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Béton Armé, Klavo, Brux, 10.09.2026 in Berlin, Cassiopeia - Bericht von matsch

Béton Armé, 10.09.2026 in Berlin

Wenige Haupthaare und viele Doc Martens versammeln sich vor dem Cassiopeia, um die Ohohos des kanadischen Oi-Punk-Abenteuers BÉTON ARMÉ wieder laut mit zu grölen. Oben im Cassiopeia wurde schon vor längerer Zeit umgebaut, die Getränke sind wie überall ein bisschen teurer geworden und heute sind ein paar mehr Türen offen, sodass ich überrascht noch neue Wege in der Westentasche entdecke.
Wie vor etwas über einem Jahr eröffnen ein weiteres Mal KLAVO. Nach wie vor eine geile Grölstimme, die heute noch besser zur Geltung kommt, ein vorwärts hobelnder Bass und harter, schneller Rock'n'Roll mit Oi-Kante.
Der Sänger hat wohl das Konzert gebucht, erfahre ich später aus einer Ansage, danke dafür. Noch trauen sich nur einige wenige zu tanzen, aber an sich sind die übrigen auch nicht abgeneigt und nicken aufmerksam mit den Köpfen.
Der Sound ist gefühlt besser als damals in der Zukunft, könnte aber auch dran liegen, dass ich ein paar Songs vom letzten Mal wiedererkenne.
So auch der Coversong, der mir immer noch nichts sagt und den ich jetzt einfach als KLAVO-Song betrachte. Es müsste "Johnny" gewesen sein.
In der Pause traue ich meinen Augen kaum: da steht jemand in der Barschlange, den ich zuletzt bei Chefdenker im Tommyhaus gesehen habe (das Mal, wo sich jemand ein Bein brach, könnte das hier gewesen sein oder noch länger her). Er ist auf Empfehlung hier und findet es bisher top. Ist das schön, wenn das so schön ist.
Bei BRUX verliert mein wiedergefundener Gefährte direkt sein frisch erworbenes Bier, weil mit dem ersten Akkord Bewegung drin ist. Andere tun es ihm nach und spritzen mit ihren Bieren rum. Nun bin ich schon halbnass bevor ich es so warm wird, dass das ganz von alleine passiert.
Deutlich härter aber mit Hall-Wabern spielen BRUX auf den selben Instrumenten wie KLAVO.
Nach drei, vier Songs finde ich es ein bisschen einseitig, aber im Publikum werden Delfinsprünge zu den vermutlich spanischen Texten gemacht. Oi muchas gracias.
BÉTON ARMÉ zünden den Raum entgültig an. Der Sänger springt in den Spagat, wenn ich mich nicht verguckt habe, und ist auch sonst immer schön beweglich am Hüpfen und Ausdruckstanzen.
Sie starten mit "Hypocrite", covern einen Song, den ich auch wieder nicht kenne, und spielen sonst viele Songs vom neuen Album.
Das Stiefel-Stoffschuh-Verhältnis ist im Publikum sehr unausgewogen. Mir aus dem unterbesetzten Team Stoffschuh schmerzen schnell die Füße. Dazu spritzt noch mehr Bier und es ist nach kurzer Zeit ultra warm.
"Olé olé olé olé, Béton Armé". Dieses Mal gibt es eine Zugabe von zwei Songs, da aber alle drei Band wieder super kurz gespielt haben, ist trotz der Zugabe nach nach 2 1/2 Stunden schon wieder Schluss. Viel länger hätte die Luft im Laden allerdings auch nicht gereicht. So geht es mit viel Oho im Ohr noch zum Späti, um das unerwartete Wiedersehen noch ein bisschen zu verlängern.


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