CheckOut Festival: Übelzt, Frontex, Habgier, Schnick, Brutal Besoffen, Fehlschlag, Ugly Hurons, Endlich schlechte Musik, Schwindelbude, Abfluss, 12.-13.09.2025 in Gahro, Gasthof Gahro - Bericht von verSemmelt
CheckOut Festival, 12.-13.09.2025 in Gahro
Nach einem Jahr Pause heißt es für mich wieder: Willkommen Gahro, wo jedes Grundstück einen ordentlichen Haufen hat. Manche sogar 2 oder 3. Ab und zu wächst ein Kürbis drauf. Dieser Haufen hier wächst hier langsam zu. Wir verpassen derweil PUMMELFEE & DIE PULLERBLUMEN, die ihren ersten Auftritt hatten. Auf Nachfrage schien das gut dadaistisch gewesen zu sein und die Meinungen gingen weiter auseinander als die Augen von Yvonne Catterfeld. Es gab wohl auch eine Art Rennen mit Kinderautos! Eine Pullerblume bescheinigt am Bierstand, dass der Auftritt fantastisch gewesen sein muss.
Dauergast SCHWINDELBUDE starten schonmal mit solider Verspätung und übelsten Brutalo-Sound. Das war eigentlich das einzige Manko an diesem Wochenende, dass am Freitag irgendwie alle Bands durch zu hohe Lautstärke übersteuert waren. Ich habe echt mal wieder einen Tinnitus davongetragen. An den letzten kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Muss 20 Jahre her sein.
Schwindelbude selbst machen echt gut Stimmung, darunter sollte auch komplett neues Material gespielt worden sein. Wie gesagt - Mit etwas besseren Sound hätte ich direkt den besten Auftritt der Bude attestiert...
ZUCKERBROT & PEITSCHE aus Dresden mit Gesang wie Peitschenhiebe als auch mit Shoutingparts.
Mit KLOSTEIN kann ich heute musikalisch am meisten was anfangen. Liegt vielleicht an der Gitarre, die oft im 77er-Stil geschrubbt wird?
Ansonsten bezeichnen sich die Zwickauer als Kellerpunk und vor der Bühne ist so auch einiges los. Sind vielleicht bekannter, als ich das so für mich auf dem Zettel hatte. Eine echte Überraschung.
Würdet ihr in einer Schwindelbude Aperol-Cocktails trinken?
Antwort 1: ja
Antwort 2: mir egal
Antwort 3: Mach ma nen Mexikaner. Eingefüllt vom Nachwuchs, wo die Oberflächenspannung des Getränks mit einberechnet wurde und somit die maximalste Menge an Flüssigkeit im Glas landet. Stark! Wie nun trinken ohne zu kleckern?
Antwort 1: ja
Antwort 2: mir egal
Antwort 3: Mach ma nen Mexikaner. Eingefüllt vom Nachwuchs, wo die Oberflächenspannung des Getränks mit einberechnet wurde und somit die maximalste Menge an Flüssigkeit im Glas landet. Stark! Wie nun trinken ohne zu kleckern?
Immer wieder gern gebucht. Endlich was schlechtes. Dieses Mal ist wieder ENDLICH SCHLECHTE MUSIK dran.
Auf jeden Falle schaute ich mir das meiste jetzt vom Feuer aus an. Hängen blieb ein Cover von der letzten Pascow-Platte. Ohne Gewähr dürfte das "Königreiche im Winter" gewesen sein.
Nachdem die ersten von unserem Grüppchen schon schlapp machen mussten, wurde es gegen Mitternacht nochmal hell zur TAGESKLINIK aus Torgau.
Ganze 6 Leute auf der Bühne, zwei davon sind ausschließlich mit Gesang beschäftigt und einer davon trinkt sein Getränk aus einer Urinente. Lecker. Musik ist einfacher Rumpelpunk, hier und da etwas Uffta und Offbeat. Joa.
Durchaus spät (halb 2) dürfen dann auch mal BRUTAL BESOFFEN auf die Bühne. Details? Die kann ich nur von Bildern zusammenschustern...
Schnell zu Tag 2. Frühstück als auch anderes Tagesfood gibt´s u.a. von Zittau vegan. Die besten Kartoffelecken Südbrandenburgs machen nebenan die Einheimischen. Versorgung also tippitoppi. Wir schlendern noch etwas durch den Wald, wo etwas Pilzfood für die heimische Küche und Schimpagners Geigerzähler zu finden war.
Das war definitiv die beste DJ-Schimpagner-Show, der ich beiwohnen durfte. Ein Mix aus Wissenschaft und Blödsinn. Ich hatte echt einige Male Tränen in die Augen. Schlimm nur beim Lachen meldeten sich ab und zu ein Stechen am Schläfenlappen wegen Vortags-Dehydrierung. Autsch.
Danach heißt es nochmal gute 2 Stunden rumlungern ehe die Bands beginnen. Dank Zeltplatzbeschallung finde ich die Elbtalherzen mitlerweile bis auf einen Song komplett Scheiße. Songs doppelt hören ist auch nicht so meins. HUMAN CHAINS rauschten noch recht kurzfristig ins Lineup. Hardcorepunk mit in Gahro selten zu hörenden englischen Texten. Den Gesang empfand ich bei den eigenen Songs eher gewöhnungsbedürftig. Zum Schluss füllt man noch mit Coversongs von Blitz, Slapshot und Loikaemie auf und da stimmt eigentlich auch die Stimme. Musste vielleicht erst warmgeschrien werden.
Nächstes Jahr ist Jubiläum und da sind jetzt schon richtige Highlights darunter. Whoop whoop. Warum ausgerechnet Jubiläum? Unklar. Eine Begründung von jemand random herumstehenden wirkte selbst ausgedacht. Wahrscheinlich ist 9 einfach die besssere 10.
Derweil ABFLUSS aus Hannover/Peine und die gibt es schon seit 1991. Mir unbekannt und selbst Bierschinken hat noch nicht viel über die geschrieben. Würde sagen die machen so rockigen Nix-Gut-Punk?! Ich notiere mir "Widerstand zu Pflicht" als Highlight, der mit Nachforschen "Recht zu Unrecht" heißt. Da stand wohl Brecht Pate.
Bei HABGIER scherbelts dann wieder etwas mehr und es knallt ordentlich, obwohl alles heute leiser aber dafür sauberer abgemischt wurde.
Erst gibts zu zweit mit Schlagzeugmaschine kurze Haudraufsongs, eher Hardcorepunk. Dann wird die Gitarre übergeben und die Songs werden länger und auch eingängiger. Ich mag eher den zweiten Teil.
SCHNICK! sind hier vor 3 Jahren mal kurzfristig eingesprungen und hatte die jetzt nicht sonderlich positiv im Gedächtnis. Aber die haben einen massiven Sprung gemacht. Vielleicht haben die damals auch einfach nicht geprobt. Heut ist höchstens der erste Song etwas asynchron. Es gibt flotten Punkrock mit Standschlagzeug und gelegentlichen Bläsereinsatz. Konnte ich mir supergut geben und der Hit ist vielleicht "Ich will nichts, ich kann nichts, gebt mir eine Uniform.", der vielleicht eine aufgepeppte Version der Biermudas ist? Vielleicht ist das auch nur eine ganz normale Floskel. Zum Abschluss überrascht man mit der spontanen Coverversion von "Fahrradsattelabdeckhaube" von DJ Schimpagner. Der muss mittags nachhaltig imponiert haben.
Wir bleiben noch eine Band bei ich sage mal etwas massentauglicheren Sound mit UGLY HURONS. Die klingen schon stark nach einer ostdeutschen Variante von Rantanplan.
Die Anzahl der Mitstreiter wechselt auch immer mal. Hier hab ich das einzige Foto, wo tatsächlich mal alle 7 zu sehen sind. Geht voll klar.
Jetzt werden wieder die Schrauben fester gedreht und FRONTEX betritt den Holzpalast. Die Mucke selbst ist eigentlich recht gediegen. Schöner einfacher Punk alter Schule - und dazu kommt halt diese verdammt garstige Stimme. Hab nix zu meckern.
Last but not least kommt nochmal ordentlicher Pogopunk mit ÜBELZT. So einfach wie gut. Jedenfalls hier vor Ort machen die Berliner einen perfekten Abschluss.
Irgendwie kam noch ein spontanes Duo mit KOPFLOSE UNRUHE.Von der Gitarre kamen eher verzerrte Störgeräusche und dazu Schlagzeug mit Gesang von Zuckerbrot und Peitsche. Ich habe eine einzige Notiz dazu und die heißt "Popel". Nach einiger Zeit wurde das aber langweilig.
Drinnen bewegt sich zur Aftershow lange nix und dann kommt ausschließlich Deutschpunk, wo in ein herumstehendes Mikro noch zusätzlich drübergeschrien werden konnte. Bis um 4 hoffe ich auf einen klitzekleinen Musikwechsel - muss mir dann ungefragt Sachen wie gewürzte (?) Eiswürfel oder einen durchaus brennenden Habanero-Kirsch-Lolli in den Mund schieben lassen. Ich kaufe mir noch ein letztes Bier, wovon ich genau einen Schluck trinken werde und dann heißt es gute Nacht.
Früh gegen 9 dann endlich Regen, damit die Zelte nochmal nass werden. Wohl dem der im Auto schlafen kann. So war das.
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Der Bericht hat btw so lange gebraucht, weil (über eine dritte Person im Suffgespräch) ich mitbekam, dass ein Bandmitglied doch scheinbar davon überzeugt sei, dass man doch das N-Wort wieder sagen sollen dürfe und ich nicht ganz wusste wie ich das handhaben soll. Mit etwas Abstand ist mir das zu wenig um insbesondere hier bei bierschinken.net irgendwelche Fässer aufzumachen. Und bitte keine Vermutungen. Ich sag hier nix weiter dazu.
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Der Bericht hat btw so lange gebraucht, weil (über eine dritte Person im Suffgespräch) ich mitbekam, dass ein Bandmitglied doch scheinbar davon überzeugt sei, dass man doch das N-Wort wieder sagen sollen dürfe und ich nicht ganz wusste wie ich das handhaben soll. Mit etwas Abstand ist mir das zu wenig um insbesondere hier bei bierschinken.net irgendwelche Fässer aufzumachen. Und bitte keine Vermutungen. Ich sag hier nix weiter dazu.







































