Die Ausreden, Fire Crackers, 13.05.2026 in Berlin, Bunte Kuh - Bericht von Dr. Mabuse
Die Ausreden, Fire Crackers, DJ Smaller 13.05.2026 in Berlin
Wie mir in zahlreichen Gesprächen erklärt wird, ist die Bunte Kuh ein selbst verwaltetes Jugendzentrum hier im Stadtteil und positioniert sich klar gegen Rassismus, Sexismus und Faschismus. Das Konzert heute wurde von einigen der hier ansässigen Jugendlichen komplett eigenhändig auf die Beine gestellt, geplant und durchgeführt! Alles als Soli für autonome Kunstprojekte! Chapeau!
Es beginnen die FIRE CRACKERS aus Berlin. Die machen zu dritt punkigen Bluesrock. Und sie haben scheinbar ihren Fanclub mitgebracht, denn es wird schnell ziemlich voll im Saal und auch wild getanzt. Der Sound ist ziemlich gut und knallt richtig!
Die spielen ihr Set unglaublich souverän runter und es wirkt schon absolut ausgereift und erwachsen. Man kommt auch gut rein in die Songs und dem Publikum gefällt es. Sie haben wohl allein im letzten Monat schon etliche Konzerte gespielt, was erklärt, warum das alles so eingespielt wirkt. Die Performance gefällt mir gut! Auch die Texte haben Tiefgang und oft politische Botschaften. Vielleicht kann man die mal für einen Youth Brigade Festival Slot begeistern.
Da ich auf setlist fm nix finden kann, muss ich hier spicken. Man - da sind ja schon einige Kracher dabei!
DIE AUSREDEN geben sich die Ehre und haben Bock zu spielen. Es ist heute auch ein wenig Family Business! Der Booker im Metallica-Shirt hat sich was einfallen lassen. Ich glaube ich sehe die Ausreden schon zum vierten Mal und es ist mittlerweile absolut ausgereift und mit ca. zwei Alben genug Material am Start, um auch mal richtig lange durchzuspielen. Der Sound ist gut abgemischt und das Pogo-Tanzbein kann geschwungen werden.
Neben der mal wieder grandiosen Performance wird die Band vor und nach dem Konzert ausgefragt über Diplomatie in Priština...
...die Aufstiegschancen der Hertha in 2027, das Talent von Kennet Eichhorn und den EU Beitritt des UK.
Es geht um Biografien und das Aufwachsen in Ost und West. Kindheitserfahrungen, das soziale Umfeld und prägende Erlebnisse in der Jugend mit Nazis.
Aber zurück zum eigentlichen Auftritt. Unter 160 BPM geht hier gar nichts. Später soll noch ein berühmter DJ (SMALLER) auflegen, aber da muss ich mich schon auf den Rückweg machen.
Neben den super herausgearbeiteten politischen Implikationen von Songs wie "Defund the Lieferdienst" und "First world problem" gefallen mir stets die Berlin-Songs am besten.
"Die Insel" und neuerdings "Ringbahn" vermitteln zu 100% dieses Berlin-Feeling, das auch DOTA schon in "Öffentlicher Nahverkehr" transportiert hat: "Mag lieber Gras als Schnee und fahr nur selten BVG ...und ich weiß warum, denn die sind viel zu teuer geworden (von wegen das Ticket kostet nur drei Mark achtzig!), darum steig ich lieber wieder auf mein Fahrrad um..."
Auch wenn nicht jede Bierschinken mag, war es doch ein sehr schöner Abend und mit einem geschenkten Berliner Kindl in der Hand, verfahre ich mich noch ein wenig mit der Tram. Wer sich verfährt, lernt neue Orte kennen, aber wenn man in den falschen Zug steigt, sollte man auch wissen wann man wieder aussteigt. Neben diesen kostenlosen Binsenweisheiten muss ich aber noch auf die wichtiger Rolle von Orten wie dem Haus der Jugend „Bunte Kuh“ eingehen, die Räume schaffen für Freizeitgestaltung, persönliche Entwicklung und soziales Engagement. Die dahinter stehenden Trägervereine haben immer wieder mit gekürzten Finanzierungen zu kämpfen und verdienen mehr Förderung. Unterstützt solche Projekte, ihr Erhalt wird immer wichtiger werden. Jugendclubs sind keine Unternehmen!




















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