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Die Festung Rockt: ZSK, Emil Bulls, Autumn Kids, Ghetto Justice, Faintest Idea, The Toten Crackhuren im Kofferraum, Forced To Fly, 30.05.2026 in Kronach, Festung Rosenberg - Bericht von Zwen

Die Festung Rockt, 30.05.2026 in Kronach

Von Darmstadt aus geht aus heute weiter Richtung Süd-Ost. Verkatert schleppe ich mich in Richtung Tram, steige völlig verschallert in die falsche Bahn und steige - einen kompletten geistigen Aussetzer habend - auch noch an der völlig falschen Station aus. Egal, kriege trotzdem meine S-Bahn nach Frankfurt und von der aus geht es dann heiter weiter. Tatsächlich komme ich dann auch unterm Strich relativ früh in Kronach an. Mein Plan, vorab noch etwas einzukaufen (Wasser wäre jetzt gar nicht so verkehrt) wird dadurch verhindert, dass hier in Kronach am Samstag bereits um 13 Uhr der Bürgersteig hochgeklappt wird. Ernsthaft! Ich steige hier aus dem Zug und stehe in der absoluten Wüste. Die Innenstadt ist komplett leer und ich habe das Gefühl, nichts außer dem Hallen meiner Schritte zu hören. 
Ansonsten komme ich nach einem 15-minütigen Fußweg am Campinggelände an, welches sehr idyllisch in einem Flusstal liegt. Jetzt ganz fix das Zelt aufbauen und dann geht's auch schon hoch zur Festung. 
Um die Festung zu erklimmen, bedarf es dann nochmal weitere 15 Minuten. Die Sonne knallt ganz gut und was zu Trinken wäre fein. Beim nächsten Mal saufe ich einfach unten aus dem Fluss. Egal, auf dem Festivalgelände habe ich mir dann erstmal einen Slushi reingezimmert und mich dann der für mich ersten Band zugewendet.
Die hören auf den Namen FORCED TO FLY and machen Metalcore. Joah, nicht so ganz meine Baustelle, aber für die frühe Stunde ganz nett. Der Gesang ist nicht so meins, aber dafür drückt der Bass. Außerdem bringt die Location zwischen den Burgmauern die nötige Dramatik mit sich.
Es gibt übrigens zwei Bühnen. DIE LIEBEN LÖWEN, die hier gerade abbauen, habe ich hier leider verpasst.
Also, nochmal kurz zurück zu Forced To Fly, aber eigentlich geht es mir mehr darum kurz mit dem Trompeter von Faintest Idea zu schnacken. 
Auf der kleinen Bühne starten dann mal AUTUMN KIDS rein. Die machen Hardcore und das geht auch schon zu so früher Stunde ganz gut ab. Die Leute feiern es jedenfalls. Mir wird es dann irgendwann ein wenig zu eintönig, auch wenn der Sänger wirklich vollsten Einsatz zeigt.
...und dann kommen auch schon FAINTEST IDEA in gewöhntem Bühnenbild. Trotz 3 Stunden Schlaf und 5 Stunden Autofahrt hüpfen die Briten wie Flummis über die Bühne und wirken agil und fit wie nie. 
Setlist passt; es wird viel vom aktuellen Album "Road To Sedition" gespielt, es gibt aber auch ganze drei Songs vom bald erscheinenden Album. Die laufen ganz gut rein und sind zu 100% Faintest Idea, mir fehlten beim Live-Hören jedoch noch die Alleinstellungsmerkmale, ansonsten bin ich aber natürlich gespannt, was da bald releast wird.
Viele Mitmachspielchen gibt es auch. So erklären FI, dass es da, wo sie herkommen, ein Ausdruck gegenseitiger Zuneigung sei, sich einfach so laut wie möglich ins Gesicht zu schreien. Gegenseitige Zuneigung könnte auch das Oberthema der heutigen Performance sein. Jedenfalls haben alle Spaß und es gibt einen ordentlichen Mosh und Circle Pit.
Nach Faintest Idea geht es für mich auf zum Urban Exploring. Eigentlich suche ich nur nach einem Supermarkt, wo ich mich mit Wasser und Elektrolyten versorgen kann. An beiden habe ich nämlich gerade einen absoluten Mangel. Tatsächlich scheint Kronach genau einen Supermarkt zu haben, der auch noch um so eine verrückte Zeit wie 17 Uhr an einem Samstag noch geöffnet hat. Dementsprechend verpasse ich einen Großteil des Sets von THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM.
Ich muss ja ehrlich sagen, dass mich die neue Veröffentlichung auf Platte (noch) nicht so umgehauen hat, aber live und mit ordentlich Bass und den Interaktionen ist das eine ganz andere Sache und der Auftritt geht gut rein. Aber am besten knallen dann doch die älteren Songs. Für "Bau mir nen Schrank" kommt dann kurz das Lumpenpack auf die Bühne und steuert einen Vers bei. Soweit ganz gut, vielleicht sogar nach Faintest Idea der beste Auftritt des Festivals.
GHETTO JUSTICE sind die einzige Band, die heute entsprechend der Lokalität gekleidet ist. Den Namen lese ich ja häufiger auf Flyern, bis jetzt hat aber noch niemand aus diesem Medium über die Band referiert. 

Nachdem sie zunächst mit der ganzen Schar samt Pferden, Sätteln und Geschirr eingeritten sind, donnern sie jetzt ein amtliches Hardcore-Set runter. 
Ach, ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass die Auftritte auf der kleinen Bühne hier in der Regel zweigeteilt werden. Das ist ein sehr gutes Konzept und verschafft den Zuschauenden eine kleine Atempause, außerdem sorgt es dafür, dass alles auf den zwei Bühnen noch ein Stückchen reibungsloser abläuft. 
Nochmal kurz zum Auftritt. Ja, auf Dauer wird das Ritterthema vielleicht etwas albern, aber insgesamt ist das doch mal eine willkommene Abwechslung und auch sonst scheint die Band ziemlich viel Spaß an dem Hardcore-Brett zu haben, welches sie uns hier gerade auftischt. 
Kommen wir nun zum absoluten Low das Festivals. ZSK, wir müssen reden! Damals so, Ende der 2000er habt ihr mir wirklich viel bedeutet. Eure Musik war mitunter der Grund, weshalb ich anfing auf Antifa-Demos zu gehen und Nazis zu ärgern. Songs von den Platten bis "Discontent Hearts and Gasoline" laufen bei mir bis heute, aber das, was ihr da gerade auf der Bühne abzieht...na gute Nacht! Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht, ZSK setzen sich immer noch für tolle und richtige Sachen ein: Antifaschismus und auch dass man Kinder an die Punk- und Antifa-Szene ranführt, sind wichtige Unternehmungen, aber die Art und Weise, wie Joshi da auf der Bühne rumlabert ist einfach nur grausam. 
Ein bisschen ist Joshi heute wie Philipp Amthor auf dem Kopf gestellt. Während Amthor sich (abgesehen von seinem Engagement gegen die AfD) für regressiven Mist einsetzt, ist er doch rhetorisch sehr stark und kann seine Punkte ziemlich gut hervorbringen und hat damit schon Politiker*innen und andere Talkshowgäste schlafen gelegt. Naja, und Joshi ist halt das Gegenteil davon. Er steht für gute Sachen, labert auf der Bühne aber nur Quatsch. 
Pyro darf natürlich nicht fehlen. Genauso wenig wie dieses absolut peinliche Sauflied. Viele Leute haben Spaß, ich möchte im Boden versinken. Immerhin wird "Keine Angst" gespielt. Ansonsten wird GAR NICHTS von den alten Alben gespielt. Die neuen Songs schippern alle so im Midtempo-Bereich oder anders gesagt sind absolute Stadionhymnen und dafür ist Joshis Stimme mal so absolut nicht geeignet. Egal, ich bin echt ein bisschen enttäuscht und traurig nach dem Auftritt, habe da jetzt aber auch keine Lust noch länger drauf rumzureiten, deswegen ab zur nächsten Band.  
Im Vorfeld waren die meisten meiner Freunde übrigens weniger irritiert, dass ich mir ZSK ansschaue, sondern darüber, dass ich mich tatsächlich auf die EMIL BULLS freue. Joah, auch die habe ich früher mal sehr gerne gehört. Zumindest halte ich "Phoenix" nach wie vor für ein gutes Album. Außerdem waren Emil Bulls damals eines meiner ersten Konzerte im neuen FZW. 
Auftritt kann man machen, ist ganz ordentlich, aber hat für mich heute ein bisschen zu wenig Wums. Außerdem ist dieses "Are you a man or are you a mouse"-Lied ein bisschen unangenehm. Das hätte auch auf den seehr fragwürdigen Alben bis 2000 drauf sein können. Immerhin wird auch der ein oder andere Hit gespielt, von daher alles gut.
Was bleibt ist sich für dieses sehr geile Festival zu bedanken. Stabile Attitüde, gute Bands, tolle Orga und das ganze in der tiefsten Provinz. Highlight war der vegane Stand, der leider viel zu früh ausverkauft war und dann dazu geführt hat, dass die Veggie-Versorgung sehr früh bedroht war. Anstatt dass ich mir jetzt noch das Lumpenpack reinziehe, verziehe ich mich mal in mein Zelt. So schaffe ich es dann am nächsten Morgen sehr früh aufzustehen und brauche somit trotz Sturm nur 12 Stunden bis nach Dortmund. 
Tatsächlich schaffe ich es, obwohl mein Rückweg durchs Münsterland führt, die schlimmsten Überschwemmungen und Stürme zu umgehen. Joa, Starkregen gibt es zwar schon, aber das hält zumindest meinen Zug nur ein bisschen auf. 


Berichte auf anderen Webseiten:

Kommentare:

GenderverbotJetzt
08.06.2026 13:16
"Während Amthor sich (abgesehen von seinem Engagement gegen die AfD) für regressiven Mist einsetzt, ist er doch rhetorisch sehr stark und kann seine Punkte ziemlich gut hervorbringen und hat damit schon Politiker*innen und andere Talkshowgäste schlafen gelegt. Naja, und Joshi ist halt das Gegenteil davon. Er steht für gute Sachen, labert auf der Bühne aber nur Quatsch. "

Leute dir gendern sind in der Regel rhetorisch wenig begabt. Wer die Literatur unserer großen Autoren konsumiert hat, kriegt da halt Augen-/ Ohrenkrebs. Deshalb kommen Leute wie Joshi auch immer so infantil daher. WIZO (die schon endpeinlich sind) für Arme.
Gendern.Jetzt
08.06.2026 13:57
Lern du erstmal richtig Schreiben, bevor du hier so einen Saft verzapfst.
Skacore, Punk, Skapunk
aus Kings Lynn, UK
Nu Metal, Alternative
aus München
Emocore
aus Bamberg
Punk, Punkrock, Ska, Metalcore, Hardcore
aus Kronach
Metalcore
aus Coburg
Hardcore
aus Berlin
Location:
Festung 1
96317 Kronach

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