Missstand, Endlich schlechte Musik, Les Pünks, 03.10.2026 in Dresden, Chemiefabrik - Bericht von verSemmelt
Endlich schlechte Musik, Missstand, Lés Pünks, 03.10.2026 in Dresden
Erster Takt LÉS PÜNKS und bestimmt 20 junge Leute machen direkt gute Stimmung und pogen ihre teils schon etwas vorgetankten Körper durch den Raum. Direkt nach dem ersten Song muss dann auch erstmal ein Brillenglas gesucht werden. Selbst muss ich schauen, was da so vor mir steht, weil mehr als der Name mir nicht geläufig war. Das besondere ist wohl die E-Geige einer Band, die wohl aus Witzenhausen stammt, welches tatsächlich existiert und zwar nur 2 Kilometer vom sogenannten "antifaschistischen Schutzwall" entfernt. Vor 40+ Jahren konnten sich unsre Eltern und Großeltern wohl noch im Zielfernrohr beobachten.Von der Grundidee war so eine friedliche Wiedervereinigung schon was ganz Tolles.
Der Auftritt überrascht mich echt positiv, auch weil echt viele Songs ohne unnötige Längen auskommen und nur die Party-Saufsongs länger sind. "Kiddiepunks - ein Leben lang", ein französischer Song und eine kleine Punkerhymne sollte "Kannstes Trinken" sein. Da ging es richtig ab. Neu geschrieben nachdem die Sängerin wohl sauer über den Begriff Post-Punk war: "Post-Punk ist ne Lüge - es ist noch nicht vorbei - wenn du schon nichts zu sagen hast - dann mach doch lieber Oi." Megasympathische Band - voll ins Schwarze getroffen mit der Vorband!
Von MISSSTAND kannte ich bis heut Nachmittag bewusst einen Song. Dann hab ich mal deren neue Platte auf Bandcamp durchlaufen lassen. Und ich glaube davon kam auch echt viel - zum Beispiel der Opener "2026". Den bekommen aber echt wenig mit, da mit einer so flinken Umbaupause wohl draußen kaum einer gerechnet hat. So füllt sich das erst richtig, als schon so 8 Songs rum waren, würde ich sagen. Ulkig.
"Keine Angst" und "Lichter?" kristallisieren sich neben "2026" als echt starke Livesongs heraus. Einiges rauscht zugegebenermaßen auch etwas an mir vorbei. Im Bild wahrscheinlich "Es gibt kein ruhiges Hinterland", wo dann echt alle Dämme brechen.
Bei ENDLICH SCHLECHTE MUSIK ist dann wieder vom ersten Takt an volle Bude. Bisher empfand ich die Akustikvariante etwas besser. Heute ist das anders - dank hervorragenden Sounds, wo man auch sehr gut die Texte mitbekommt. Und das macht für mich irgendwie persönlich echt viel aus, da lyrisch ja durchaus halbe Bibeln erzählt werden. Bestes Konzert von ESM als auch ESA zusammen. Stark.












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