dort die Maske abnehmen. Die Sitzgruppen sind durch farbige Halbkreise umrandet, außerhalb derer man nur mit Maske rumlaufen darf, beispielsweise um sich ein Bier zu holen oder Bier wegzubringen. Nicht einig sind wir uns, ob man Sitzgruppen einfach nach Gutdünken erweitern kann (es gibt verschiedene Größen von 3 bis 7 Liegestühlen), aber vermutlich würde man damit den Bannkreis durchbrechen und die ganze Dämonenbeschwörung wäre dahin.
Und so sieht das aus. Eigentlich gemütlich. Schöner wäre es, wenn wir uns auf der sonnenzugewandten Seite des U befinden würden, hier weht doch ein recht kühler Wind, der, gepaart mit der schwermütigen Musik, doch hin und wieder etwas frösteln lässt. Man kann auch nicht tanzen, kündigt Tobi an. Ich vermute zunächst, dass das ebenfalls an der Musik liegt, aber es sind wohl doch die Auflagen.
Alles schön und gut, besser Auflagen als gar keine Konzerte. Würde mir lediglich, wegen dem kalten Wind, mehr Auflagen für die Liegestühle wünschen. Vielleicht bin ich auch einfach nur alt und jammerig geworden. Nunja. Musik. BassTarts oder Bass+arts oder wie auch immer sie sich schreiben, das T ist ein Kreuz, ich habe aber nicht sonderlich viel Christlichkeit in den Texten feststellen können.
Die Band besteht aus zwei Bässen und Schlagzeug, dazu dann und wann meist dunkler und monotoner Gesang bis Geschrei sowie ein paar Samples. Finde ich vom Konzept her ziemlich cool, ich stehe einfach auf Bandkonstellationen abseits der Norm. Das Ergebnis aber, naja, haut mich leider nicht vom Sitzmobiliar.
Ich bin aber auch einfach zu verwöhnt und höre gerne Musik mit Melodien, das hier ist mir zu experimentell und sperrig - und leider stellt sich auch nicht diese Soundwand ein, die ich bei zwei Bässen erwartet hätte. Mag aber auch am Drumherum liegen, in kleinen dunklen Kellerlöchern könnte das noch ganz anders zünden.
Also insgesamt so: Okay. Vielleicht wurde ja trotzdem euer Interesse geweckt, dann könnt ihr hier reinhören oder euch hier direkt den Konzertabend als Stream gönnen.
Ach wär dat jetzt schön, da hinten zu sein, wo die Sonne scheint! Nee, ich will nicht meckern. Hauptsache Konzert, endlich, geil! Irritierend finde ich, dass man, so aus Besuchersicht, bessere Plätze hat wenn man nicht ins Areal reingeht sondern einfach von draußen zuschaut, auch wenn es hygienetechnisch mehr Sinn macht, hier drinnen auf Abstand zu sitzen als sich draußen zu tummeln. Naja, muss jede/r selbst wissen.
Nächste Band: ORT. Kommen ebenfalls aus Ortmund und es lässt sich in sie hier reinhören. Kannte ich bisher nur, weil sie im Rahmen der Stream-Reihe der nicht-systemrelevanten Konzerte im Subrosa spielten. Hatte ich mir aber eh nicht angeschaut. Tja. Auf der Straße erzählt man sich, das sei die neue Band von N, den ich ebenfalls nur dem Namen nach kenne und bisher eher im Bereich der elektronischen Musik verortete, aber da hab ich wohl zu limitiert gedacht.
Ort machen so wummerndes sludgiges Kopfnicker-Gebrodel. Ohne Gesang, aber trotzdem schön intensiv. Und endlich mal mit der Soundwand, die ich mir bei der vorherigen Band gewünscht hatte. Das Songwriting fokussiert sich im Grunde auf Repetieren, wobei Tonabfolgen so lange ins Hirn gemartert werden, bis man kurz davor ist, das Atmen zu vergessen.
Ganz cool! Ich würde ja jetzt schon gerne mehr machen als Kopfnicken, Fußwippen und, wenn es mal ganz verrückt wird, Knieschunkeln, aber ist halt einfach nicht drin und das ist natürlich auch vollkommen okay. Hauptsache es geht mal was! Auftritt hat jedenfalls was. Und eines hat die ganze Abstand-Geschichte: Hier hat keiner groß Bock, sich vor der Bühne zu unterhalten, so dass man sich ganz auf die Musik konzentrieren kann. Oder auf seine eigenen Gedanken. Oder auf nichts.
Also: Cool soweit! Die Sommer-Am-U-Reihe geht noch den ganzen Sommer (ach!) und ich gebe einfach mal die Empfehlung ab, beispielsweise hier zu checken was da so an Interessantem dabei ist. Ich mach mir jedenfalls vorerst keine Sorgen, dass da Superspreading-Events draus werden könnten. Für uns endet der Abend in Gesprächen über all die Aufreger und Skandälchen der letzten Wochen, über die man sich nie austauschen konnte, weil man sich ohne Konzerte halt einfach so selten sieht. Tut auch sehr gut und fast hätt ich vergessen, dass heute Mittwoch ist. Gute Nacht.

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