Irie Révoltés, 20.12.2025 in Mannheim, Maimarkthalle - Bericht von Dr. Mabuse
Irie Révoltés, 20.12.2025 in Mannheim
Nachdem die Reisegruppe auf völlig unterschiedlichen Wegen angereist ist, hat das Treffen vor der Halle (und die Kartenübergabe) ziemlich gut geklappt. Die Maimarkthalle ist wirklich riesig. Ich spaße, dass nach der „Irieunion“ wohl wieder ein Airbus A380 darin gewartet werden wird. Die Situation an den Getränkeständen ist ziemlich entspannt und man bekommt gut Nachschub, aber die Toilettensituation ist echt dramatisch schlecht und für 12.000 Menschen eine völlige Fehlplanung. Wer plant so etwas bzw. wer vergisst, so etwas einzuplanen?
Nach etwa einer halben Stunde Verspätung betritt Micha Fritz, Mitgründer von viva con agua, die Bühne und kündigt die Band emotional an. Der ist echt ein cooler Typ und ich bewundere seine Hingabe für die vielen Wasserprojekte überall auf der Welt.
Dann kommen IRIE RÉVOLTÉS auf die Bühne und es wird sofort politisch. Refugees Welcome und „Allez“ aus den Boxen. Die „freien Rebellen“ spielen ihr gewohntes Crossover aus Dancehall, Raggae, Hiphop, Ska und Punk, manchmal sogar mit elektronischen Beats.
Gegründet hat sich die Heidelberger Combo im Jahr 2000 um die Brüder Mal Élevé und Carlito, die zweisprachig aufgewachsen sind und daher sowohl in deutscher, wie auch französischer Sprache performen. Silence ist die dritte politische und antirassistische Stimme der Gruppe.
Wir lernen „Zeit ist Geld“ und dass die „Privatisation“ von öffentlichen Gütern eigentlich nie eine gute Idee ist.
Dann hat Micha noch einen großen Auftritt, als er mit dem Schlauchboot durch die Menge fährt und Pfandbecher für viva con agua einsammelt. Mit 6151 Chips und 5164 Bechern konnte am Ende des Abends ein ganzes Brunnenprojekt realisiert werden, wozu die Reisegruppe Dortmund nicht unerheblich beigetragen hat!
Mal Élevé streut noch ein paar Songs aus seinem Soloprogramm ein. „No pasaran“ haut auch richtig gut rein! Die Energie in der Halle ist schon ziemlich unglaublich. Während es mich anfangs noch fröstelt und ich meine Jacke nicht an der Garderobe abgebe, tropft später der Schweiß von der Decke und ich stehe nur noch im T-Shirt mit einem großen Klamottenbündel in der Hand im Mob vor der Bühne oder ein wenig seitlich davon.
Fast 12.000 Menschen, die aus meiner Sichtweise sehr rücksichtsvoll miteinander umgehen. In meiner Nähe standen auch einige Familien mit recht kleinen Kindern. Das war alles recht unproblematisch.
„Antifaschist“ wird mit lauten Alerta-Rufen aus dem Publikum quasi jetzt als Song eingefordert und kommt dann natürlich auch.
Der Sound vorne ist allerdings nur so semigut, weil er viel zu basslastig daherkommt. So jetzt habe ich endlich das Haar in der Suppe gefunden. Weiter hinten ist der Sound aber gar nicht so schlecht, wie ich am Getränkestand bemerke!





















