Zinnober Festival: Béton Armé, Pisse, Isla Ola, Slope, The Night Eternal, 25.09.2026 in Essen, Delta Musik Park - Bericht von Peter
Zinnober Festival, 25.09.2026 in Essen
Als wir ankommen machen sich gerade THE NIGHT ETERNAL warm so dass wir uns zunächst einmal mit den Disco-Bierpreisen anfreunden können.
Das Gelände ist schon sehr beeindruckend. Alles hat diesen alten Industrie-Maschinenhallen-Flair und man hat überall mit viel Licht gearbeitet. Es gibt sogar diese alte Lok, an und auf der man hervorragend herumhängen und quatschen kann. Dadurch, dass man die Halle an verschiedenen Ecken verlassen und auf den Hof kann, lässt sich zudem wunderbar umherspazieren.
THE NIGHT ETERNAL legen dann irgendwann los und machen klassischen, melodischen Metal, der mich immer wieder an IRON MAIDEN erinnert. Eine Zeit lang unterhält mich das ganz gut, Heavy bleibt neben Thrash einfach mein Lieblingsmetal, bevor mir dann einfällt, dass mich lange Soli immer langweilen, ich den Faden verliere und wieder anfange, herumzuspazieren.
Dann der Secret Act, der nicht lang secret bleibt. Kurz nachdem wir die Halle betreten und an die Bar treten, jubeln vor uns junge Menschen "Es ist SLOPE, es ist SLOPE". Die sind es dann auch tatsächlich. Weit haben sie es ja auch nicht, nur mal schnell von Duisburg rüber und ab geht’s.
Die Band feiert heute den Release ihres neuen Albums "The Same Kids Just Louder" und haut auch direkt mal ein paar neue Songs raus. Mir soll es recht sein, ich kenn’ weder die alten noch die neuen und habe somit keine Prioritäten. Ich hatte die Band mehr im Hardcore verortet, ich glaub, Crossover trifft es aber besser. Passt ganz gut hier in die Disco und wird auch gebührend vom Publikum, das ein wenig auf die Band gewartet zu haben scheint, gefeiert. Klingt bei den neuen Songs hier und da aber schon etwas auffällig wie eine momentan sehr erfolgreiche amerikanische Hardcore-Band.
Dazwischen, müsst ihr wissen, gibts immer mal wieder Bier im Stehen, Bier am Zug, Bier an ner Tonne, Bier an ner Bar, Bier im Sitzen. Ganz gottlos als gäb's kein Morgen mehr.
Dabei vergessen wir fast, dass es noch eine andere Bühne gibt. Die erreicht man ganz easy durch etwas Auf und Ab und links und rechts und irgendwo zwischendurch und dran entlang und dann ist man auch schon vielleicht da.
Auf der zweiten Bühne geben sich ISLA OLA die Ehre. Das Dortmunder Duo macht so Techno mit Neuer Deutscher Welle. Bisschen cool, bisschen düster, bisschen gaga, bisschen tanzbar und auf jeden Fall sehr passend hier und heute.
Ritter gibt es hier auch zwei oder auch vielleicht mehr. Wer sowas macht? Warum und wofür? Ich weiß es alles grad nicht und es liegt diesmal wirklich mal nicht am Bier. Manches bleibt mysteriös heute Abend.
Dann endlich BÉTON ARMÉ, der Hauptgrund für unser Erscheinen. Die Kanadier ziehen ordentlich Leute vor die Bühne, obwohl hier eigentlich kein für Oi! typisches Publikum anwesend ist. Allgemein ist das Publikum sehr gemischt hinsichtlich des Alters, divers, was die Geschlechter angeht, und zur meiner Freude subkulturell gut durchmischt.
Es ist erstaunlich, wie gut der bollernde Oi!-Sound mit dem recht statischen Beat, den wenigen Melodien und den übertrieben vielen "Ohohoos" live funktioniert. Vieles hört sich ja schon arg gleich an. Leider weiß ich nicht mehr ganz, welche Songs sie alle gespielt hat, weiß aber noch, dass ich bei „Montréal“ mitge-oooooooht habe und auch "Chemin de Croix" und "La Nuit" waren ziemlich sicher dabei.
Fast jeder Song wird als "Tanz-Song" angekündigt, was ja auch immer irgendwie stimmt. Daneben gibt’s sogar eine Ansage gegen die AfD, was hier leider nur dürftige Reaktionen auslöst. Ich finde es immer beachtenswert und nicht selbstverständlich, wenn sich Menschen aus sehr fernen Ecken der Welt mit unserer Politik beschäftigen. Der Sänger ist währenddessen sportlich aktiv und immer schön in Bewegung. Gut, dass er seine Jogging-Peitsche anhat. Am Ende bin ich dann fast selbst ein wenig von den ganzen "ohohohooos" überreizt und das, obwohl ich Fan bin. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Oleoleole Béton Armé!
Aus irgendeinem Grund habe ich es für wichtig gehalten, dieses Bild zu machen. Vielleicht wegen dem Wasserfall, obwohl da doch steht "wasserlos"? Auf jeden Fall weiß ich noch, dass mein Fotografieren sofort den ununterbrochen im Klo anwesenden Security auf den Plan rief, der aber schnell feststellen musste, dass hier kein "Vergehen" vorliegt, und sich daher wieder mit seinem Handy zurück an seinen Ausgangspunkt verzog.
Von der einen Pisse zur anderen PISSE: Wir stellen uns relativ dumm, seitlich der Bühne hin, wo wir ständig Leuten Platz machen dürfen, die auf die Tanzfläche wollen. Selber schuld. PISSE verzichtet auf viel Gequatsche und sprintet durch ihr mit Hits gespicktes Set. Leider nicht schnell genug, denn unsere "frühe" Bahn kommt bald und die ersten gähnen schon. Daher soll es auch nicht später werden.
Aua, aua, aua, es tut so weh. Alle drei haben die Karte, aber nicht den Arsch voll. Discos waren mir schon immer zu teuer! Ich werde trotzdem nächstes Jahr wiederkommen. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Super Stimmung, viel los, sehr abwechslungsreiches Programm und eine Location, in der man sich gut herumtreiben kann. Wir entern gegen halb eins die S-Bahn, schlafen alle so halb ein und fallen wenig später zufrieden in Dortmund aus der Bahn. Auf dem Rückweg bekomme ich erst noch einen Schluckauf des Todes und anschließend von der kalten Cola, mit der ich ihn bekämpfe, Bauchschmerzen. So doll, dass ich mich eine Weile hinsetzen muss und auf ein Bäuerchen warten muss. Nächstes Mal versuche ich es doch besser wieder mit Bier. Vom Umstand gepeinigt, dass ich nun nicht mal mehr einfach eine kalte Cola runter stürzen kann, verkrümel ich mich wenig später unter meine Bettdecke und schmolle. Gute Nacht!






















Kommentare:
bisher keine Einträge