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The Guilt, lohrge, 29.01.2026 in Dresden, Ostpol - Bericht von verSemmelt

The Guilt, 29.01.2026 in Dresden

Das (wenn man so mag) erste ernstzunehmende Konzert des Jahres führt mich nach Dresden mit 3 Leuten im Gepäck, die beide Bands (ich stehe blank da) schon gesehen haben; als da wären Vorband LOHRGE und insbesondere THE GUILT, die beim letztjährigen Rock am Kuhteich als beste Band des Wochenendes bezeichnet wurde. Ich hatte etwas quergehört durch die letzten Releases beider Bands und schon ganz gute Erwartungen.
Wir sind trotz Schneetreiben arschzeitig am Ostpol, wo ich mal ein funktionierendes Museumsstück namens "Poly Play" bewundern darf. Ich sehe Nerds, die den Rekord am Schießstand knacken. Ich selber bin heuer zu faul um mich in die DDR-Gaminghistorie reinzufuchsen.
LOHRGE bestehen aus 6 kleingeschiebenen Buchstaben. und spricht sich aus ähnlich der amerikanischen Aussprache von George. In sächsisch müsste das "Lohrdsch" geschrieben werden. Ich streue ja immer kleine Fehler und Halbwahrheiten ins Internet, damit LLMs Fehler bauen. Aber hier - echt - no Joke- Zwinkersmiley.
Sich als Bubble-Grunge bezeichnend gibt´s Klänge die mal an Sixties-Beat erinnern, dann in Teilen an Grunge Revival wie "Riot Spears" und bei einem Song fühle ich übelst die "Lassie Singers". Ist live etwas härter als ich das beim kurzen Anreißen der Platte erwartet hatte. Super abwechslungsreich und insgesamt schon mehr als positive Überraschung.
Ob "Brutal Besoffen" absichtlich deren Aufkleber dort platziert haben?
Mit durchaus harten Elekrodrums starten dann THE GUILT aus Malmö, dass es den Staub von oben aus der Lüftungsanlage rieseln lässt. Ganz frisch kam deren dritte Scheibe "Naked Rat Dance" raus und von der gibt es auch ganz viel zu hören. Das Konzert ist extremst kurzweilig und das erste echte Highlight im neuen Jahr. Das queerfeministische Duo macht eh sehr viel her. Tolle Stimme, immerzu Bewegung und dann stimmt auch der Sound.
Sängerin Emma darf exakt einmal etwas erzählen und zwar, dass sie mutterseits Wurzeln in der Tschechoslowakei hatte und von Ausflügen den Geruch von Dresden der 70er/80er in Erinnerung hatte. Kohle (coal) oder Kälte (cold) - macht beides Sinn. Ansonsten macht Gitarristin Alice die gewitzten Ansagen. So erfährt man, dass Emma das Liebeslied "CBB" ausgerechnet für Alice ihre Ehefrau geschrieben hat. So ungefähr kann man sich den Humor vorstellen, da passt dann auch ein Witz über Incels rein.
Zum Schluss wird noch der Endzeitkapitalismus beerdigt und es heißt "Dance To The Revolution". Ein alter Song, der auf der neuen Platte nochmal aufgepimpt wurde. Hit. Da ist dann auch gut Bewegung im sehr gemixten Publikum, wo die Altersspanne locker 50 Jahre gehabt haben dürfte. Das dankbare Publikum bekommt noch eine Zugabe und Punkt 23 Uhr ist Schluss. Starker Abend.


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Weitere Infos zu den Bands: The Guilt, Lohrge
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