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The Adicts, Black Veil Brides, Buzzcocks, Rise Against, Agnostic Front, The Hives, 21.06.2026 im Stream - Bericht von niklas

The Adicts, 21.06.2026 in Weltweit

Liebe Leser*Innen,
seid ihr auch schon so alt, dass ihr euch an früher erinnern könnt? Et war ja auch net alles schlecht, wa!?
Am heiligen Sonntag lasse ich also mal wieder ein bisschen 2020-Feeling aufkommen. Anstatt aufwändig zu einem Konzert zu fahren, bleibe ich gemütlich auf der Couch und schaue den Live-Stream aus Clisson. Hat ja auch Vorteile: Das Dosenbier ist gut gekühlt, die Wege kurz, das Catering top und von der Hitze, die draußen herrscht, merke ich auch nix. Nur die Dixi-Klos fehlen...
Der Laptop wird mit dem Fernseher verbunden und schon kann das losgehen. Der Streamingdienst meines Vertrauens kostet zwar jeden Monat 18,36€ aber für solche Übertragungen lohnt sich das ja auch! Besser als Fußball!
Netterweise zeigt mein Lieblingsmusiksender vor und zwischen den Bands eine Running Order. Damit es nicht so still bleibt fragt Rob Halford, ob ich schon ready bin. In Dauerschleife...
Dann fangen die BLACK VEIL BRIDES an. Moderner Metal, bei dem auch mal gegrowlt wird. Dazu noch der superlustige Witz, dass es so heiß sei, dass es buchstäblich das Höllenfest sein müsse. Wird nicht die letzte Anspielung aufs Wetter bleiben!
Im Vorfeld hatte ich die Band als völlig uninteressant bewertet, aber tatsächlich geht mir das ganz gut rein. Nur die recht häufig vorkommenden Hänger und Ausfälle des Streams nerven etwas. Dabei ist das hier doch noch zeitversetzt...
Schon deutlich gespannter war ich auf die BUZZCOCKS, die ja ganz klar dem Punkrock zuzuordnen sind. Klingt auch alles sehr gut, abgesehen von den genuschelten Ansagen des Sängers. Dem fällt wohl gleich sein Gebiss raus?
Ich fühle mich trotzdem sehr gut unterhalten. Zum Schluss dann die Überhits "Ever fallen in love" und "Harmony in my head" abgehakt. Schon schön.
Die nun folgenden RISE AGAINST sind mal auf einem Festival in mein Leben getreten. Auf Empfehlung einer Mitreisenden hatte ich mich durch das komplette Set von Bullet for my Valentine gequält, damit wir bei RISE AGAINST weit vorne stehen würden. Die fand ich damals so gut, dass ich mich nach drei Songs von der Security hab rausziehen lassen, um zurück zum Zelt zu laufen...
Dieser Ami-Skate-Punk kickt mich auch heute nicht so richtig. Klar sind die Songs gut gespielt, aber es klingt doch alles etwas zu radiotauglich für mich.
Und dann holen die auch noch ne Akustik-Klampfe raus. Das fühlt sich schon zu sehr nach 2020 an.
Dann doch lieber AGNOSTIC FRONT mit brachialem New York City Hardcore. Roger Miret trommelt sich hier betont männlich auf die Brust. Etwas später wird er noch ein bisschen Gottes Segen verteilen. Wers braucht...
Ansonsten eine ganz solide AGNOSTIC FRONT-Show. Ich hab die ja schon wirklich oft gesehen und nie für schlecht befunden, aber die Moshpit-Garantie von früher sind die alten Männer auch nicht mehr. Obwohl wirklich oft zum Circle-Pit aufgerufen wird!
Jetzt aber zum ersten echten Highlight des Abends: THE HIVES.
Abgesehen davon, dass mir die Musik sehr gut gefällt, ist es eine wirklich unterhaltsame Show! Die Mitmachspielchen sind ungezwungen und irgendwie passend. Und die sonstigen Ansagen erstaunlich witzig. Mal auf Englisch, mal auf (Schul-)Französisch.
Dazu voller Körpereinsatz. Ausflüge ins Publikum inklusive. Zwei maskierte Ninjas sind ständig damit beschäftigt, Kabel zu entwirren. Ein famoser Spaß.
Danach geht es weiter mit einer kleinen Zirkusshow von THE ADICTS. Die hab ich ja sehr ins Herz geschlossen.
Sänger Monkey wirft auch heute wieder mit Konfetti und Luftschlangen um sich. Auch seine Bekleidung wird von Song zu Song weniger. Ab "Chinese Takeaway" stehen deshalb alle weiteren Bilder nur noch im Bierschinken-Paid-Bereich!
Hinten rechts in der Ecke steht im Halbdunkel die ganze Zeit ein Typ und singt. Zu Beginn dachte ich noch, Monkeys Mikrofon wäre gar nicht an und dieser Typ wäre der heimliche Sänger. Stellt sich aber raus, das er nur Backing Vocals während der Refrains singt und der Sohn vom Gitarristen ist...
Ansonsten auch durchweg eine sehr unterhaltsame Show mit guter Musik.
Und natürlich jede Menge Hits. "Joker in the Pack", "Who spilled my beer", "Bad Boy", "Chinese Takeaway", "Viva la Revolution" und diverse Liebeslieder. Nach hinten raus noch "You'll never walk alone" und dann ist ein langer Konzertabend doch recht plötzlich vorbei.
Hier fehlt jetzt natürlich noch ein gutes Schlusswort. Aber so ohne Heimreisestress fällt mir keins ein...um in 2020 zu bleiben vielleicht: Stay Home!?


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