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Seepogo Tag 2: Booze & Glory, Dritte Wahl, Akne Kid Joe, Dead Pioneers, Pit Dogs, N.T.Ä., Missstand, Split Dogs, March, Bruise Control, Eschbaranka, 18.07.2026 in Selters-Münster, Lago Alfredo - Bericht von der Redaktion

Seepogo Tag 2, 18.07.2026 in Selters-Münster

Roland der Voland: Gestern war schon mal schön, den 2. Tag beginne ich mit einem kleinen Spaziergang. Danach gehe ich zum Frühschoppen in den Biergarten, denn dort kann mensch gemütlich im Schatten sitzen. Musikalisch wird der Frühschoppen von der Blasmusikkapelle ESCHBARANKA untermalt. Die bunt gekleidete Truppe mit breiter Altersverteilung von jung bis alt haben selbst guten Spaß an ihrer Dicke-Backen-Musik und das kann in der Tat ganz gut unterhalten. Zudem ich von zwei alten Damen aus dem Ort zum Trinken dieses widerlichen Äpples animiert werde, wobei sie sich selbst nicht lumpen lassen. Anschließend dackeln die beiden aber Richtung Mittagsschlaf nach Hause, während ich ordentlich angetüdert auf die Krachmusik warte.
Zwen: Wir wachen auch irgendwann auf. Nachdem ich heute Nacht 2x Benjamin Blümchen lauschen durfte, wie er versucht nachts in die Kinderabteilung des Krankenhauses einzubrechen, bin ich doch einigermaßen gerädert und brauche ein Frühstück. Zum Glück gibt es hier Brötchen mit reichlich frisch gemachtem Rührei für gerade mal 3,50 Euro. Geil, rein damit! So, ich wäre dann auch bereit für Spaßgetränke. Leider kannste das Seewasser, was sie hier als Bier verkaufen, nicht saufen, der Cocktailstand hat noch nicht offen und die Darmstädter vom Schnapsrad pennen noch. Zum Glück habe ich noch Marillen-Schnaps und Mio Mate im Auto.
Roland der Voland: Die Krachmusik startet mit den PIT DOGS aus dem nahen Marburg. Nach ein paar Liedern verziehe ich mich aber wieder in den Biergarten wegen Schatten.
Zwen: Ich fand's für die frühe Stunde eigentlich ganz in Ordnung. Vor allem die Gesangsstimme gefällt mir. Okay, nach gut einer Woche ist jetzt nicht mehr so viel hängen geblieben, aber eigentlich passte das doch ganz gut.
Roland der Voland: Anschließend bauen N.T.Ä. auf, da Bruise Controll noch im Stau stecken. Der eilig herbei gerufene Kollege erscheint dann auch am Ort des Geschehens.
Roland der Voland: Ich mag die Band musikalisch ja sehr gerne, auch wenn es live ein bisschen so aussieht, als ob der Drummer der Einzige wäre, der Spaß dabei hat.
Zwen: Jau, danke fürs Bescheid sagen. Gute Band mit gutem Sound, aber tatsächlich wirkte der Auftritt auf mich heute auch ein wenig lustlos. Vielleicht ist das aber auch einfach der frühen Uhrzeit geschuldet.
Roland der Voland: Danach MISSSTAND, da Bruise Control immer noch im Stau stehen. Ich habe mich sehr drauf gefreut, da ich die Band schon lange höre, aber tatsächlich noch nie live gesehen habe! Aber jetzt! Endlich! Und es ist toll! Und es wird auch noch ein neues Album angekündigt!
Zwen: ...und die neue Single "2026" ist ein gottverdammter Hit!
Zwen: Missstand spielen als wären sie nie weggewesen. Da kommt richtig schön viel Energie von der Bühne und die Vier scheinen so unmenschlich viel Bock zu haben. Das ist einfach nur schön zu sehen. LG nochmal an dieser Stelle. Freue mich schon auf die Show in Dortmund in der Hirsch Q.
Roland der Voland: Jetzt sind BRUISE CONTROL aber da und der Sänger kann uns endlich seine Proll-Wampe präsentieren. Zu hören gibt es harten, rock'n'rolligen Punk und zu sehen gibt es ansonsten ordentlich Action auf der Bühne.
Zwen: Der prollige, fast schon australisch klingende Punkrock funktioniert hier im beschaulichen Selters jedenfalls deutlich besser als in einem gut gefüllt Union Club in Manchester. In den Festival-FAQs wurde übrigens darauf hingewiesen, dass man doch bitte sein Shirt anlassen soll. Dieser Hinweis scheint nicht für performende Künstler zu gelten, womit ich aber leben kann, da es halt schon einen Unterschied macht, ob derartige Sachen innerhalb einer Performance geschehen oder ob sich irgendein Eimer im Publikum auszieht. Sicherlich aber auch hochgradig diskutabel.
Roland der Voland: Und dann endlich MARCH. Schon sehr oft gesehen, aber jetzt tatsächlich schon länger nicht mehr (für meine Verhältnisse). Und das erste mal seit noch viel längerem, dass ich Jeroen wieder am Bass sehe.
Zwen: Stimmt! Da war was! March wie gewohnt sehr stark. Egal, ob neue oder alte Songs, alles knallt wahnsinnig gut rein.
Roland der Voland: Ein gewohnt großartiger Auftritt, bei dem der Schwerpunkt auf den eher neueren Sachen liegt, vor allem auf den aktuellen Singles.
Zwen: Da kann man auch mal die Gitarre weglegen und ins Publikum springen. March sind und bleiben ein absolutes Live-Monster. Mittlerweile haben auch Cocktailstand und Schnapsrad geöffnet, sodass wir Roland unseren Drehschwung zeigen, was nach einigem Hin- und Hertauschen auch zum perfekten Ergebnis führt.
Roland der Voland: SPLIT DOGS als Nächste. Die spielen etwas Oi-lastigen Punk'n'Roll hätte ich gesagt. Sehr intensive Bühnenperformance, aber musikalisch bleibt bei mir ehrlich gesagt im Nachgang nichts hängen.
Zwen: Sind bei mir auch eher visuell als akustisch hängen geblieben. Wir waren aber auch einen Großteil des Sets am Schnapsrad.
Roland der Voland: Auf DEAD PIONEERS war ich sehr neugierig drauf, die erleben ja gerade schon einen gewissen Hype. Aber mir persönlich war das am Ende nichts. Musikalisch ist auch hier bei mir nichts hängen geblieben. Und ja, die Band hat viel und wichtiges zu erzählen, allerdings nahm der Spoken-Word-Anteil gefühlt die Hälfte der Zeit ein, so dass das Konzert komplett zerrupft war. Trotzdem wichtige Message.
Roland der Voland: So, und da ich dank Äpple saufen beim Frühschoppen und Schnaps-Glücksrad mit Zwen schon ordentlich angeschäkert bin, lege ich mich jetzt einfach mal für 2 Stunden ins Zelt und mache ein kleines abendliches Schläfchen. Dann bin ich zu Dritte Wahl auch wieder fit. Bis später!
Zwen: Dead Pioneers verpasst, aber pünktlich zu AKNE KID JOE wieder vor der Bühne. Die konnten mich bis dato nie so wirklich abholen. Heute geht mir das aber erstaunlich gut rein und die Songs bringen definitiv die benötigte Energie sehr gut rüber. Außerdem distanziert sich die Band von ihrem letzten Auftritt hier, als der Sänger keine Schuhe anhatte und alles vollgeschwitzt hat. Definitiv richtig und wichtig das nochmal aufzuarbeiten.
Zwen: Dann kommen BOOZE  &GLORY und spielen einfach einen sehr korrekten Auftritt. Gefallen haben sie mir ja damals schon sehr beim Revolution Calling. Heute vielleicht sogar noch einen Tacken besser. Das ganze Dingen ist einfach super eingespielt und alles arbeitet wunderbar zusammen.
Zwen: Leider haben sie die unfreundlichste Mercherin, der ich jemals begegnet bin, trotzdem schaffe ich es ihr ein T-Shirt abzukaufen. Ansonsten sind aber alle hier super nett und freundlich, ganz großen Dank an der Stelle auch an die freundliche und sehr hilfsbereite Security. Während des Auftritts von Booze & Glory werden übrigens die letzten Reserven am Schnapsrad ausgesoffen. 
Roland der Voland: Pünktlich zu DRITTE WAHL bin ich wieder wach, munter und motiviert. Habe ich wohl was verpasst? Ist mir gerade egal, denn jetzt genieße ich den Auftritt.
Zwen: Auftritt kann man machen. Es gibt ein paar aufgeweckte Ansagen "Hallo Wuppertal", ansonsten frage ich mich aber, wie immer bei Dritte Wahl, wie man denn eine ganze Karriere auf einer Stimme aufbauen kann, die wie Muskelkrämpfe nach einem Jägermeister-Suff klingt, aber gut, Auftritt ist in Ordnung, das muss ich anerkennen.
Roland der Voland: Die schaffen es einfach immer wieder, mich mitzureißen. Das macht Bock und ich gröle fleißig mit.
Zwen: Irgendwie wirds mir gerade ein bisschen zu viel und damit mein nächster Morgen nicht aus Muskelkrämpfen unter Jägermeister-Einfluss besteht, mache ich mich mal auf ins Bett. Gute Nacht!
Roland der Voland: Sehr schön war das Seepogo. Ich bin begeistert. Idyllisch, tolles Line-Up und nette Menschen überall. Für mich hat da rundum alles gepasst. Dickes Danke und großes Lob an das Veranstalterteam!
Zwen: Das kann ich nur so unterschreiben. Tolle Bands, wunderschönes Gelände, tolle Crew und jede Menge Spaß. Zwei Dinge möchte ich aber dennoch an diesem wunderschönen Festival bemäkeln (es wäre sonst ja auch kein Bierschinken-Artikel). Zum einen war das Bier (zumindest pur) komplett untrinkbar und zum anderen steht auf dem Festivalbändchen, sobald man es sich ein bisschen abflammt nur noch Werbung, aber who cares?! Mich würde das jedenfalls nicht aufhalten, im nächsten Jahr nochmal vorbeizuschauen.


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