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Good Riddance, Faster Disaster, March, 02.08.2026 in Berlin, SO 36 - Bericht von matsch

Good Riddance, 02.08.2026 in Berlin

Kurz vor acht ist das SO36 irritierend leer. Ich überlege noch, ob ich mich in Ort oder Zeit geirrt habe, als sich ein paar Leute vor der Bühne versammeln und pünktlich um acht FASTER DISASTER eben diese betreten.
Knallguter Sound, schön raue Tiefe in der Leadstimme, aber ab der Hälfte verlieren sie mich ein bisschen, obwohl der Eichhörnchenschweif an der Gitarre hypnotisch wedelt (ich hoffe, der ist nicht echt). Gerne mehr Faster als Midtempo Disaster. Der vorletzte Song, vermutlich der Vorzeigehit, hat dann viel Ohohoho und Nananana, was an Terrorgruppe erinnert (aber welcher Song ist das bei denen denn nochmal?). 
Entweder sind ein paar Freunde und Bekannte im Publikum oder FASTER DISASTER sehr schnell per Du, die Interaktionen sind auf jeden Fall vertraulich. Mit einem Ramones-Cover verabschieden sie sich.
Beim Umbau ist richtig viel los. Viele Händen ziehen das Drumset auf links.
Denn der Hauptgrund meines Erscheinens an einem Sonntag hat sogar zwei Linkshänder in der Band: MARCH aus den Niederlanden. Die waren bisher immer einfach unfassbar gut und gehen direkt rein.
Unfassbar gut sind sie auch heute. Grinsebacken in der Rhythmusgruppe, High Voltage Power en masse, Sympathie in Ansagen und Show, einfach sehr gut das alles.
Boar sind die gut ey!
Gut, gut, gut, gut.
Am Ende ist auch das sonntagsbedingt bewegungsfaule Publikum überzeugt und fordert eine Zugabe, was die Band sehr freut, aber aus zeitlichen Gründen auf's nächste Mal verschoben werden muss.
Bevor GOOD RIDDANCE auf der Bühne loslegen, torkelt noch Punkprominenz vor den Klos fast in mich rein. 
GOOD RIDDANCE hauen dann direkt zu Beginn ein paar alte Knaller raus.
Der Sound ist roh und ein bisschen dünn gemischt. Spielen da normalerweise zwei Gitarren mit? Das, was an Dichte im Sound fehlt, gleichen Drummer, Gitarrist und Bassist mit energiegeladenem Spiel und Bewegung aus. Der Drummer zerkloppt sein Set hart, schnell und ausdauernd. Dazu ein finster freundlicher Russ Rankin mit unverwechselbarer Stimme. Ich bin ja kein Vorzeigefan, der alle Alben kennt, komme aber voll auf meine Kosten. Einmal spendiert mir das Publikum sogar eine Hopfenpflege für's Haupthaar. Das einzige, worauf ich hätte verzichten können.
Der sonntagsbedingt etwas umfangreichere Platz vor der Bühne wird für ausdauerndes im Kreis laufen genutzt. MARCH hatten schon angekündigt, hier für eine ihrer favorisierten Bands zu eröffnen und mischen sich dann tatsächlich auch unter's Publikum, um GOOD RIDDANCE ausgiebig zu feiern.
Zwischen zwei Songs fragt der Bassist ab, wer nächste Woche zu Lagwagon gehe und wünscht sich, dass die sich Meldenden dort "Good Riddance"-Chöre anstimmen. Ob das klappt, werde ich berichten. Als die vier aus Santa Cruz nach einer Zugabe die Bühne endgültig verlassen, ist der Boden des SO36 mit Bier und Mehl bedeckt. Vielleicht brauchte auch jemand seine Pülverchen an diesem Abend nicht mehr, weil die Bands für genügend Dopaminfreisetzung gesorgt haben.


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