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The Promised End, Shitake, Thrill, 20.11.2025 in Berlin, Rauchhaus - Bericht von matsch

The Promised End, 20.11.2025 in Berlin

Kurz nach 19 Uhr bin ich der Erste und bleibe das eine ganze Weile. Die, die im frühen Verlauf des Abends dazu kommen, entpuppen sich nämlich als Mitglieder der anderen Bands. Also gemütlich Apfelschörlchen schlürfend warten, bis weitere Menschen auftauchen. Derweil frage ich, ob Fotos gemacht werden dürfen. Nachdem ich mit der schlechten Kamera meines mobilen Endgeräts immer unzufriedener wurde, habe ich unterm Bett gekramt und heute einen alten Fotoapparat mitgenommen. Fotos von Bands ist möglich, aber mein Fotoapparat hat sich durch den Hinweg durch die Kälte entladen oder ist nicht ganz voll geworden, als ich ihn noch schnell nach 10 Jahren für eine halbe Stunde geladen habe. Also doch wieder das Handy zum Schnappschießen. Das kommt mit der Lichtsituation im sich langsam füllenden Keller so gar nicht klar. Was aber gut zu erkennen ist: an diesem Abend gegen Polizeigewalt sehen wir alle rot. Im Verlauf des Abends werde ich noch einen Fotografen kennen lernen, der bald bestimmt ansehnlichere Bilder veröffentlicht, in jedem Fall aber welche, auf denen man was erkennt: @yvesmeisterd.
Ein kleines bisschen später als am Einlass angegeben, starten SHITAKE aus Berlin. Die springen ein für Shaettered und bedanken sich bei Sascha.
Hardcorelastiger Skatepunk, der gut ins Ohr und die Hüpfmuskeln geht. Alle vier können schreien und unterstützen die Leadvocals, wenn es angebracht ist.
Ein Breakdown im Set wird goutiert und mir gefällt das Rad, das hier nicht neu erfunden aber wohltemperiert in Schwung versetzt wird.
THRILL sind bis auf einen aus Stralsund angereist und übernehmen nach der obligatorischen Umbaupause. Sie starten ihren melodiösen späte 2000er Hardcore zu viert nach einem Intro vom Band. Da vor und nach THRILL weniger Leute vor der Bühe stehen, scheinen einige extra für sie gekommen zu sein.
Dann springt der Kapuzenmann hier vorne links im Bild dazu und schreit nochmal doller als der vorher singende Gitarrist. Im Verlauf nutzen auch hier alle mal das Mikrofon. Die Darbietung geht gut rein. Für mich funktioniert das sogar richtig gut. Lange nicht gehört, aber doch irgendwie vermisst diese Musik, die mich an Bands wie Not Now Not Ever erinnert, nur etwas härter und dichter.
Der Drummer hat äußerst geschmeidige Handgelenke und eine Doublebass, die zusammen durch die Songs treiben. Für mich hätte es noch ein Weilchen gehen können, aber zum Glück haben THRILL hübsche pinke Tapes dabei, sodass ich die Zugabe auf dem heimischen Sofa nachholen kann (ich weiß grade gar nicht mehr, ob sie vor Ort noch eine gespielt haben).
THE PROMISED END machen sich bereit, abzuliefern. Sie sind der ausschlaggebende Grund meines Besuchs heute, haben sie mich doch vergangenes Jahr im Reset Club bereits nachhaltig überzeugt. Ein Glück, dass sie bereits 14 Monate später den weiten Weg von Boston, USA erneut auf sich nehmen, um uns Berliner*innen zu beglücken. Dafür hat die Gitarristin wohl ihren ganzen Urlaub eingereicht. Danke schon an dieser Stelle.
Platz für ein paar weitere Berliner*innen war hier vor der Bühne auf jeden Fall noch und ich prophezeie vollere Reihen beim nächsten Mal. Alles andere wäre Verschwendung. Aber die Anwesenden freuen sich wie ich über alle Songs vom empfehlenswerten Album "For The Buried And The Broken". Später bringe ich in Erfahrung, dass sich THE PROMISED END im neuen Jahr wahrscheinlich ins Studio für einen Nachfolger vom Erstling begeben werden.
Die Gitarren sind leider ein bisschen leise, der Gesang von Paul Picillo dafür sehr präsent. Könnte auch absichtlich so gemischt worden sein, die Texte sind nämlich nicht so unwichtig. Mit der Band reist auch ein Buchstand, an dem sich in den Pausen gut die Zeit vertreiben und die politische Theorie weiterbilden lässt. Insgesamt ist es aber schon gut laut, der Drummer knüppelt hart im Takt und ich finde es wieder so gut wie beim ersten Mal.
Die neue Single spielen sie bestimmt auch, sowie "Rookie" von Boysetsfire und ein Song von Bane (den verwundernder Weise an den vorangegangenen Abenden wohl niemand kannte). Beim letzten Song fällt das Gitarrentopteil runter und erledigt damit die Zugabe (für die Gearfriends: nach dem Konzert geht es wieder an und macht weiter, was es soll). 
Nächster Halt der Band Dinslaken bevor es wieder zurück in die Staaten geht. Danke THE PROMISED END für die schnelle, wütende, aber schön verpackte Mischung aus Melodischem mit Hardcore, Skatepunk und politischem Anspruch.
Kurz vorm Fertigstellen des Berichts bekomme ich ein einen exklusiven ersten Einblick von eingangs erwähntem @yvesmeisterd, den ich euch ebenfalls gewähren darf. Es folgen nochmal vier Bilder von SHITAKE, auf denen man mehr sieht, als rote Geschwindigkeitsschlieren.
Nicht nur die Saiten schwingen, auch die Stimmbänder werden strapaziert.
Hier wird gemeinsam ein Vokal gesungen.
Kommt ein Bassist zu spät zur Probe. Der Bassverstärker ist verschwunden. Sagt der Sänger: "Macht nichts, du hattest ohne Amp eh den besseren Sound."


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