Kalte Hand, Krause Glucke Weltverschwörung, 06.03.2026 in Schaffhausen (CH), Radio RaSA - Bericht von alexanderdavide
Kalte Hand, Krause Glucke Weltverschwörung, 06.03.2026 in Schaffhausen (CH)
Im Kalte Hand Transporter geht es vorbei am Riedlinger Natursteinwerk nach Schaffhausen. Derweil Juli am AUX-Kabel zu Percussions von Olis wachsender Pfandflaschensammlung.
Vor Ort dürfen wir die heimelige KünstlerInnenwohnung vom Musikclub TapTab beziehen, die sich oberhalb eines Vinyl-Kiosk-Ladens befindet.
Punk im Kaff titelt die heutige Sause, veranstaltet vom Lokalradio RaSA. Bei Kaff bin ich mir unsicher, denn verglichen mit dem oberschwäbischen Dorf, in dem ich gespawnt bin, sind 39000 EinwohnerInnen schon fast Großstadt.
Das Programm vom RaSA machen so Pi mal Daumen 60 Leute wie ich erfahre. Hörbar ist es ein Stück über die Stadtgrenze hinaus. Operiert wird nicht-kommerziell, auf Basis von Rundfunkgebühren und kleineren eigenen Einnahmequellen. Das erinnert mich alles an das Radio FreeFM aus meiner Ziehstadt Ulm.
Zeit was zu schaffen: Kurz den Bauchladen eröffnet, dann genehmige ich mir ein Lichewässerli. Anscheinend befindet sich die lokale Falken Brauerei am Fuße eines Friedhofs. Zu Essen gibt es Kottu Roti. Das ist mal köstlich!
Nach einiger Soundcheckerei, damit es sowohl für die Anwesenden als auch das Radiopublikum gut klingt, geht es los mit KRAUSE GLUCKE WELTVERSCHWÖRUNG. Die Konstanzer Band mit einprägsamem Pilz-Namen hätte ich vor zwei Jahren mal im Balthes sehen sollen, aber Ravensburg und ich funktionieren irgendwie nie. Zu hören gibt es deutschsprachigen Problempunk über Klimawandel, unmenschliche Grenzpolitik, gegen Antisemitismus, die AFD und weitere irdische Dummheiten.
Sprachlich zum Ausdruck bringt das Sängerin Marion, wobei die beiden Saiteninstrumentalisten unterstützend, teils schreiend, ihren Senf dazugeben. Der Sound von KGW ist geprägt von rohen Melodien, eingängigen Chorus und Tempo. Ich würde sagen, mit Punk-Musik von dem Schlag kann man absolut nichts falsch machen. Viel Glück an Arno mit den neuen Saiten!
KALTE HAND treten an. Ungewöhnlich schnell habe ich das Bedürfnis, mich tänzerisch zu bewegen, wenn man das bei mir überhaupt so nennen darf. Es ist schlicht frech, wie sich diese Läufe von Neue Zähne oder Klebstoff in meinen Beinen verfangen haben.
Die Klänge aus Augsburg lassen mich fühlen wie auf Flucht, arschkalte Nacht, Licht nur von Straßenlaternen. Oder ist es die Paranoia, die mir im Nacken sitzt? Später wird sie mich jedenfalls die Nacht lang wachhalten.
Totales Wohlfühlprogramm, der Abend: coole Location, sympathische Leute und gute Musik – alles da, was Mensch braucht.
Der nächste Tag beschenkt uns mit herrlichem Wetter, das wir für einen kleinen Spaziergang durch die Altstadt zum Munot nutzen.
Der Blick lohnt und auch das innere der Festung ist garantiert kein Rheinfall. Ein guter Start in den Samstag, der uns später nach Mindelheim führen wird.
















