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Last Hope, Xaytarak, xResistenciax, 03.04.2026 in Jerewan (Armenien), Muha Bar - Bericht von kiki

Last Hope, 03.04.2026 in Jerewan

Auf Reise durch den Kaukasus seit 2 Wochen. Nachdem es im autoritär konservativ geführten Aserbaidschan und seiner Hauptsadt Baku eher wenig bis gar nichts punkrock-mäßiges zu berichten gab (obwohl die Blicke in der bekanntesten Moschee des Landes auf meinen Cannibal Corpse Hoodie durchaus zu amüsieren wussten), waren wir noch in Tiflis in Georgien. Eine unfassbar junge und lebendige Stadt, mit diversen Locations für Elekro und eben auch rockiger Musik. Das Junkyard z.B. kann man gut besuchen, wir waren allerdings an den eher ruhigeren Tagen Montag bis Mittwoch vor Ort, so dass es bei dem einen oder anderen Kaltgetränk in einer der zahlreichen alternativen Bars geblieben ist. Dann weiter nach Armenien und auch in der Haupstadt Jerewan ging so einiges. Am heutigen Tag (Karfreitag btw) gab es neben dem hier reviewten Konzi auch noch Metal und als dritte Option spielten Yacoepsae aus Hamburg eine Straße weiter. Das Gesamtpaket sprach allerdings für die Muha-Bar. Mitten im Zentrum neben einem teuren Hotel und einer Kirche gelegen. Schöne kleine Kellerbar, mit allerdings leicht überzogenen Bierpreisen im armenischen Verhältnis.
Wir lernen direkt nach Ankunft den exil-russischen Drummer des lokalen Openers XAYTARAK kennen. Er berichtet in recht passablem Englisch davon, dass sehr viele russische Punkrocker mittlerweile in Armenien und Georgien leben, weil sie auf Russland und die dortigen Umstände wenig Bock haben. 
Dieser Umstand hat der armenischen Underground Szene wohl einen krassen Push gegeben, in nahezu jeder Kapelle spielt irgendjemand, der aus Russland stammt. XAYTARAK spielen übrigens passablen D-Beat und der Sänger hat auch eine leicht extrovertierte Art (Anwesende wissen wovon ich spreche)
Die Band scheint so etwas wie die Haus-und Hofkapelle im Muha zu sein. Mensch kennt sich und es wird fleißig mitgegrölt und auch schon ein wenig das Tanzbein geschwungen. 
Im Laden selbst tummeln sich circa 30 bunt-und/oder langhaarige Gestalten. Dazu stehen draußen noch einige Leute um ihr Bier auszutrinken. Und rauchen....rauchen ist ganz wichtig im Kaukasus. Gefühlt jeder (bewusst nicht gegendert) raucht....Wahnsinn..
Band Nummer zwei sind xRESISTENCIAx aus Tiflis und wissen schon vor Beginn zu überzeugen. Bassist mit Bandana, Sänger mit Dreads bis zum Arsch....großartig.
Auch musikalisch gibts ordentlich auf die 12. Hardcore mit ordentlich stampfenden Riffs und den dazu obligatorischen growlenden Vocals.
Der Mann bekommt Props vom Style Sheriff!
Die Ansagen lassen eine deutlich Anti-russische Haltung erkennen. 2-3 Songs wurden einer freien Ukraine gewidmet und Herr Putin und Co bekamen auch das eine oder andere F-Wort geschenkt.
Natürlich wurde auch ordentlich getanzt. Man musste mal wieder sehr auf sein Bier achten um nicht in einen der zahlreichen High-Kicks zu laufen. Biberach wäre stolz auf euch Jerewan!
Es gab zwei Cover-Songs, zum einen Agnostic Front und "Destroy everything" von Hatebreed. Ui, das war toll und die Bude hat ordentlich geschwitzt. 
Knapp 45 Minuten gespielt und einfach ein überragend gutes Konzert. Im Konzertraum gibt es kein Fenster....es roch wie nach 2 Tagen Frost Punx im AZ Mülheim.
In der Umbaupause schnell zum Supermarkt nebenan. Und bitte immer die Kronkorken in den Mülleimer werfen, sonst gibts Ärger mit den Nachbarn! 
Dann noch LAST HOPE aus Sofia/Bulgarien. Schöner Hardcore, wie mensch ihn noch um die Jahrtausendwende gespielt hat. 
Die Band hat auch schon so einige Jahre auf dem Buckel. Ich würde die Protagonisten alle so um die 50+ schätzen. Sie spielen aktuell eine Tour durch Zentralasien...unter anderem mit Konzerten in Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan...sic...was eine geile Aktion.
Dieses Internet verrät mir, dass sie wohl enger mit dem Coretex aus X-Berg verbändelt sind. Passt vom Musikstil wie die berühmte Faust aufs Auge. Unity und so, kennt ihr ne?
Last Chance to dance heute mit einem Song gegen Polizeigewalt. Anscheinend überall auf der Welt ein beliebtes Thema. Meine North Face Jacke, die ich immer im Stadion anziehe hat auch schon mehr prügelnde Bullen als Berge gesehen, aber das ist ein anderes Thema. 
Das war ein top Abend mit drei klasse Bands. Auf dem Heimweg latschen wir noch an dem Laden vorbei, wo es heute Crust mit Yacoepsae gab. Allerdings muss wohl überall um 0 Uhr Schluss mit Live-Musik sein, von daher kein Bonus Material mehr. Wenn ihr lieb seid und ich Bock habe, gibt es die Tage vielleicht noch ein Interview mit den BetreiberInnen der Muha-Bar. Ansonsten kommt vorbei, wenn ihr mal in Armenien seid. Es lohnt sich!


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Hardcore
aus Sofia (BG)
D-Beat, Hardcore Punk
aus Armenien
Hardcore
aus Tiflis (GE)
Location:
Muha Bar
3 Marshal Baghramyan Ave
0019 Jerewan (Armenien)
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