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The Sewer Rats, Detlef, Kontrolle, Ni Ju San, 22.08.2020 in Wermelskirchen, AJZ Bahndamm - Bericht von der Redaktion

The Sewer Rats, Detlef, Kontrolle, Ni Ju San, 22.08.2020 in Wermelskirchen

Fö: Heute fahren wir in die Weltstadt Wermelskirchen! Das dort ansässige AJZ Bahndamm wollte eigentlich an diesem Wochenende 30 Jahre Bestehen feiern, dann kam so ne Pandemie dazwischen, dann kamen Lockerungen, und dann entschloss man sich unter dem Motto "Schluss mit gecancelt", einen Gegenentwurf zu den allgegenwärtigen Tour-Absagen zu bieten. Ganz abgespeckt für 150 Personen draußen auf dem Parkplatz, aber mit immerhin 4 Bands. Dementsprechend ist es auch ziemlich rasch ausverkauft, aber wir waren schnell genug!
frau wolfram: Was für ein Glück dass ich in der Nähe bin! Endlich Live-Musik, draußen, im Stehen (minimalistische Tanzbewegungen sind erlaubt) und Bier. Für mich eine neue Location die begutachtet werden möchte und 3 Bands, die mir eher wenig geläufig sind bis gar nicht. Zum Aufwärmen erst einmal ein paar Kölsch.
Fö: Mal die Lage checken! Der Parkplatz ist tatsächlich neu, hinterm AJZ gelegen und mit frisch gemalten Parkmarkierungen. Diese werden heute umfunktioniert zu sogenannten "Parzellen". Auf jede Parzelle dürfen 10 Personen und nur jede zweite Parzelle wird besetzt. Wer will, darf sich Stühle mitnehmen, für die anderen gibt es Stehtische. Wir teilen uns die Parzelle mit den Eheleuten PunkrockersRadio sowie anderen, uns zuvor unbekannten Personen.
frau wolfram: Zusätzlich zu den massigen 150 Leuten gesellen sich auch einige auf der anliegenden Fußgängerbrücke mit bester Aussicht auf die Bühne und die Parzellenbewohner.
Eine kleine Runde durch die Gemächer des AJZ haben wir auch gedreht. Sympathisch. Aber schon komisch, solche Läden ohne abgestandenen Rauch- und/oder Biergeruch. Die Toiletten riechen nach Desinfektion, auch später noch. Befremdlich, ein wenig.
Fö: Erste Band: KONTROLLE! Aus Solingen kommend, also um die Ecke, und, wie sie erzählen, auch selbst gerne Besucher im Bahndamm. Irgendwer meinte auch, es gäbe personelle Überschneidungen mit der Crew der hier stattfindenden/stattgefundenen Heartcoretage, aber das konnte ich auf die Schnelle nicht verifizieren. Oder kontrollieren.
Fö: Die Kapelle KONTROLLE hatte ich bereits Anfang des Jahres in Duisburg gesehen. Muss sagen, heute finde ich sie sogar noch ne Spur besser! Zu hören gibt es Post-Punk-Zeug der düsteren Gangart, viel Hall und so. Der Gesang ist mir mitunter zu monoton, kommt aber dafür umso besser, wenn geschrien wird. Begeistert bin ich vom Sound, der trotz Open Air und Wind ganz schön amtlich aus den Boxen flattert und schön Druck macht.
frau wolfram: Könnte jetzt nicht behaupten das so ähnlich schonmal gehört zu haben. Mir kamen da viele Assoziationen während des Hörens. Kurz hatte ich bei dem stumpfen Gesang Gedanken an Lacrimosa. Der gibt den erstmal belanglos anmutenden Texten so garkeine Emotionen. Klasse! Zwischendurch erinnern mich ein paar Passagen an eine Stoner-Band die es heute etwas eiliger hat. Nee, mit "Günther" hatten se mich direkt. Stark!
Fö: Von Platte immer noch nicht meins, aber live ist die Band echt zu empfehlen. Auch weil die Texte so zwischen verkopft, abstrus und stumpf wandern. Highlight ist das großartige "Baumarkt" mit der geradezu episch-theatralischen Zeile "Kannst du mir die Säge zeigen?"
frau wolfram: Bei "Baumarkt" kann man sich eine kleine Lachträne nicht verkneifen. "Solitär" und "360 Grad" haben sich auch voll eingebrannt. Ich fand die auf Platte im Nachhinein auch super.
Schönes Geschrammel, bissl düster, bissl witzig. Würde ich nochmal machen. Bums aus.
Fö: Anschließend NI JU SAN aus von hier. Alle paar Jahrzehnte sieht man die mal irgendwo spielen, ganz selbstironisch steht auf dem Banner "since 1776".
Fö: Tja, wie nennt man das? Teeniepunk von älteren Herrschaften? Ich schwanke ein wenig, ob ich das gut finden kann. Also, jetzt nicht wegen dem Alter (kein Ageism hier!), aber die Musik spricht mich halt nicht so an. Pop-Punk mit deutschen Texten. Mag ich zwar beides, aber ich glaube die orientieren sich eher am Fueled-By-Ramen-Sound und weniger am klassischen 3-Akkorde-Geschrammel.
frau wolfram: Der erste (?) Song "Gloria" kommt direkt recht theatralisch daher. Das könnte auch die Titelmelodie einer Anime-Serie á la Kickers oder Lady Oscar sein. Ist das evtl schon das Motto bzw der Stil, den die Herren darstellen wollen? Dann haben sie das astrein getroffen. Man könnte jetzt recherchieren ob es da einen kausalen Zusammen gibt. Dann erinnere ich mich direkt noch an "Catalina". Das hat die gleiche Wirkung auf mich. Ich möchte Mangas malen.
Fö: Die Performance besticht ansonsten zum Großteil durch die Ansagen des Sängers sowie der Badehose des Sängers. Etwas mehr Understatement hätte auch Sympathiepunkte gebracht, aber In-Ear, Funksender (die nicht immer funktionieren) und das einzige Band-Backdrop des Abends, ach, das ist mir irgendwie too much.
frau wolfram: Zwar geht der Musikstil irgendwann ein wenig weg vom Anime-Sound, aber das catched mich trotzdem nicht. Die posende Badehose ist mir auch zu viel und übertönt auch zu sehr die Musik. Aber in den vorderen Parzellen wird freudig aber sittlich getanzt. Alles gut. Jedem Tierchen usw...
Fö: Dann DETLEF! Zugegebenermaßen der Hauptgrund unserer Anwesenheit. Die Herzen der BesucherInnen erobern sie bereits beim Linecheck im Sturm, als Achim Wermelskirchen so wunderbar mit "Viele Kühe, wenig Gene" betitelt.
frau wolfram: Ey Fö man, den wollte ich bringen!!! Aber ja, wegen der Boys bin ich extra einem reichlichen Grillabend fern geblieben. Hübsch anzusehen sind sie heute, die Bügelfalten-Popper.
Fö: Achim, der Sprücheklopfer! Nach dem Auftritt gibt er noch zu Protokoll: "Man muss dem Publikum das geben was es braucht, nicht das was es will"
Fö: Einfach eine tolle Band! Rundum! Gespielt werden viele großartige Songs der Debütplatte "Kaltakquise" sowie auch zwei neue vom im Dezember erscheinenden Album. "Ich hasse Kopenhagen obwohl ich noch nie da war" ist jetzt schon ein Klassiker, "Keine Zeit für Geld" ist auch sehr gut.
frau wolfram: Toll Toll Toll! Endlich ein Grund, mal wieder das Tanzbein (vorsichtig) zu schwingen. Auch wenn das Album schon diverse Autofahrten begleitet hat, wird's nicht langweilig.
Kopenhagen jetzt zum zweiten Mal gehört. "Teurer Alk, gesunde Dänen, da kommen mir die Tränen..." Wat freu ich mich aufs nächste Album.
Fö: Linker Hand sieht man die über die angrenzende Bundesstraße führende Fußgängerbrücke, was einigen PassantInnen einen herrlichen Blick auf das Geschehen bringt - und uns einen guten Blick auf die PassantInnen. Alles dabei! Von Punks die keine Karten gekriegt haben über Rentner die mit Smartphones filmen zu Fahrradfahrern in kompletter Montur und ganzen Familien. Stark! Kultur verbindet!
frau wolfram: Ja und auch nicht zu vergessen die geduldigen Herren von der Freiwilligen Feuerwehr nebenan. Denen schien die Abwechslung auch recht zu sein. Zusätzlich gab's Cola-Verpflegung vom AJZ. Zu späterer Stunde hat es auch die nicht mehr auf den Stühlen gehalten.
Fö: Mit "Mittelscheitel" gibt es am Ende auch noch einen Supernichts-Song zu hören. Sehr gut! Schön kurzweiliger Auftritt, der Band wie Publikum viel Spaß bereitet hat. Ich bin begeistert! Detlef, für mich halt einfach die Band des Abends, ganz klar!
frau wolfram: Bis auf die zwei von drei Mikros bei denen der Sound nicht so optimal war, war das auf jeden Fall das Highlight des Abends und auch seit Monaten.
Fö: Das mit den Mikros muss son Mischer-Ding sein. Ist ja auch schwer vorstellbar, dass in einer Band mit drei Sängern zwischendurch auch mal jemand anderes als der Hauptsänger den Hauptgesang macht.
Fö: Anschließend THE SEWER RATS! Zuletzt gesehen vor 2 Jahren beim Wilwarin, heute halt mal hier. Heute gefallen sie mir richtig gut! Flotter Pop-Punk, der sich nicht immer allzu ernst nimmt.
frau wolfram: Und weiter gehts mit dem poppigen Programm.
Fö: Die Kanalratten haben im Frühjahr ne neue Platte rausgebracht - also mitten im Lockdown. Die Armen! Aber nun dürfen sie die neuen Songs endlich mal präsentieren. Ich kenne eigentlich nicht viele Stücke der Band (eigentlich nur "I'm quitting my job" und "My baby is at Groezrock and I am not"), aber an sich geht alles gut rein. Für alle, die gar nix kennen, gibt es natürlich auch noch Coversongs von Operation Ivy und Ramones.
frau wolfram: Ja die Cover waren dann wohl für mich. Aber egal. So ziemlich jedes Lied geht gut ins Ohr, macht Lust zu schwofen und verbreitet gute Laune. Könnte aber auch an den diversen Kölsch gelegen haben. Who knows. Ich meine ein Großteil des sitzenden Publikums hat sich nun auch mal erhoben.
Fö: Heute spielen sie mit Ersatzbassist. Als sie das erwähnen, muss ich die ganze Zeit grübeln, wo ich den denn schon mal auf ner Bühne gesehen habe. Ich glaube der ist von den Dimensions oder? Auch ne gute Band.
frau wolfram: Was für ein Sonnenscheinchen. Er hat mit seinem strahlenden Wesen direkt die Bühne eingenommen. Mir wäre es, bis auf das Outfit, nicht aufgefallen, dass er einer anderen Quelle entspringt.
Fö: Diverse Male wird "angedeutet", es gäbe am Ende noch ne "Überraschung", die etwas damit zu tun habe, dass Rancids "...and out come the wolves" exakt heute vor 25 Jahren raus kam. Boah, was kann das wohl für ne Überraschung werden? Mit Blick auf die Uhr bezweifle ich, dass sie das komplette Album spielen, aber ich bin trotzdem überaus begeistert, als "Time bomb", "Journey to the end of the east bay" und "Olympia WA" rausgekramt wird. Auch wenn ich mir bei Rancid immer unsicher bin, ob ich die Band, bei der offensichtlich auch dumme Leute spielen, noch gut finden darf. Aber ach, scheißegal, sind ja nur Coversongs. Geil!
frau wolfram: Der Endspurt des Bier-Tanz-Workouts. Jetzt müssen aber auch wirklich alle mal zumindest die Füße wippen und mitsingen, ist es auch garnicht mal so warm heute. Ja die Jungs haben mir gut gefallen.
Fö: So! Toller Abend, tolle Veranstaltung. Hygienekonzept soweit auch schlüssig! Würde sagen, der beste Konzertabend, den ich seit Pandemiestart hatte. Nur um das mal grob einzuordnen. Rückweg war auch schön.
frau wolfram: Mein erstes richtiges Pandemie-Konzert. Gemütlich, tolle Bands, toller Parkplatz, kühles Bier fürn fairen Preis, und ja, die Hygiene fast schon nicht auszuhalten. Mehr davon!
Danke Fö fürs Kümmern und danke an alle Beteiligten für den geilen Abend!

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