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Kringa, Misþyrming, Ritual Death, Nubivagant, 06.01.2023 in Oberhausen, Helvete - Bericht von Matt Greasejar

Kringa, Misþyrming, Ritual Death, Nubivagant, 06.01.2023 in Oberhausen

MÄTTÖÖÖÖHL! Der schönste Lehrer in ganzen Land hatte Geburtstag und bekam von seinen nichtsnutzigen Freunden einen Stapel Konzertkarten. Pädagogisch wertvoll und so. Zum Beispiel zu diesem hochkarätigen internationalen Package, das A Thousand Lost Civilizations gerade quer durch Europa schickt, und das in diesem Rahmen im relativ malerischen Oberhausen Station macht. So musste ich da nicht alleine hin, hähä. Auch der Panzerkreuzer läuft aus und empfiehlt vor allem Kringa aus Oberösterreich, wegen starker Oi!- und Hardcore-Kante. 
Die Katze ist so süß. Hat aber heute, passend zur Musikfarbe, eher den Grumpy-Cat-Blick aufgesetzt. Darf trotzdem nicht mit.
Die DVG hält nichts von meinen Plänen und lässt meinen Bus zum Bahnhof einfach mal ausfallen. Nur dank Umsatteln auf Taxi bekomme ich noch ein paar Songs von Nubivagant mit - wünscht mir Glück beim Einfordern der Mobilitätsgarantie...
Das Ein-Mann-Projekt aus der Toscana (mit Live-Schlagzeuger, obwohl Multiinstrumentalist "Omega" in seinen anderen Bands selber bevorzugt aufs Trömmelsche drischt) kombiniert Blastbeats und frostig-kaskadisches 2nd Wave Riffing mit hymnischem Klargesang zu einer atmosphärisch-hypnotischen Gesamtkomposition, die gerne mal ins Doomige abgleitet.
Teilweise lässt Omega auch erkennen, dass er von altem, okkulten Heavy Metal a la Mercyful Fate mehr als nur eine Platte im Schrank hat. Übrigens sehr fetter Sound, dafür, dass da nur zwei Männeken auf der Bühne stehen. Aber die jungen Leute machen ja heute auch viel mit Computern.
Ach, doch, gefällt, auch wenn es im heutigen, doch eher krachigen Package ein bisschen in Richtung ruhiger Klänge ausreißt.
Bei Ritual Death sitzt "Omega" laut Metal Archives eine zweite Schicht ab, diesmal tatsächlich an der Schießbude. Kann ich nicht bestätigen, diese Schwermetaller sind ja gerne mal maskiert.
Für den Rest der Band gilt: Von wegen Norwegen. Am Gesang übrigens Sido.
Was ich an BM-Etikette nie verstehen werde, sind diese statisch hochgereckten Fäuste. Was ist aus der guten alten Pommesgabel geworden?
Ritual Death zocken eine gute halbe Stunde, und danach ist auch alles gesagt. Amtlich nach vorne ballernder Black Metal ohne Überraschungen, Stumpf ist Trumpf. Auf Platte muss ich das nicht haben, aber live (mit kompakter Spielzeit) geht das schon klar.
Als nächstes die Band, die bei unserer Reisegruppe mit der höchsten Erwartungshaltung kämpfen muss. Kringa aus Linz. 
Ein kräftiger Oi!/HC-Einschlag wurde versprochen, live noch stärker als auf den schon sehr gut ballernden Platten. 
Haben dann auch direkt mit ordentlich Schmackes losgelegt. Der Panzerkreuzer sprach hinterher von Black Metal im Hammerhead-Gewand. Jau, kann man so stehen lassen. Quasi 666% Punkrock.
Im Laufe des Abends erfahre ich, dass die Band zur selben Linzer Abdreher-Clique gehört wie Eisenhand und Hexenbrett (und die schon ähnlicheren Hagzissa, wo es auch personelle Überschneidungen gibt). Hmja. Musikalisch alle drei komplett verschieden, aber die gepflegt assige, sich selber überhaupt nicht ernst nehmende und dabei trotzdem um so ernstzunehmender abliefernde Attitude - jau, passt. 
Wegen trvuer Fotoqualität leider nur halb zu erahnen: Der Basser trägt die nach seinem Essener Kollegen von Eyemaster zweitschönste Vokuhila der Welt.
Der Kritikpunkt des Panzerkreuzers, "da hätte viel mehr durch die Gegend fliegen müssen, zum Beispiel das Publikum" ist nicht ganz von der Hand zu weisen, aber da konnte die Band ja nix für. Und es war, selbst vom Mitwippen, echt verdammt warm. Gerüchtehalber wird Oberhauen demnächst klimaneutral, weil sie ihr Fernwärmenetz komplett auf Abwärme aus dem Helvete-Keller umstellen.
Als nächstes der Headliner mit Exotenbonus: Misþyrming gehören laut Wikipedia, wo man sich wiederum auf die "Reykjavík Grapevine" beruft, zu den wichtigsten isländischen BM-Bands. Auf die Einwohnerzahl hochgerechnet also: noch wichtiger als die zwei anderen...
Das þ wird übrigens wie ein TH im Englischen ausgesprochen, und man findet es auf Linux-Rechnern mit der Tastenkombination AltGr+P. Nix zu danken.
Misþyrming - das ist übrigens isländisch für Folter/Misshandlung - beherrschen ihre Instrumente, haben einen druckvollen Sound, und die Songs stechen mit  heiser bellendem Gesang und kräftigem Powerchord-Riffing aus dem flirend-keifendem BM-Einheitsbrei ("kaskadisch hatten wir in diesem Review schon, dafür müssen wir einen Punkt abziehen) heraus. 
An Spielfreude mangelt es ebenfalls nicht, die Jungs (hier mit Gastsänger) haben offensichtlich Spaß daran, vor vollem (und mittlerweile auch mehrheitlich abgefülltem) Haus zu zocken. 
Trotzdem bleibt ihnen heute, zumindest in meiner Wahrnehmung, nur der undankbare Rausschmeißer-Status. Der Abriss, den Kringa geliefert haben, war einfach nicht zu toppen. Unterm Strich ein sehr schöner Start in die Konzertsaison 2023. Und ab.

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