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Blond, Emma Rose, 01.05.2026 in Dortmund, FZW - Bericht von der Redaktion

Blond, Emma Rose 01.05.2026 in Dortmund

Dr. Mabuse: Der Chef meldet sich mit einem Gästelistenplatz für Blond! Ich habe mal wieder keine Ahnung wer das überhaupt ist. Mit Blondie und Punkrock soll das nicht viel gemein haben. Es ist nämlich Indie-Pop. Vor dem FZW treffen wir viel mehr nette Menschen aus dem Bierschinken Kosmos, als wir eigentlich erwartet hätten. Es wird spekuliert, welchen Support-Act es wohl gibt und eine KI halluziniert Quatsch daher. 
Fö: Je "größer" das Konzert, desto geheimnisvoller gehen Veranstalter*innen mit der Bekanntgabe der Supports um. Ist natürlich nicht immer so und ob es nun an der Tourbooking-Agentur, an der lokalen Agentur, am Laden oder an den Bands selbst liegt, ist für Außenstehende auch schwer zu sagen. Ich find das aber ziemlich undankbar den Vorbands und auch den interessierten Fans gegenüber. In diesem Fall brauchte man "nur" nen Account bei Instagram (was zugegeben der Großteil des Zielpublikums tut) und musste dort das Kleingedruckte auf einem Bild-Post lesen. Wusstet ihr, dass Instagram in letzter Zeit vermehrt Accounts sperrt, die antifaschistischen Content posten? Also, das nur mal nebenbei. Ich würde mir wünschen dass Bands auch über Plattformen ohne Accountzwang und ohne autokraten-huldigende Tech-Mogule kommunizieren würden. Mastodon o.ä. wär geil, aber für den Anfang wär auch ne gut gepflegte eigene Homepage stark. Naja egal, ich wollte nicht vom Thema ablenken!
Dr. Mabuse: Es beginnt nämlich mit EMMA ROSE aus Bochum. Das ist auch Indie-Pop, der mich sofort an 2raumwohnung, Klee und Annett Louisan erinnert. Ich muss zugeben, dass das Musik ist, die ich normalerweise eher selten konsumiere, aber handwerklich ist es schon gut gemacht. 
Fö: Gibt es eigentlich einen speziellen Genre-Begriff für diesen Gesangsstil? Sowas soulig-nuscheliges, bei dem ganze Wörter im Flow (und im Overdubbing) untergehen. Oder nehme nur ich das so wahr? So ungefähr das, was Trap aus Rap gemacht hat, nur anders. Deswegen mein Vorschlag: Tpop.
Dr. Mabuse: Songs wie „Männergrippe“, „Miau Miau“ und „3/10“ bleiben schnell im Gedächtnis. Als Warm-up funktioniert das bei den Blondinators ziemlich gut. Und die Texte haben schon eine gewisse Tiefe und drehen sich um Themen wie Feminismus, Gleichstellung und den Umgang mit Social Media.
Fö: Funktioniert wirklich gut und als Support-Act fast die ganze Halle zum Hinsetzen und Arme wedeln zu kriegen, ist ja auch ne Leistung! Nur wir haben mal wieder Knieprobleme...
Dr. Mabuse: Schließlich betreten BLOND die Bühne und das zu geschätzt zu 2/3 weiblich gelesene Publikum rastet förmlich aus. 
Fö: Mega! Hab die Band jetzt schon zweimal beim Juicy Beats gesehen und war beide Male überaus begeistert. Hätte eigentlich auch erwartet, dass die das FZW locker ausverkaufen, aber hinten ist noch Platz und der Rang ist nicht geöffnet. Übrigens erzählen Blond, dass sie 2017 schon mal im FZW-Club gespielt haben - damals vor 15-20 Leuten. Ca. 1 davon ist heute hier.
Dr. Mabuse: Was die Kummer-Schwestern gemeinsam mit Prinz Johann auf die Bühne zaubern, ist schon eindrucksvoll. Wie ein guter Gast bleibe ich am Rande des Mosh-pits stehen und beobachte erstmal was da passiert. 
Fö: Bei einem Blond-Konzert gibt es einfach keinen Moment, in dem nicht irgendwas passiert! Vieles davon geht klar gegen meine Konzert-Konditionierung, die mich gelehrt hat, dass Publikums-Animations-Spielchen immer in die Hose gehen, aber hier find ich tatsächlich alles stark. Stetig auf dem schmalen Grad zwischen einstudierter Choreographie und spontaner Improvisation.
Dr. Mabuse: Denn eigentlich ist das Publikum fester Bestandteil der Show und die Blondinators müssen nicht vom mitmachen überzeugt werden. Ich bin etwas verwirrt, wie eng das Band zwischen Fans und Band ist und wie klar die Abläufe eingespielt sind. Ein Vergleich wäre eine Show von Turbonegro in den frühen 2000er Jahren, wo man sich über die zahlreichen Turbojugend-Jacken im Publikum wunderte! „Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“ haben es Tocotronic 1995 auf den Punkt gebracht. Die Blondinators sind eine Art Jugendbewegung und das Konzert ist ihr safe space!
Dr. Mabuse: Die neue Auswärtsfahrerhymne muss allerdings noch gemeinsam eingeübt werden. Dabei hilft ein Plakat! Stichwort Plakat - die Blondinators haben auch Plakate dabei, die nach etwa zwanzig Minuten Show von der Band vorgelesen und bewertet werden! „Tausche Drumsticks gegen Essstäbchen“ liest sich eines dieser mitgebrachten Pamphlete!
Fö: Das ist tatsächlich eine ganz besondere Bindung zwischen Blond und ihren Fans. Ich bin überrascht, wie wenige sich bei der Frage melden, wer denn heute das erste Mal auf einem Blond-Konzert ist (außer Dr. Mabuse). Aber das Publikum hat sich wirklich gut vorbereitet. Plakate gemalt, Handstand geübt, alles was dazu gehört.
Dr. Mabuse: Ich habe bis nach dem Konzert nicht gecheckt, dass Johann blind ist. Seine Stimme ist jedenfalls maßgeblich für den sehr guten und bissigen Song „Bare Minimum“! Vom Publikum wird ihm jedenfalls eindrucksvoll und ehrerbietig gehuldigt und zwar nicht zu knapp! 
Fö: Ich weiß, es ist eigentlich ein Unding, irgendwas an Blond zu kritisieren, aber das Abgefeiere von Johanns Nikotin-Sucht finde ich richtig unangenehm. Abgesehen davon bin ich natürlich auch Johann-Huldiger.
Dr. Mabuse: Das Mitmach-Konzert bietet diverse Wall of Death und Circle Pit Elemente, akrobatische Einlagen, Zwischenrufe, eine gemeinsame Hörspielproduktion, wo die Teilnehmenden Wind, Schafe, Wölfe und viele andere Elemente improvisieren müssen. Der Räuber im Abenteurer kann glücklicherweise mit Band-Merch beschwichtigt werden und alle kommen mit dem Schrecken davon! 
Dr. Mabuse: „wie du“ geht richtig gut ins Ohr! Ich mag tatsächlich die Technobeatsongs am meisten - wie z.B. „oberkörperfrei“ oder später „SB-Kassen Lover“!
Fö: Die haben so unfassbar viele Hits! "So Hot" find ich großartig, "Männer" kennen wahrscheinlich alle, "Girl Boss" als allerletzten Song sowieso. Oder "Es könnte grad nicht schöner sein", glaube das war der erste Song den ich je von Blond gehört hab (danke Mandy!)
Dr. Mabuse: Manchmal schwingen „Crackhuren"-Vibes mit in den feministischen Texten. Nur wird hier nicht der Ikea-Schrank gebaut, sondern das Geschirr in die Spüle gestellt! 
Fö: Auf diesem Foto zu sehen: Blond auf der sogenannten "B-Stage", alias ein Tisch am FOH. Da müssen sich selbst die ungelenkigsten Fans bewegen (d.h. umdrehen), um die Band sehen zu können.
Dr. Mabuse: „Sehr sehr wenig ist mehr als nichts!“ Ich bin jedenfalls schwer angetan von der Bühnenpräsenz der gesamten Band. Jede Zwischenansage knallt und ist on point! 
Fö: Das muss man wirklich sagen! Musik und Texte knallen sowieso schon, aber die Gesamtperformance ist einfach wie aus einem Guss.
Dr. Mabuse: Am Ende wird der SB-Kasse gehuldigt und empfohlen, dass man dort mit seinen Langfingern nicht alles immer scannen muss. Ähnlich gute Tipps hatten auch Briefbombe im FZW schon im Gepäck! Allerdings funktioniert das nicht beim Kaufhausdetektiv bei Karstadt! Der hat seine Augen überall! Ich muss auf jeden Fall noch mal auf eine Blond-Show, weil das irgendwie doch viel mehr Spaß gemacht hat als ursprünglich angenommen! 


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Location:
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Ritterstr. 20
44137 Dortmund

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