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Uli Sailor Punkrock Piano, 21.02.2026 in Hannover, Wohnzimmerkonzert - Bericht von Fö

Uli Sailor Punkrock Piano, 21.02.2026 in Hannover

Das Alter bringt doch immer wieder Überraschungen mit sich, bei mir war es ein Hexenschuss der sich unlängst ereignete. Richtig fies! Wikipedia fasst die Etymologie des Wortes "Hexenschuss" folgendermaßen zusammen: "Der Begriff Hexenschuss verdeutlicht die mittelalterliche und frühneuzeitliche Vorstellung, dass Krankheiten von übernatürlichen Wesen (z. B. Hexen, Alben, Elfen) einem Menschen mittels eines Pfeilschusses zugefügt werden." Also eine Anmerkung an mein Zukunfts-Ich: Solltest du diesen Bericht zu einer Zeit lesen, in der der Begriff "Hexenschuss" durch einen passenderen und weniger misogynen Begriff abgelöst wurde, bitte ich das zu entschuldigen, aber aktuell fällt mir kein anderes Wort ein. Fachsprachlich sagt man wohl "Lumbago", aber das klingt irgendwie auch nicht wirklich nach nem politisch korrekten Wort. Gelistet werden noch Begriffe wie "Hüftschuss" oder "Lendenübel", vielleicht ist das besser. Nunja. Jedenfalls danke für die Umsorgung mit Wärmepflastern, Dr. Lüken!
Mit diesem Leid geplagt, gibt es manche Sachen, die einfach schwer fallen: Lange sitzen, lange stehen, lange liegen. Außerdem alle Aktivitäten die irgendwas mit strecken oder beugen zu tun haben. Konzerte besuchen? Hm, hab ich sogar vorgestern getestet - ging klar, nur ein Sitzkonzert würde ich vermutlich nicht aushalten. Auf solche gehe ich eh nur ca. einmal im Jahr, aber wie es der Zufall so will, steht genau heute ein Wohnzimmerkonzert an. Mist. Also frühzeitig da sein und einen der begehrten Stehplätze erhaschen!
Also, ab nach Hannover im Stehwaggon und nach einem schönen Spaziergang im größten Stadtwald Europas (wieder was gelernt) trudeln Annika und ich irgendwann (also viel zu früh) in der heutigen Lokalität ein. Batsy hat geladen, Uli tritt auf und aus Berlin kommt noch Besuch von Caro und Dömchen, da ist also viel Wiedersehensfreude!
Ein paar Häppchen später sitzt Uli am Klavier - oder Klafünf, wie meine Musiklehrerin zu sagen pflegte. Ebenjene Musiklehrerin, die dafür verantwortlich war, dass ich Musik fortan hasste. Immerhin kann ich diesen Hass dank Bierschinken nun einigermaßen in Sprache kanalisieren! Okay, also, "Bühne" frei für ULI SAILOR PUNKROCK PIANO!
Uli bringt bald eine neue Scheibe ("Besser anders") raus und hat sich im Vorfeld gedacht, dass er sich gar nicht wirklich sicher ist, wie er die Songs am besten live präsentieren kann, also testet er dies bei Wohnzimmerkonzerten wie dem heutigen. Konkret bedeutet das, dass er die neuen Songs in zwei Versionen spielt, einmal "solo" und einmal mit Halbplayback, was näher an der Band-Aufnahme der Platte ist. Und wir dürfen Feedback geben, welche Version besser rüber kommt. Verbal oder mittels Zettel. Punkrock-Marktforschungstermin!
Dass der Künstler mit dem Rücken zu uns sitzt, ist schon irgendwie ungewohnt, aber passt natürlich zum Flügelsetting. Zwischen den Songs neigt er sich immer zu uns - sehr gelenkig, denke ich so bei mir. Es gibt ein paar kleine Stories und Backgrounds zu den Songs, gespielt wird (glaube ich) die komplette Platte.
Zunächst mal: In so nem Ambiente wirken die Songs natürlich viel intensiver als bei nem "regulären" Konzert. Hab danach das Gefühl, die ganze Platte schon auswendig zu kennen! Ich greife schon mal vor, dass es drei Über-Hits gibt: "Kiezblock", "Weißt du noch" und "Wassereis". Wobei Kiezblock (Profis kennen schon das Video) da nochmal besonders hervor sticht. Zukünftiger Klassiker!
Zur Ausgangsfrage, in welcher Version die Songs live mehr zünden: boah, ich kann verstehen dass Uli sich die Entscheidung nicht leicht macht. Ich bin da konditioniert: Musik vom Band bei Live-Konzerten irritiert mich einfach immer. Machste nix! Andererseits, mit dichtem Sound, Percussions, Backing-Vocals (der Chor bei "Wassereis"!) kriegen die Stücke nochmal ein ganz anderes Volumen und wenn man das Publikum so beobachtet, aktiviert das auch eher die Tanzbeine. Sofern das bei Sitzpublikum möglich ist. Ich sach ma, die Mischung machts.
Nach dem "Besser anders"-Set und einer kurzen Pause kommt schließlich noch ein Set mit Cover-Songs. Damit hat das Punkrock Piano angefangen und damit kriegt er mich endgültig. Meine eigene musikalische Sozialisation wird hier mal eben vom Piano abgespult! Also bitte, wer mit Casanovas Schwule Seite und Herrenmagazin anfängt, hat mich eh in der Tasche. Noch NOFX und Terrorgruppe dazu und ich krieg mich nicht mehr ein. Klar, wer die Cover-EPs von Uli kennt ist nicht überrascht, aber live ist halt einfach nochmal was anderes.
Hilfreiche Tipps vom Publikum ("Spiel doch mal 'nen Hit!") und kleine Anekdoten später, geht der Auftritt irgendwann dem Ende entgegen und ich bin sehr beseelt, das war schön. Habe Uli Sailor zuvor nie live gesehen (also schon, aber immer als Teil einer Band), kann das ab heute nur empfehlen und die Platte wird auch stark.

Wenn du willst schließ dich an
Wir gehen in den Widerstand
Jung und Alt reiht euch ein
Wir sagen nein


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Band:
Uli Sailor
Stil: Piano-Punk
Herkunft: Berlin
5 Berichte
2 Storys

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