Buddhadatta, Los Carlos Marx Brothers, 28.03.2026 in Bochum, Wageni - Bericht von der Redaktion
Buddhadatta, Los Carlos Marx Brothers, 28.03.2026 in Bochum
Buddhadatta habe ich wegen des - äh - kompakten Tourplans (dazu später mehr) letztes Wochenende schon zwei mal gesehen, aber das war a) beide Male gut, und b) spielen ja heute auch die scheiße süßen Carlos Marx Brothers, und c) ist das ganze der offizielle Wageni-Saisonstart, was d) noch durch eine Aftershow-Party mit Till a.k.a. DJ Ango an den (digitalen) Decks gekrönt wird. Ja dann, upp!
Anders als vermutet, spielen BUDDHADATTA tatsächlich als erstes. Aber gut, vielleicht gehen die Japaner*innen noch als lokaler Opener durch im Vergleich zu den weltgewandten Mexikanern. Der Auftritt beginnt erstmal mit massivem Spannungsaufbau. Zunächst geht das Mikrofon nicht, was den Sänger dazu verleitet, nicht mit Korb auf dem Kopf aufzutreten, wie uns zuvor von allen versprochen wurde, die dem Soundcheck beigewohnt haben. Schade aber auch!
Anschließend reißt direkt beim ersten Song ne Basssaite. Aber auch das kein Problem, hat doch die andere Band auch nen Bass. So, kann's jetzt endlich losgehen?
Jetzt ist die Kombination aus Buddhistisch-Spirituellem und Punk auch nix neues mehr, kannte ich aber bisher weitestegehend aus Büchern. Die tonale Interpretation der Marke Buddhadatta heißt zunächst mal, dass hier viel mit Kehlgesang gearbeitet wird, was schon was anderes ist als das übliche Oi-Gegröle.
Promi der Band scheint Drummer Takami Isono zu sein, der schon in diversen frühen japanischen Punkbands gespielt hat, die ich aber eh alle nicht kenne (S.S., The Continental Kids etc.).
Ansonsten vereint die Optik tatsächlich Punk-Stil mit fernöstlicher Kleidung.
Ansonsten vereint die Optik tatsächlich Punk-Stil mit fernöstlicher Kleidung.
Sind die anderen beiden eher Ruhepole in der Band, dreht die Bassistin richtig auf. Grimassen, Verrenkungen und ein paar Wörter auf deutsch oder englisch, so kriegt man die Massen! Irre
Wenn ich das richtig verstanden habe, hatten Buddhadatta eigentlich eine Australien-Tour geplant, wurden dann aber an der Grenze abgewiesen und sind jetzt halt irgendwie in Deutschland gestrandet, wo kurzfristig 2-3 Wochen Tour zusammengeschustert werden musste. Was jetzt auch wieder spannend ist, wenn man sich dazu das Ox-Interview zu Gemüte führt, wo zu lesen ist, dass sie sich an der Fuke-shu-Bewegung orientieren, was wandernde und musizierende Bettelmönche waren, die auch schon mit Korb auf dem Kopf aufgetreten sind.
Da die Tour ziemlich improvisiert gebucht wurde, waren die Organisatoren - hauptsächlich Rob und Norm von Taifun - auf das spontane Durchkontakten von Freunden und Bekannten angewiesen, wodurch dann doch recht viele eng beieinander liegende Auftritte zustande kamen. Letzte Woche Essen (Mundgerecht) und Mülheim (Rathsstuben), am 1. April nehmen Dom und Bernie sie spontan mit ins Pop-Punk-Billing zu Burger Weekends und Neon Bone im Druckluft Oberhausen, aber es gibt tatsächlich auch noch eine Show außerhalb des Ruhrgebietes. In Bonn.
Abseits von all dem Zen-Kram macht der Auftritt auch durchaus Spaß. Musikalisch abwechslungsreich, es gibt Mitsing-Parts für die Massen, Sprachbarrieren werden einfach überspielt. Nur mir war's irgendwann einfach zu lang. Geduld gehört zu den buddhistischen Praktiken, an die ich mich noch nicht gewöhnen konnte.
Vor der Bühne hat sich allerdings ein enthusiastischer Pogo-Pulk gebildet, deren Beteiligte offenbar weniger kritisch als der Fö sind. Aber wer ist das nicht...
Dann LOS CARLOS MARX BROTHERS! Erst letzten Monat gesehen, da weiß ich was mich erwartet, auch wenn's damals keinen Bericht gab und ich mich dementsprechend nicht erinnern kann. Außer dass sie die Hauptband an die Wand gespielt haben, weswegen der spätere Slot heute ja schon irgendwie gerechtfertigt ist!
Zu hören gibt es Punkrock/Garage/Rock'n'Roll oder wie auch immer man das subsummieren mag. Sehr tanzbar, sehr unterhaltsam, aber weniger spirituell als die vorherige Band. Damit sich das ändert, bestellt Carlos erstmal Schnaps für die Bühne.
Kann an der Band tatsächlich nicht schlechtes finden, muss aber auch sagen, dass die wirklich hervor stechenden Highlights dann doch eher rar sind. Ich mein, wir haben gerade eine buddhistische Kehlgesang-Punkband gesehen, wie soll man sich da noch auf ordinären Garagenpunkrock konzentrieren?
Im Vorfeld hatte ich Taxi die Brothers (inzwischen ohne Schlagzeugschwester Natalia, die es zurück nach Madrid gezogen hat) noch mit "ja nu, halt 'ne Jenz-Bumper-Band" beschrieben, womit man ihnen inzwischen ein bisschen Unrecht tut. Nicht dass Frontsau Jenz der Kapelle keinen Stempel aufdrücken würde... aber mit Carlos, Chrissi und dem (relativ) neuen Drummer Max, kommen doch andere Einflüsse durch als z.B. mit Öli, Jay Tripplechair und Timo bei den Angry-Samoans-/Radio-Birdman-lastigen Dirtshakes.
Hier ist die Sixties-Kante deutlich stärker, es geht auch mal ins Psychedelische. "Chocolate Watch Band" werfe ich mal als Referenz in den Raum, und wer da anders als mit "Is' doch super!" reagiert, hat eh keine Ahnung.
wer?
wer?
Ein weiterer Unique Selling Point der C.M.B. im Portfolio der Bumper-Bands sind natürlich die Gesangseinlagen von Carlos (ex Los Explosivos). (Während bei den Dirtshakes der Öli ans Mikro darf. Auch cool, aber halt ganz anders.)
Am Ende gab's noch nen Coversong (glaube es war nicht der einzige, aber der einzige den ich mir merken konnte): "The City Is Dead" von The Kids. Irgendwie so halb auf spanisch-mexikanisch vorgetragen, auch geil.





















