Diaz Brothers, Litbarski, 23.05.2026 in Münster, Plan B - Bericht von der Redaktion
Diaz Brothers, 23.05.2026 in Münster
Nachdem ich gestern selbst in Köln gespielt habe, der Anschlussgig am Folgetag aber recht kurzfristig ins Wasser fiel, halte ich es noch kurzfristiger für eine ganz wunderbare Idee, dann den Abstecher nach Münster einzulegen. Für das eigene Tourfeeling sozusagen. Und wie oft bin ich denn schon hier? Also erst den sonnigen Nachmittag in Köln nutzen um noch mehr bekannte Gesichter bei Kaffee und Kuchen zu treffen, um dann eine entspannte Zugreise nach Münster anzutreten. Da es auch hier Menschen gibt, die ich gerne besuchen würde, wenn ich schon mal da bin, erfolgte natürlich die sofortige Kontaktaufnahme. Die Grundvoraussetzung für spontane Ausflüge sind natürlich adäquate Übernachtungsmöglichkeiten, die sich mir dankbarerweise dadurch auch großzügig bieten, auch wenn keine Zeit für ein persönliches Treffen bleibt. Nach geheimer Schlüsselübergabe in der Kaffeegiesserei gegenüber vom Plan B (Achtung Schleichwerbung) kann ich bei einem weiteren Eiskaffee in der Sonne schon mal begutachten, wie gegenüber die Backline in die Kneipe geschleppt wird. Danach kurz durchatmen, futtern, Fö treffen und ab gehts ins Plan B!
Es spielen LITBARSKI. Meine Recherche ergab, dass ich die tatsächlich schon mal gesehen hab, das aber einfach vergessen hatte. Damals noch als Trio unterwegs, spielten sie am Strich in Dortmund. Nun eben als Quartett im Plan B. Ankündigen tun sie sich selbst aber erstmal als Diaz Brothers.
Konzert im Plan B heißt, die "Bühne" hat eine Balustrade, davor etwa 1 Meter Platz und dann kommt auch schon die Theke. Ich sach ma, eine eher semi-guter Raumaufteilung. Aber eigentlich ist Punk ja immer dann gut, wenn die Umstände scheiße sind. Was jetzt kein Diss gegen das Plan B sein soll, das macht wirklich einen sehr netten Eindruck.
Diese Balustrade, die sonst einfach die Abgrenzung des gemütlichen Trinkerseparees ist, fungiert heute als Wellenbrecher zwischen Bar und Bühne. Der Platz dazwischen ist aber recht begrenzt. Und da Publikum anfangs meist schüchtern ist, traut sich auch niemand in diesen Graben und man steht irgendwie erstmal nur neben der Bühne.
LITBARSKI machen Punk mit rauem, deutschsprachigem Gesang. Da denkt man natürlich an frühe Muff Potter und sowas, aber allzu weit weg von Leatherface und dem Sunderland-Rock sind sie auch nicht, was erklären könnte, warum sie heute nicht zum ersten Mal auf die Diaz Brothers treffen. Hat jedenfalls auch starke Emo-Vibes, aber auch so ne gewisse Saufattitüde.
Warum ich mich heute auch sehr freue, Litbarski in Münster zu sehen, auch wenn sie am nächsten und übernächsten Tag noch zuhause in Berlin spielen? Diese vier Konzerte (gestern war noch eins in Rotenburg Wümme) sind Teil zwei der Spring-Tour (eine Leatherface Anspielung?) und so hab ich zumindest noch ein bisschen das Gefühl, diese Rutsche mitzumachen.
Die erste Hälfte der Spring-Tour wurde nämlich in Finnland gespielt. Man, was wär ich da gern dabei gewesen! Fünf Konzerte in kleinen Bars und Clubs irgendwo zwischen (und in) Helsinki und Tampere. Und das war ja auch nicht das erste Mal in Finnland für Litbarski! 2024 waren sie dort zuletzt zusammen mit Moloch auf Tour.
Vier von den fünf Konzerten in Finnland wurden übrigens mit Cause a Riot bestritten. Alles was ich bisher von den Finnen mitbekommen hab, klang vielversprechend. Gut, dass sie die nun auch her holen und ich demnächst dann auch die Chance hab, mir das anzusehen! Im September dann. Bestimmt auch in eurer Gegend!
Dann DIAZ BROTHERS. Über die wusste ich im Vorfeld eigentlich nur, dass die irgendwie aus diesem Leatherface-Umfeld kommen, also um das nochmal kurz auseinander zu dröseln, sind sie quasi die Nachfolgeband von HDQ, die andere Band von Leatherface-Gitarrist Dickie Hammond, der 2015 verstarb.
In meiner Vorstellung gibt es in Sunderland eigentlich ausschließlich Pubs zur Abendgestaltung, weswegen sich Diaz Brothers wahrscheinlich auch so wohl fühlen hier im Plan B.
Musik ist jedenfalls melodisch-melancholisch, emotional und aufbauend, erinnert mich stark an Samiam und ich wünsche ein bisschen, ich würde die Songs kennen, vielleicht würde ich dann auch so fingerpointend vor der Bühne stehen wie die Jungs von Litbarski.
In der Pause hab ich mich zurück zu Bar und Merchtischen etwas weiter hinten verzogen und gucke mir das Konzert und die ganze Atmosphäre hier aus sicherer Entfernung an. Wohl wissend, dass ich morgen die Chance haben werde, im besten Kellerloch Berlins in der ersten Reihe zu tanzen. Die Gitarrenamps der Diaz Brothers sind auch gefühlt noch mal doppelt so laut, wie die von Litbarski, ich habe mir einen guten Aussichtspunkt auf einer Fensterbank gesichert und bin so genau auf Boxenhöhe der PA, womit auch hier hinten einfach nichts von der Energie verloren geht. Großartig! Freue mich schon auf das Morgige Konzert. Selbe Bandkombi und selbe Venue wie bei einem absolut großartigem Konzert vor etwa einem Jahr. Kann nur gut werden!
Am Ende ringt der örtliche Veranstalter(?) sichtlich mit sich selbst, der Band noch 1,2,3 oder 4 weitere Songs zu erlauben, da ja die Uhr tickt und Münster eine Spießerstadt ist (kein Diss gegen Münster, eigentlich sind ja alle Städte Spießerstädte), aber ich freu mich dass Diaz Brothers noch ein paar weitere Stücke zum Besten geben konnten. Danach freu ich mich dann aber auch sehr, nach Hause ins Bett fahren zu können.
Mein Tipp: die kommen wieder. Bis dahin reinhören, die Songs bleiben sehr schön schnell hängen. Und beim nächsten Mal selbst fingerpointen! Anspielempfehlung ist definitiv "Empty Bar Stool". ÜBERHIT! Ich bleibe nach dem Konzert noch hier um den Sommerabend in Münster (sowas haben wir in Berlin ja nicht) feuchtfröhlich mit den selben lieben Menschen an frischer Vor-Kneipen-Luft zu genießen, mit denen ich sonst in Berlin nur im Kneipendunst hänge und freue mich dann auch einen kurzen Weg ins Bett. Gut, dass in Münster alles fußläufig ist. 1000 Dank an Jan für die Gastfreundschaft! <3
Mein Tipp: die kommen wieder. Bis dahin reinhören, die Songs bleiben sehr schön schnell hängen. Und beim nächsten Mal selbst fingerpointen! Anspielempfehlung ist definitiv "Empty Bar Stool". ÜBERHIT! Ich bleibe nach dem Konzert noch hier um den Sommerabend in Münster (sowas haben wir in Berlin ja nicht) feuchtfröhlich mit den selben lieben Menschen an frischer Vor-Kneipen-Luft zu genießen, mit denen ich sonst in Berlin nur im Kneipendunst hänge und freue mich dann auch einen kurzen Weg ins Bett. Gut, dass in Münster alles fußläufig ist. 1000 Dank an Jan für die Gastfreundschaft! <3


















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