Das Kinn - Fusion Festival, 24.-28.06.2026 in Lärz, Flugplatz - Bericht von Dubiosa
Das Kinn - Fusion Festival 2026
Lasst es! Hört auf, Fotos von der Fusion zu posten! Hex hex bumm bumm.
Stell dir einfach vor, es ist super heiß; alles sieht aus wie bei Mad Max, aber auch ein bisschen wie bei Dune dem Wüstenplanet (David Lynch) wenn man Spice eingeatmet hat. Der Herrscher von dem Ganzen ist Hedobot aus Futurama, der aber auch in der Antifa ist. Eine nicht endend wollende Party wie jedes Jahr.
Auf einer der unendlichen Bühnen spielt Das Kinn. Den habe ich letztes Jahr in Münster irgendwie verpasst, als er im Kabinett gespielt hat. Eine unterschätzte Location, wie ich finde.
Trotz Empfehlung vom Veranstalter, und trotzdem ich früher Antitainment und auch Les Trucs zig mal gesehen und wirklich übelst abgefeiert, ja sogar die ganzen Platten gesammelt und für gut befunden habe, bin ich dann doch nicht hingegangen.
Dieses Folgeprojekt, das Knie ähh… das Kinn, habe ich mir dato auf Bandcamp angehört; fand das aber irgendwie etwas prätentiös. Ich hatte die Vermutung, dass es sperrig würde, und die Songs wollten dann auch wirklich nicht so recht zünden, einzig „Stirn reicht ins Gesicht“ ist hängengeblieben.
Was mich dann aber daran so gelangweilt hat, ist, dass jetzt so viele einen auf Falco machen und dieses Game von anderen einfach schon besser umgesetzt wurde; Siehe: Mamoré, Fuffifufzig, oder Betterov, um mal ein paar zu nennen.
Aber live? Was soll man sagen? Ich glaube, ich wurde eines Besseren belehrt.
Die ganze Tubebox war gut gefüllt mit gut gefüllten und bestens gelaunten Schwitze-Wüstenplanetenmenschen. Alles nice. Licht nice plus flashy Videoprojektionen. Ein DJ-Pult und das Kinn alleine dahinter am steil gehen, das bei der Affenhitze. Auch nice!
Der Sound war wirklich fantastisch und nicht zu vergleichen mit den Aufnahmen, die wahrscheinlich gewollt LoFi sein müssen. Diese müllhafte Einstürzende Neubauten Klangwelt, wo die Drums nach Plastikeimern klingen, die in ner Turnhalle aufgenommen wurden. Das muss man schon bisschen mögen.
Zum Glück hört man live davon nichts! Als hätte die Person am Mischpult alles gefixt. Jetzt hört man auch das Songwriting raus, diese unberechenbaren Melodien, die man von Antitainment und Les Trucs kennt, die kommen endlich durch, nur in geil jetzt! Schön laut, schon hallig, aber mit einem Bass der richtig fett einen wegbläst. Wäre ich junger, würde ich sagen, "ich habe es gefühlt"; aber es war einfach objektiv ein Brett. Die große Bühne hat Tobe a.k.a. das Kinn auch komplett geschmeichelt. Er schafft es tatsächlich „diese Energie zu übertragen auf das Publikum“, das würden Hippies sagen, aber es ist so. Das kann der noch.
Wir standen da mit offenem Mund und mussten sogar ein bisschen tanzen.
Guter Indikator auch; Es sind mehr Leute rein als raus aus dem Hangar; was bei dieser Fusion klimabedingt oft andersherum war.
Live funktioniert es!
Am Ende haben ein paar Leute „Doppelkinn!“ „Doppelkinn!“ gerufen.
Das hätten wir uns auch gewünscht.
Was lernen wir daraus?
Manches klingt Zuhause blöd, funktioniert aber live.
Lass uns mal sammeln. Kommentiere doch gerne mal ein paar Acts, die man sich angucken sollte, bevor man sie wegen Ersteindrucks abschreibt.






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