Eine Tüte Buntes: The DiggerZ, Atomic, Dutch Ska Express feat. Docta Rude, Dirtshore, 30.05.2026 in Dortmund, FZW - Bericht von Matt Greasejar
Eine Tüte Buntes, 30.05.2026 in Dortmund
Los geht es pünktlich um 19 Uhr im sich tröpfelnd füllenden FZW mit den DiggerZ. Die spielen jetzt auch schon seit 14 Jahren Psychobilly alter Schule, haben das aber in dieser Zeit konsequent irgendwo gemacht, wo ich gerade nicht war. Für mich ist also heute Premiere.
Der Psychobilly der DiggerZ spricht eher den gemeinen Dementologen als den typischen Meteoriten an, gleitet dabei aber nie in Gegrunze oder Gedresche ab, sondern hält die Wurzeln im Neo Rockabilly klar im Auge.
Das Rad wird hier nicht neu erfunden, aber gut nach vorne geht das schon. Ein Cover von Billy Idols White Wedding hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber man muss ja auch mal an die anderen Besucher denken, und denen hat's gefallen.
Nach ein paar Besetzungswechseln stehen bei den DiggerZ inzwischen übrigens 2/3 der Dortmund/Limburger Oi!-Band One Voice auf der Bühne. Aber Gitarrist André war da ja schon immer der Hörnchen tragende Paradiesvogel, und 2026 fällt auch die Frisur des Drummers im Psychobilly-Kontext nicht mehr großartig auf. Darf sich nur nicht rumsprechen, dass der die freiwillig trägt, hähä.
Und dann wird's britisch. Atomic kommen zwar aus dem Bayerischen Wald, sehen aber aus, als hätten sie gerade einen Oasis-Impersonator-Wettbewerb gewonnen. Fun Fact: Leadgitarrist und Sänger posen nicht nur wie die Gallaghers, sondern sind selber auch Brüder.
Das große Vorbild ist auch in der Musik jederzeit zu erkennen. Das gewinnt nicht unbedingt einen Originalitätspreis, groovt aber schon ziemlich.
Sagen wir mal so: Will man eine Oasis-Tribute-Show mit eigenen Songs sehen? Ich hätte im Vorfeld eher nein gesagt, aber von Atomic würde ich mir die jederzeit noch mal angucken. Denn von denen bekommt man das auf verdammt hohem Niveau!
Und dann war da ja noch der Act, auf den alle gewartet haben. Beziehungsweise seine Backingband. Das sind heute Dutch Ska Express. Und die dürfen zu Beginn auch ein paar eigene Songs schmettern. Ganz okay, aber eigentlich geht es ja um...
...den Doktor. Also Docta Rude, in den 90ern und 2000ern Frontmann der niederländischen Ska-Helden Mr. Review (später in Fast-Originalbesetzung Rude&Visser)...
...mit deren Songs er heute das zu späterer Stunde doch ganz akzeptabel gefüllte FZW zum Kochen bringt.
Der Dutch Ska Express hat die Klassiker souverän im Griff. Da wippt auch der eine oder andere Flattop mit.
Ich hab' Mr. Review ja nie gesehen, aber wenn DAS der dritte Aufguss davon war, muss das Original verdammt viel Substanz gehabt haben! Genau so lasse selbst ich mir dann auch mal 3rd Wave-Getröte gefallen!
Anschließend stehen noch Dirtshore auf dem Plan. Das sind Leute, die man teilweise von The Magic Flip kennt und die auch in neuer Konstellation die Punkrock-Fahne hoch halten. War bestimmt super. Da ich allerdings am folgenden Morgen früh raus musste und der Ska-Express 1a Anschluss an eine Regionalbahn nach Duisburg hatte... Next time!

















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