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Damone, Subatlantic, 15.02.2026 in Istanbul, DoRock - Bericht von der Redaktion

Damone, 15.02.2026 in Istanbul

Zwen: Was passiert eigentlich wenn man seinen Flug verpasst? Naja, nicht viel eigentlich. Man steht halt dumm am Gate rum und kann dann wieder komplett zurückgehen. Den Gang zum Schalter kann man sich ebenfalls komplett sparen, da die einem da auch null helfen können. Als jedoch gerade alles verloren schien (und alle Flüge für heute ausgebucht waren), konnte ich noch einen Deal für einen Flug in zwei Stunden abschließen. Was natürlich nirgendwo stand, war, dass ich bei dem Flug keinen Sitzplatz buchen konnte. Dies wiederum bedeutet im Airportsprech, dass ich auf "Standby" stehe. Dementsprechend heißt es schon mal, sich früh am Gate einzureihen und dann zu warten. Einen anderen Typen scheint das auch zu betreffen, der wartet jedoch nicht geduldig, sondern macht einen ziemlichen Aufriss. Das Airline-Personal schickt ihn dann irgendwann zu mir und meint nur "here you can talk with that other person". Na danke, scheinbar arbeite ich jetzt für Pegasus-Airlines. Allem Anschein nach mache ich meinen Job aber nicht wirklich gut, sodass dann auch zuerst der andere Typ geboardet wird. Also, jetzt mal ohne Witz, ich beobachte immer häufiger, dass es sich in solchen Situationen tatsächlich auszeichnet, ein lautes Arschloch zu sein. Naja, als dann der letzte Mensch eingecheckt ist (und ich bereits überlegt habe, Bananenschalen irgendwohin zu legen), wird mir dann mitgeteilt, dass genau ein letzter Platz immer noch frei ist. Wuhu, nichts wie in den Flieger! So komme ich nämlich nur 3 Stunden später als geplant an.
Götz: Was überhaupt geplant ist? Zu dem Zeitpunkt noch völlig unbekannt. Fest steht nur, dass gerade in einigen heimischen Städten Karneval gefeiert wird und Anti-Jecken wie wir schnell das Weite suchen müssen. Eine Stadt, die zur Hälfte in Asien liegt, scheint uns weit genug. Außerdem habe ich nur gute Erinnerungen an Istanbul von meinem letzten Besuch, und kann zusätzlich noch für Zwen den Reiseführer spielen, also Fun-Facts einstreuen (wie z.B. dass es zur Hälfte in Asien liegt) und die architektonischen Unterschiede der dortigen 3000 Moscheen erläutern. Aber erstmal müssen wir es ja schaffen, uns dort zu treffen. Also wenn es keine freien Sitzplätze im Flieger mehr gegeben hätte, hättest du dich ja auch beim Piloten auf den Schoß setzen können. Oder direkt mit der 18 fahren.
Zwen: Wegen dem ganzen Stress fallen mir im Flieger dann auch sofort die Augen zu.
Götz: Ich war vorher bereits schon ein paar Wochen in der Weltgeschichte unterwegs und gönne mir am Tag zuvor einen zwölfstündigen Flug, um dem Urlaub noch als abschließende Krönung ein Wochenende in Ex-Konstantinopel anzuhängen. Das sorgt auch für einige Umgewöhnung, z.B. beim Essen, wie später noch erwähnt wird.
Zwen: Am Flughafen angekommen. heißt es dann erstmal Metro fahren. Götz treffe ich in Kadiköy. Wo außer auf der Kö soll man Düsseldorfer auch bitteschön treffen?
Götz: Zwischen so vielen Umlauten fühl ich mich halt einfach wohl.
Zwen: Hier ist ganz schön was los und die Kuttenträger scheinen hier das Viertel übernommen zu haben. Eigentlich wollten wir ja ins Kargart, sind aber ein bisschen zu spät und der Türsteher schaut so böse. Naja, genießen wir ein bisschen hier die Vibes und das verrückte Treiben. Als dann aber Leute angetrommelt werden, entschließen wir uns den Abend dann doch etwas entspannter in einer ruhigeren Bar ausklingen zu lassen. Da ich noch komplett dehydriert bin, läuft es bei mir erstmal auf einen Churchill hinaus. Gutes Hangover-Getränk!
Götz: Viel Charme in dem Viertel. Fußball, Flöten, Falafel, Folk Metal, alles dabei.
Zwen: Der erste Morgen grüßt mit Sonne und 16 Grad. So lässt es sich doch Mitte Februar wirklich leben. Götz gönnt sich einen Snack und ab geht es in die Blaue Moschee. Die ist eigentlich gar nicht blau und die Leute hier sind auch nicht besoffen, aber da der Eintritt nichts kostet, stelle ich keine weiteren Fragen.
Götz: Denke mal die Farbe Blau wurde erst nach der Moschee erfunden.
Zwen: Jetzt aber zum eigentlichen Highlight der Stadt und das sind natürlich die super-süßen Straßenkatzen um die sich hier - zumindest im Stadtzentrum - wirklich richtig nice gekümmert wird.
Götz: Wir brauchten danach dann eigentlich auch keine anderen Sehenswürdigkeiten mehr sehen, weil die ganze Stadt ein einziges Katzencafé ist. Wir waren durchgehend begeistert.
Zwen: Genug Katzen gestreichelt, jetzt holen wir uns noch schnell einen Ring um sie alle zu knechten, die Guten wie die Schlechten. Äh, ne, wir gehen ins türkische Turock, heißt hier nur Dorock um uns zwei Bands anzugucken.
Götz: Der Meddlclub befindet sich in einer der verwinkelten Gassen rund um die Istiklal-Straße. Die Recherche ergab, dass heute eine türkische Power-Metal-Band und eine Coverband spielen. Klingt ideal.
Generell scheint hier Metal beliebter zu sein als Punk, aber dafür läuft in den entsprechenden Clubs auch fast jeden Tag Live-Musik, so dass wir auch am Sonntag noch hoffentlich ein bisschen die Haare schütteln können.
Zwen: Wir sind natürlich viel zu früh da, aber im Eintrittspreis inbegriffen ist ein großes frisch gezapftes Efes und so verbringen wir die Zeit wartend und freuen uns darüber, wenn mal wieder beim Soundcheck etwas arg übersteuert. Dann stehen aber auch endlich SUBATLANTIC auf der Bühne.
Götz: Die Deutschen sind halt mal wieder die einzigen, die sich übervorsichtig nach dem Zeitplan richten.
Zwen: Beim Reinhören hat mir die Band ziemlich gut gefallen. Es gibt Powermetal, was auch bedeutet, dass alle Bandmitglieder ihre Instrumente beherrschen und insgesamt sehr vielseitig spielen. Am besten gefällt uns ollen Skatepunkern natürlich das schnelle Lied und das Lied mit dem Breakdown.
Götz: Auch wenn der Club anfangs noch (bis auf uns, die andere Band und die riesigen Ringe) leer ist, haben die Musiker/innen sichtlich Spaß und Übung an ihren Instrumenten bzw. am Mikrofon. Genretypisch gibt es hohen dramatischen Gesang und es wird ein Solo nach dem Anderen geshreddet. Da fühl ich mich wohl. Zusätzliche Instrumente zwecks Atmo kommen vom Laptop.
Zwen: Außerdem wird "Wishmaster" von Nightwish gecovert. Gibt es die Band überhaupt noch?! Jedenfalls kommt das ganz gut und so langsam füllt es sich auch vor der Bühne.
Götz: Worüber ich auch froh bin. Zum Abschluss wird sogar ein Gruppenfoto gemacht, welches ich aber bisher nicht gefunden habe.
Zwen: Im Anschluss dann DAMONE, eine Deftones-Coverband. Die Deftones finde ich ziemlich furchtbar, nicht nur musikalisch, sondern auch von ihren Albumcovern her. Tatsächlich gehen die aber bald mit Turnstile auf Tour, weshalb sie zumindest objektiv aktuell mehr Relevanz zu haben scheinen als Nightwish. Zu der Coverband: Der Bassist trägt ein Rammstein-Shirt. Damit ist alles gesagt, oder? Ich finde es immer wieder faszinierend, dass überall östlich von Berlin diese ganze Diskussionen um die Band und Row Zero einfach niemanden interessiert. Und überhaupt, warum sind es denn immer Bassisten, die beschissene Shirts tragen?!
Götz: Durch das im letzten Jahr erschienene Album hatte ich mitbekommen, dass doch noch recht viele die Deftones loben oder sogar neu entdecken. Insgesamt habe ich aber auch recht wenig Bezug zur Originalband.
Ich erkenne aber, dass der Sänger sich schon Mühe gibt, an den flüsternden Gesang von Chino Moreno heranzukommen.
Zum Rammstein-Shirt: Das etwaige Stigma der Band scheint halt leider einfach nicht so weit zu greifen wie ihre enorme Reichweite.
Ob das Unwissenheit oder Unbekümmertheit ist, gute Frage.
Zwen: Naja, als die Band dann anfängt zu spielen, fallen sowohl mir als auch Götz sehr schnell die Augen zu. Als wir wach werden und keinen Plan haben wie lange die Band schon gespielt hat (es aber immer noch furchtbar klingt), beschließen wir schnell das Weite zu suchen und die nächste Metro zum Hotel zu nehmen.
Götz:  Ein paar Leute um uns sind aber sehr glücklich am Tanzen, und damit hat eine Coverband ja zumindest ihr Ziel erfüllt.
Für das frühe Nachhausegehen werden wir jedoch mit einem stürmischen Heimweg bestraft.
Zwen: Am nächsten Tag machen wir noch ein wenig Sightseeing. Da heute Montag ist, ist das Museum Of Innocence zwar leider zu, dafür besuchen wir das Museum für islamische Technik und Wissenschaft und dann das Katzenmuseum. Im Anschluss machen wir noch ein wenig Fährenhopping über den Bosporus und am Ende wird Götz im Restaurant noch erklärt, wie man hier vernünftig isst und dass Istanbul eigentlich gar nicht so toll ist und Prag viel besser zum Leben wäre.
Götz: Anscheinend hat man die Wahl, seinen Kebab als Wrap zu bestellen oder als Tellergericht... welches man dann so essen soll, indem man das Gegrillte in Fladenbrot einrollt und wie einen Wrap isst. Laut dem hilfsbereiten Kellner zumindest.
Ansonsten aber eine wirklich sehr schöne Stadt! Zum Besuchen zumindest.
Zwen: Am nächsten Tag geht es dann auch schon zurück nach Frankfurt und auch wenn dieses Land eine einzige Fehlermeldung ist, läuft der Rückweg deutlich entspannter ab als der Hinweg und selbst die Deutsche Bahn macht heute keine Sperenzien.
Götz: Als Schmankerl hier noch ein Modell des ersten Dönerspießes (mit Dampfkraft angetrieben).
Außerdem wurden viele weitere Dinge vorgestellt die eigentlich aus der islamischen Welt stammen. Oder von denen es das Museum behauptet.


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