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Free And Easy Festival: The Casualties, Lovebites, Erection, Sacred Reich, 27.-28.07.2026 in München, Backstage - Bericht von Zwen

Free And Easy Festival, 27.-28.07.2026 in München

Aktuell befinde ich mich gerade auf dem Rückweg aus den Alpen zurück in die Zivilisation. Ursprünglich war meine Überlegung vielleicht noch nach Österreich zu fahren, aber da sich dort gerade eine Schlechtwetter-Front breit gemacht hat, habe ich von diesem Plan wieder Abstand genommen. Stattdessen mache ich mich auf den Weg nach München. Dort findet nämlich aktuell das Free And Easy Festival statt. Dieses Festival ist eine absolut alteingesessene Institution wie bereits ein flüchtiger Blick ins Bierschinken-Archiv verrät. Übrigens ist heute zwar erst der 27.07., aber da mein Plan ursprünglich war, erst morgen auf der Matte zu stehen, bleibe ich mal dabei, werde euch aber von meinem kurzen Reinschauen einen Tag vorher berichten.
Heute spielen im Werk die LOVEBITES, nicht zu verwechseln mit den deutschen The Lovebites. Hier handelt es sich um japanischen Metal, den man so grob in die Ecke Broken By The Scream oder auch den meisten hier deutlich geläufigeren Babymetal einordnen könnte. Das Werk ist indes ganz amtlich gefüllt und die Besucher*innen recken auch, insofern gefordert, fleißig die Pommesgabeln nach oben. Mir persönlich gefiel die Band beim Reinhören sehr gut, live ist das immer noch ganz in Ordnung.
Viel interessanter ist aber, was sich gerade an der Bar für Szenen abspielen. So hat das Backstage vor kurzem komplett auf Kartenzahlung umgestellt. Ich heiße das gut, andere sehen das eher kritisch. Tja, heute Abend haben die Kritiker*innen wohl gewonnen. Ein spontaner Blackout führt nämlich dazu, dass das Internet und damit auch sämtliche Bezahlmöglichkeiten ausfallen. Dies wiederum führt dazu, dass im Backstage niemand mehr Getränke bestellen kann. Zwar tut mir sowohl das Thekenpersonal als auch das Backstage selbst sehr leid (schließlich sind die ja gerade heute auf die Gastronomie-Einnahmen angewiesen), aber ein bisschen witzig ist es schon, sich die verzweifelten und enttäuschten Blicke anzuschauen, sobald wieder jemand um die Theke herumschleicht und auf die Zapfhähne geiert.
Der nächste Tag beginnt für mich erstmal mit Ausschlafen, um mir dann im Anschluss dieses geile Frühstück in die Kauleiste zu schieben, um sodann noch ein bisschen durch den Englischen Garten zu schlendern und den Surfern an der Eisbachwelle beim Reinfallen zuzuschauen, um dann nach etwas rumgammeln und noch den kleinen Thai-Imbiss in Laim anzusteuern. Von dort geht es dann auch direkt wieder ins Backstage.
Anders als gestern ist es hier heute richtig voll. Als ich ankomme, läuft alles auf Hochtouren und ich muss mir einen Weg durch die Massen an Punks und Kuttenträger*innen bahnen. Heute geht es für mich nicht in die große Halle, sondern in den etwas kleineren Club. Rotten Future habe ich leider verpasst, weil ich vom Imbiss aus erstmal eine halbe Stunde in die falsche Richtung gelaufen bin, dafür komme ich genau richtig zu ERECTION.
Die machen auch nach einem ausgedehnten Soundcheck eine richtig gute Show. Vom muss aktuell wahrscheinlich Überstunden bei den Hosen knüppeln und wird dementsprechend heute an den Drums ersetzt. Das macht jedoch gar nichts. Erection liefern auch so gut ab. Es gibt genau eine längere Ansage, als Julia von ihrer Obdachlosigkeit am Münchener Bahnhof erzählt, ansonsten wird durchgezogen. Läuft! Der Laden ist komplett voll, heute funktioniert das Ausschenken und Erection spielen den Soundtrack dazu.
Dann im Anschluss THE CASUALTIES. Der Irocounter steigt und ist so hoch wie selten auf diesen sogenannten Punkkonzerten, aber Casualties und freier Eintritt funktioniert auch einfach. Gespielt werden viele neue Songs, aber auch einiges an altem Zeugs wie "Criminal Class", "Get Off My Back" oder "We Are All We Have Tonight". Aber auch die neuen Songs zünden gut wie die Nummer "Allies and Assassins", der rausgeht an die LGBTQI+-Community.
Für mich übrigens das erste Mal, dass ich die Band in neuer Besetzung sehe. Neben dem Sänger ist mir auch das Gesicht am Bass ein unbekanntes. Egal, die anwesenden Punks werfen sich in Richtung Bühne als gäbe es kein morgen. Der Sänger animiert zu Circle Pits and Walls Of Death und springt dabei auch selbst fröhlich in die Meute.
Da aber irgendwann komplett die Luft fehlt, beschließe ich in die Halle reinzuschauen, dort ist heute nämlich Metal angesagt. SACRED REICH spielen gefühlt jedes Jahr beim Nord Open Air. Heute habe ich zum ersten Mal die Muße, mir die Band in Ruhe anzuschauen. Ganz ordentlicher Metal der alten Schule. Hatten sich wohl längere Zeit aufgelöst und haben jetzt einen verhältnismäßig jungen Gitarrist dabei, der die ganze Band gut nach vorne bringt.
Kurzweilig; das kann man sich definitiv mal geben. Außerdem ist hier in der großen Halle noch gut Luft zum Atmen da. Bei mir kickt nach drei Bier dann aber so langsam die Müdigkeit rein und ich mache mich auf dem Weg zum Hotel. Free And Easy war wirklich schön und abgesehen von dem gestrigen Malheur auch wirklich super organisiert. Das Ganze geht noch ein paar Tage und u.a. D.R.I. und Pro-Pain werden noch auftreten. Also, falls ihr zeitnah in München und Umgebung seid, schaut da doch mal vorbei!


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