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The Notwist, 06.01.2023 in Berlin, Donau115 - Bericht von kraVal

The Notwist, 06.01.2023 in Berlin

Aus meinem Signal Chat mit einer guten Freundin, nennen wir sie Anna - Dienstag, 3. Januar 2023
Anna: Du warst zwar dieses Jahr schon bei Notwist, aber falls du weiterhin schwer bei begeistert bist, ich habe ne Reservierung für ein Konzert in sehr kleinem Rahmen mit ihnen diesen Freitag. Entweder wird es sehr chaotisch oder sehr familiär 😉 ich komme selbst Freitag erst zurück, möchte aber super gerne hin und habe eine Begleitreservierung. Lust?
Ist nicht weit von euch in der Donau.
kraVal: Mit the Notwist? In der Donau 115??
oder mit andi haberl dem schlagzeuger von Notwist?
Anna:Also angekündigt ist die ganze Band. Ja genau, in der Donau 115.

Ich recherciere also kurz im Internet und kurz später ist es verifiziert: THE NOTWIST spielen in voller Besetzung in der Donau115 einem winzigen 40qm großen hauptsächlich für Jazz und artverwandtes bekannten Laden, in den ich noch nie einen Fuß gesetzt habe, weil ich kein Jazz mag, zwei Konzerte, die innerhalb von Stunden ausverkauft sind. Da ich den Drummer Andi Haberl von the Notwist sehr schätze,  weiß ich aus Podcasts, dass er da oft in der Donau115 abhängt und so kann ich mein Glück nicht fassen und bedanke mich tausendfach bei Anna, dass sie a. so schnell gleich zwei Reservierungen tätigte und b. sofort an mich dachte. Meine Laune steigt mit Blick auf Freitag zunehmend und ich freu mich riesig.

Direkt vor Beginn erklärt Andi Haberl, dass dies sein langer Wunsch war, in diesem kleinen Laden mal mit THE NOTWIST zu spielen und er es auch noch nicht ganz fassen kann, obwohl es schon der zweite Abend ist und er einen Kater hat.
Als ich in der Donau115 ankomme und das aufgebaute Equipment sehe, bin ich völlig aus dem Häuschen - ja, THE NOTWIST spielen keine langweilige Akustikshow (wobei, wenn eine Band das kann, dann sie) - nein alles ist da. Bass, Gitarre, Schlagzeug, KlimBim, Tasten, Computer, Elektronika und sogar ihre neue Saxophonistin, die seit der letzten Tour dabei ist, ist am Start. Nur Max Punktezah, der live Gitarre und Tasten spielt, fehlt. Und obwohl sich die Band merklich reduziert hat, was ihr Zeug auf der Bühne angeht, ist mehr als ein Drittel des Ladens damit belegt. 
Nun ist ja der Sound bei THE NOTWIST live immer sehr sehr wichtig, die ganzen Spielereien müssen ja zu Geltung kommen. Und hier: Live-Mischer? Fehlanzeige. Backliner? Nope. Die Band macht alle selber und es hat hat voll Punk-DIY-Atmosphäre. Wie gesagt, alles relativ reduziert, und trotzdem kommen die Spielereien nicht zu kurz. Micha Acher spielt neben seinen fantastischen Bassläufen auch live Samples und Geräusche ein. Ich bin hin und weg. Wir stehen weit vorne und anders als im ASTRA, wo Tausend und Leute waren, ist hier alles sehr differenziert zu hören. Das Saxophon - und wer mich kennt, weiß, dass ich sowas nicht leichtfertig sage, ist eine brillante Ergänzung und kommt in diesem kleinen Laden sehr toll zur Geltung!
Brillant in jederlei Hinsicht ist Andi Haberl - als Schlagzeuger immer, egal wo und was. Er knüppelt sich leichtfüßig und behände durch alle Songs und da nicht viel vom Drumset abgenommen ist, haut er an vielen Stellen einfach doller rein. Dieses dynamische Spiel liebe ich bei Konzerten von THE NOTWIST, und heute kann Mensch auch noch en detail seine Gesichtszüge dabei sehen. Eine Kamera auf sein Gesicht hätte eigentlich auch gereicht, um zu verdeutlichen, wie toll der Abend war. 
Die Band spielt so wie sie immer live spielen: Großartig, unprätentiös, kaum Ansagen, aber unfassbar sympathisch - Markus Acher dreht vorne auf und sie spielen wie auch im September zwei Songs aus der ersten Phase der Band, als es eher Prog-Rock war - die Punk-Attitüde hat sich die Band bewahrt.
Karl Ivar Refseth, der Vibraphonist, hat das sympathischste Lächeln der Welt und strahlt das ganze Konzert übers Gesicht und liefert eine fantastisches Show. Ich überlege, ihm einen Heiratsantrag zu machen. Alle haben sichtlich Spaß an diesem Abend und es stört nicht im Geringsten, dass das Publikum nur 50cm vor ihnen steht.
Als die erste Zugabe gespielt werden soll, diskutiert die Band angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der Nachbar*innen, die irgendwann keine Lust mehr auf Krach haben,  denn laut ist diese Band ja immer, über die letzten Songs. Scheinbar gibt es nur eine Setlist und die ist auf einen winzigen Zettel geschrieben, wo normalerweise die Bestellungen aufgenommen werden. Ach, ich feiere dieses Unprofessionelle ungemein und bin total beschwipst von der Stimmung auf und vor der Bühne. Bestes Konzert 2023 bisher und ich kann mir kaum vorstellen, wie das noch getoppt werden soll.
Ende aus. Sie spielen länger als die Nachbar*innen es erlauben und ich erwarte son bisschen, dass die Polizei den Laden dicht macht, aber scheinbar sind die Nachbar*innen ein wenig kulant an diesem sehr besonderen Abend.
Meine Begeisterung und Liebe für diese Band ist größer als je zuvor und das ist sicher eins der Konzerte für die Ewigkeit. Ich bedanke mich noch tausendeinhunderttrillionenmillionen mal bei Anna, dass sie mich mitgenommen hat. Nach dem Konzert hängen die Bandmitglieder noch mit Bier im Konzertraum ab, aber ich verkneife mir es, ihnen meine große Wertschätzung für dieses Konzert und meine Liebe insgesamt zu gestehen.
Ich habe das Spiel durchgespielt und verschicke noch ungefragt einer ganzen Reihe von Menschen Live-Videos von dem Abend. 

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Paul Breitner
(Paul Breitner)
11.01.2023 18:48
auf dem vierten bild lacht luke mockridge im hintergrund! darf er das?!
kraVal
(kraVal)
11.01.2023 20:34
hoffe nicht. hoffe nicht, dass er es war…
Schlossi
(Schlossi)
12.01.2023 08:14
Luke Mockridge soll seine schlechten Pimmelwitze einpacken und zusammen mit Mario Barth und Dieter Nuhr auf Nimmerwiedersehen in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

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Band:
The Notwist
Musikstil: Pop, Noise, Prog, Indie
Herkunft: Bayern
Homepage: www.notwist.com
Konzertberichte: 3

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